Macht Kiffen verrückt? – BzgA-Angebot zum Selbsttest bei Cannabis-Konsum

Macht Kiffen verrückt?" - Dies ist eine der häufigsten Fragen auf www.drugcom.de, dem Informations- und Beratungsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Sucht und Drogen. Tatsächlich weisen aktuelle wissenschaftliche Studien auf ein erhöhtes Psychose-Risiko bei Cannabiskonsum hin. Den Selbsttest "cannabis check" hat die BZgA deshalb durch einen neuen Fragebogen zu psychischen Erkrankungen ergänzt, um Cannabiskonsumierende über dieses wichtige Thema zu informieren. Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland. Etwa jeder vierte Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren und beinahe jeder zweite junge Erwachsene hat schon einmal Cannabis konsumiert. Die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums werden allerdings häufig unterschätzt. Neben dem Risiko einer Abhängigkeit wird seit längerer Zeit auch die Gefahr für psychotische Erkrankungen, zu der auch die Schizophrenie zählt, in der Wissenschaft diskutiert. Aus diesem Grund hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem Internetportal www.drugcom.de den Selbsttest "cannabis check", mit dem junge Menschen ihren Cannabiskonsum überprüfen können, durch einen Kurzfragebogen zu psychischen Erkrankungen ergänzt. Je nach Konsummuster und Risikoprofil bekommen die Nutzerinnen und Nutzer des "cannabis check" eine auf sie zugeschnittene Ausstiegsempfehlung. Hierzu gehört beispielsweise auch der Hinweis, das Programm "quit the shit" für eine Konsumreduktion und den Ausstieg zu nutzen. 

"Quit the shit" wird ebenfalls auf www.drugcom.de angeboten.
Dem aktuellen Forschungsstand zufolge muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere der regelmäßige Konsum von Cannabis das Risiko für den Ausbruch einer dauerhaften Psychose wie der Schizophrenie bei hierfür anfälligen Personen erhöht. Cannabis ist wahrscheinlich nicht die alleinige Ursache. Es kann aber im Zusammenspiel mit anderen Faktoren wie genetische oder erworbene Prädispositionen dazu führen, dass die Schwelle zur Psychose überschritten wird. Dafür spricht auch, dass Studien auf einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang hinweisen: Je intensiver der Cannabiskonsum ist, desto wahrscheinlicher wird der Ausbruch einer Psychose. 

Aktuelle Studien:
McGrath, J., Welham, J., Scott, J., Varghese, D., Degenhardt, L., Hayatbakhsh, M., Alati, R., Williams, G., Bor, W. & Najman, J. (2010). Association Between Cannabis Use and Psychosis-Related Outcomes Using Sibling Pair Analysis in a Cohort of Young Adults.
   Moore, T., Zammit, S., Lingfort-Huges, A., Barnes, T., Jones, P., Burke, M. & Lewis, G. (2007). Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review. The Lancet, 370, 319-328.
Degenhardt L., Hall W. (2006). Is Cannabis Use a Contributory Cause of Psychosis? Can J Psychiatry, 51: 556-565.

8.4.2010