Mit Bewegung gegen den Stress

Besonders bei hoher Stressbelastung hilft körperliche Aktivität, Gesundheitsrisiken zu senken. Dies stellten Wissenschaftler der Universität Basel in einer aktuellen Studie fest.

Dass Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden miteinander einhergehen, ist bekannt. Und die meisten von uns bemühen sich, körperlich aktiv und gut in Form zu bleiben. Allerdings haben wir besonders in Phasen hoher Stressbelastung oft nicht die Energie, etwas für unsere Fitness zu tun. Wie Forscher der Universität Basel und Kollegen aus Schweden nun berichten, lohnt es sich aber gerade dann.

Fitness, Risikofaktoren und Stressempfinden

Mithilfe eines Fahrradergometertests maßen die Wissenschaftler den Grad der Fitness von insgesamt 197 schwedischen Arbeitnehmern. Zudem erfassten sie verschiedene bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck, Body-Mass-Index, Cholesterol, Triglyceride und Glykohämoglobin. Alle Teilnehmer wurden schließlich gebeten, über ihr aktuelles Stressempfinden Auskunft zu geben.

Erwarteter Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Erwartungsgemäß wiesen gestresste Personen höhere Werte in den meisten kardiovaskulären Risikofaktoren auf. Ebenso bestätigten die Daten, dass die kardiovaskuläre Fitness mit nahezu allen Risikofaktoren in Verbindung steht, wobei sie einen gesundheitlich positiven Einfluss hat.

Unterschiede bei gestressten Mitarbeitern größer

Erstmals konnten die Forscher aber auch nachweisen, dass der Zusammenhang zwischen subjektiver Stresswahrnehmung und kardiovaskulären Risikofaktoren durch die Fitness moderiert wird. Mit anderen Worten: In der Gruppe der gestressten Mitarbeiter waren die Unterschiede zwischen Personen mit hohem, mittlerem und niedrigem Fitnessniveau besonders hoch ausgeprägt. Bei geringer Stressbelastung wurden dagegen weitaus kleinere Differenzen zwischen den Fitnessniveaus beobachtet.

Aktiver Lebensstil schützt besonders Gestresste

Damit zeigen die Daten der Studie, dass eine hohe Fitness vor allem dann Schutz bietet, wenn berufstätige Personen bei der Arbeit ein hohes Maß an Stress wahrnehmen. Die Forscher betonen, dass die Befunde direkte Implikationen für die Therapie und Behandlung stressbezogener Erkrankungen hätten. Sie seien vor allem deshalb wichtig, weil Menschen gerade bei Stress dazu neigen, sich weniger körperlich zu betätigen.

Literatur

Gerber, M., Börjesson, M., Ljung, T., Lindwall, M. & Jonsdottir, I.H. (2016). Fitness moderates the relationship between stress and cardiovascular risk factors [Abstract]. Medicine & Science in Sports & Exercise, 48 (11), 2075–2081.

22. November 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © www.jonigraphy.com – Fotolia.com


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