Mit Intervalltherapie zum Normalgewicht

Psychologen der Asklepios Klinik Nord in Ochsenzoll entwickelten ein neues Behandlungskonzept für Patienten mit Magersucht (Anorexia Nervosa).

Bei der Therapie der Magersucht oder auch Anorexia Nervosa steht – bevor eine Behandlung der psychischen Probleme der Betroffenen erfolgen kann – zunächst eine Stabilisierung des körperlichen Zustands, die Steigerung des Körpergewichts und die Normalisierung des Essverhaltens im Vordergrund. Leider sind die Erfolge, die im Verlauf einer stationären Behandlung erreicht werden können, oft nicht von Dauer. Nach der Entlassung droht den Betroffenen im häuslichen Umfeld und im Alltag der Rückfall in alte Verhaltensweisen und ein gestörtes Essverhalten. Klinische Psychologen wollen mit Hilfe eines neuen Therapiekonzepts nun diese Rückfälle verhindern.
Das verhaltenstherapeutische Konzept entspricht einer Intervallbehandlung der Patienten: Zunächst wird wie bisher mit einer stationären Behandlung das Körpergewicht gesteigert und der Gesamtzustand stabilisiert. Vor der Entlassung werden die Patienten mit einem Essensplan vorbereitet. Es folgt eine vierzehntägige Belastungserprobung zu Hause – mit dem Ziel, das gewonnene Gewicht zu halten. In dieser kritischen Phase werden die Betroffenen mit Hilfe von E-Mails, regelmäßigen Essprotokollen und einer ambulanten Gruppentherapie unterstützt. Während einer zweiten – und gegebenenfalls auch einer dritten – stationären Behandlungsphase ist es das Ziel, ein normales Körpergewicht beziehungsweise einen normalen Body-Mass-Index zu erreichen. Es folgen weitere häusliche Belastungsproben mit Stabilisierung des höheren Körpergewichts in Eigenregie – und mit weiterer ambulanter Unterstützung.
Diese engmaschige Begleitung in einem integrierten Versorgungskonzept erhöhe, den Psychologen zufolge, für schwer erkrankte Essgestörte die Chancen auf langfristige Gesundung und Stabilität. Denn die schwierige Phase zwischen der stationären Behandlung und einer ambulanten Psychotherapie sei auf diese Weise besser zu überbrücken.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft


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