Psychotherapie unterstützt Suchtkranke beim Entzug

Alkohol-, drogen- und medikamentenabhängige Patienten können zukünftig nicht nur psychotherapeutische Behandlungen beginnen, um abstinent zu bleiben, sondern auch, um abstinent zu werden. Möglich macht dies eine Änderung der Psychotherapie-Richtlinie. 

Abhängigkeitserkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen und gehen oft mit einem chronischen Verlauf bei geringer Inanspruchnahme von Behandlungsangeboten einher. Psychotherapeutische Interventionen – insbesondere der Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ – können erwiesenermaßen die Patienten ermutigen, Hilfen in Anspruch zu nehmen und abstinent zu werden. Diesem Umstand trägt nun ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom April 2011 zur Änderung der Psychotherapie-Richtlinie Rechnung. Demnach ist Psychotherapie auch dann zulässig, wenn bei alkohol-, drogen- und medikamentenabhängigen Patienten noch keine Suchtmittelfreiheit besteht. Eine Abstinenz muss aber spätestens bis zum Ende der zehnten Sitzung erreicht werden, ansonsten erfolgt keine weitere Kostenübernahme. Auch eine entsprechende Behandlung in einer stationären oder teilstationären Einrichtung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. 
 
 Die Änderung bietet die Chance, niedrigschwellige psychotherapeutische Angebote für Betroffene zu etablieren, um die Motivation zu einer Verhaltensänderung zu fördern und Abstinenz bzw. Suchtmittelfreiheit zu erreichen.

14. Juli 2011
 Quelle: Informationsdienst Wissenschaft