Schlafprobleme wegen Grübeleien am Wochenende

Berufstätige, die am Wochenende über unerledigte Arbeitsaufgaben sorgenvoll grübeln, schlafen schlechter. Das ergab eine Tagebuchstudie von Psychologen der Universität Trier.

Noch zweimal schlafen, dann ist endlich wieder Wochenende. Zeit für Hobby, Familie und Freunde – und dafür, sich vom Stress der Arbeitswoche zu erholen. Vielen Menschen fällt es aber auch an freien Tagen schwer abzuschalten und sich von Gedanken an die Arbeit zu distanzieren. Psychologen der Universität Trier untersuchten nun zusammen mit Kollegen der Fernuniversität Hagen, inwiefern dies auch Einfluss auf die Schlafqualität der Betroffenen hat – und welche vermittelnde Rolle dem arbeitsbezogenen Grübeln zukommt.

Online-Tagebuchstudie

59 Beschäftigte unterschiedlicher Branchen führten über den Zeitraum von drei Monaten ein Online-Tagebuch. Darin hielten sie jeweils am Freitagnachmittag fest, wie hoch ihr Arbeitsstress in der Woche gewesen war – gemessen am erlebten Zeitdruck und an den unerledigten Aufgaben am Ende der Woche. Montags direkt vor Arbeitsbeginn machten sie dann Angaben zu ihrer Schlafqualität und dazu, ob sie am Wochenende über Arbeitsprobleme gegrübelt hatten. Dabei wurde unterschieden zwischen sorgenvollem Grübeln, also wiederkehrenden negativen und nicht lösungsorientierten Gedanken, einerseits und problemlösendem Grübeln, andererseits.

Sorgenvolles Grübeln führt zu Schlafproblemen

Aus den Analysen der Aufzeichnungen wurde deutlich: Die Teilnehmer, die über den gesamten Zeitraum hinweg über mehr unerledigte Aufgaben berichteten, waren stärker von Schlafstörungen betroffen. Die liegengebliebenen Aufgaben regten zudem generell das Grübeln an. Allerdings je nach Inhalt der Grübeleien mit unterschiedlichen Effekten: So hing sorgenvolles Grübeln eng mit dem Auftreten von Schlafstörungen zusammen. Anders verhielt es sich jedoch, wenn die Teilnehmer kreativ und lösungsorientiert über liegengebliebene Arbeit nachdachten: Dann waren die Schlafprobleme sogar etwas geringer ausgeprägt.

Pufferwirkung bei kreativen, problemlösenden Grübeleien

Die Wissenschaftler ziehen daher den Schluss, dass dem Grübeln eine Vermittlerrolle zwischen unerledigten Aufgaben und Schlafqualität zukommt – und dass problemlösendes Grübeln als eine Art „Puffer“ wirken könnte.

Literatur

Syrek, C.J., Weigelt, O., Peifer, C. & Antoni, C.H. (in press). Zeigarnik’s sleepless nights: How unfinished tasks at the end of the week impair employee sleep on the weekend through rumination [Abstract]. Journal of Occpuational Health Psychology.

19. Mai 2016
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie
Symbolfoto: © Annika Strupkus


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