Selbsthilfe bei PMS

Psychologen der Philipps-Universität Marburg entwickelten ein internetbasiertes verhaltenstherapeutisches Selbsthilfetraining für Frauen, die am prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden.

Das so genannte prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet körperliche oder psychische Beschwerden, die bei Frauen in jedem Monatszyklus auftreten und jeweils vier Tage bis zwei Wochen vor dem Eintreten der Regelblutung einsetzen. Unter den Symptomen, die von Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen bis zu körperlichen Beschwerden reichen können, leidet etwa jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter. Folgen sind nicht selten Einschränkungen im Alltag, Konflikte in der Partnerschaft oder auch sozialer Rückzug der Betroffenen. Behandlungen des PMS umfassen oft Medikamente, insbesondere Hormonpräparate oder Psychopharmaka, die allerdings mitunter ausgeprägte Nebenwirkungen haben. Zudem ist die Wirksamkeit der eingesetzten Behandlungsformen meist nicht ausreichend belegt. Ein Team von Psychologen der Philipps-Universität Marburg entwickelte nun in Zusammenarbeit mit der Linköpings Universitet (Schweden) ein Selbsthilfeprogramm, das Frauen helfen soll, auch ohne Medikamente besser mit ihrer Symptomatik umzugehen.
Neuere wissenschaftliche Studien hatten darauf hingewiesen, dass verhaltenstherapeutische Ansätze die erlebten Beeinträchtigungen der Betroffenen verringern können. Allerdings gibt es bisher nicht genügend Psychotherapieplätze für PMS-Betroffene. Daher können nur wenige von einer derartigen Behandlung profitieren. Das von den Marburger Psychologen entwickelte Selbsthilfetraining könnte Abhilfe schaffen. Das Programm zielt nicht auf die Heilung des prämenstruellen Syndroms, sondern auf einen besseren Umgang mit den Beschwerden. Bestandteil des Selbsthilfetrainings sind unter anderem Entspannungstechniken sowie Methoden zur Stressverarbeitung. Die Patientinnen sollen mit deren Hilfe die Erfahrung machen, dass sie ihre Belastung aktiv und selbständig reduzieren können. Zudem werden sie angeleitet, sich mit ihren Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen und zu erfahren, wie Stress besser zu bewältigen ist. Auch der Einfluss von Ernährung und Bewegung auf die prämenstruellen Beschwerden wird thematisiert. Das Training dauert ungefähr acht Wochen und kann zu Hause am Computer durchgeführt werden.
In einer breit angelegten Studie planen die Wissenschaftler, die Wirksamkeit ihres neuen Programms zu überprüfen.

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Informationen zur Studie

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © Philipps-Universität/Studienteam "Prämensis"

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