Sinnlose Arbeit als Motivationskiller

Wie sich die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit auf die Arbeitsmotivation auswirkt, beleuchtet eine Studie des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union.

Im Rahmen sogenannter „Information Sharing“-Konzepte wird darüber nachgedacht, ob und wie Arbeitnehmer in die Hintergründe ihrer Tätigkeit einbezogen werden sollen. Man geht davon aus, dass sich dies unter anderem günstig auf die Arbeitsmotivation sowie die Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber auswirken könnte. Was aber, wenn es unerfreuliche Nachrichten gibt, wenn Mitarbeiter etwa erfahren, dass sich ihre Arbeit im Nachhinein als nutzlos herausgestellt hat? Diesen Fragen ging eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) nach.

Experiment vor realem Hintergrund

Die beteiligten Wissenschaftler nutzten für ihr Experiment eine konkrete Gegebenheit an der Universität Trier: Dort hatte sich in einem mit großem Aufwand betriebenen Inventarisierungsprojekt herausgestellt, dass die Sammlung sehr lückenhaft und in einem schlechten Zustand war – und damit höchstwahrscheinlich nutzlos. Der unerfreuliche Ausgang des Projektes bot für die Forscher die Gelegenheit, zu untersuchen, welchen Effekt es hat, wenn Arbeit zu keinem wertvollen Ergebnis führt.

Information über Sinnlosigkeit der Tätigkeit

Die mehr als einhundert an der Inventarisierung beteiligten Hilfskräfte wurden zu einer Online-Befragung eingeladen. Einer durch Zufall bestimmten Gruppe wurde im Laufe dieser Befragung mitgeteilt, dass kaum ein Interesse an der Verwendung des mit ihrer Hilfe erstellten Archivs besteht und ihre Arbeit somit wohl weitestgehend überflüssig war. Einer anderen Gruppe wurde diese Information vorenthalten.

Sinnlosigkeit als Motivationskiller


Bei einer anschließenden Arbeitsaufgabe zeigten sich die Arbeitskräfte, die über die „Sinnlosigkeit“ ihrer Arbeit informiert worden waren, weniger motiviert als die Vergleichsgruppe. Zudem berichteten sie mehr Enttäuschung und andere negative Gefühle.

Doch der negative Einfluss auf die Motivation konnte ausgeglichen werden: Es ergab sich eine alternative Verwendung des Archivs im Rahmen einer Forschungsarbeit. Die Information darüber, kompensierte überraschenderweise die zuvor gezeigten negativen Auswirkungen und Emotionen. Diese Ergebnisse bestätigen die Bedeutung von sinnhafter Arbeit als nicht monetären Anreiz am Arbeitsplatz.

Literatur

Chadi, A., Jeworrek, S. & Mertins, V. (in press). When the meaning of work has disappeared: Experimental evidence on employees’ performance and emotions. Management Science.

12. Januar 2016
Quelle: Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU)
Symbolfoto: © vadymvdrobot – Fotolia.com


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