Spielerisch die Schulleistung verbessern?

Ein Gedächtnistraining kann die Leseleistung bei Schulkindern von verbessern. Dies fanden Psychologen der Universität des Saarlandes und der Humboldt-Universität zu Berlin heraus.

Das sichere Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen bildet die Grundlage für alle weiteren schulischen und außerschulischen Lernprozesse und ist somit eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsweg. Psychologen machten sich im Rahmen einer aktuellen Studie Gedanken darüber, wie die damit verbundenen Lernprozesse auf unterhaltsame Art und Weise gefördert werden könnten.
Sie entwickelten und testeten zu diesem Zweck ein spielerisch angelegtes und computergestütztes Gedächtnistraining. Bei diesem sollen Grundschulkinder sich Reihen von verschiedenen Tieren merken. Erinnern sie sich korrekt, bekommen sie von einem Affen virtuelle Äpfel geschenkt. Im Rahmen des Versuchs absolvierten insgesamt 28 Grundschulkinder im Alter von durchschnittlich acht Jahren das Training. Jeweils davor und danach wurde von den Forschern die Leistung der Kinder in den Bereichen Lesen und Mathematik erfasst.
Es zeigte sich, dass das Gedächtnistraining keinen Einfluss auf die mathematischen Fähigkeiten der Kinder hatte. Im Bereich des Lesens wiesen jedoch die Kinder, die das Training absolviert hatten, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe eine bessere Leistung auf: Sie erkannten und verstanden Wörter wesentlich besser und auch die Wiedergabe des Gelesenen fiel ihnen leichter.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Kinder in Folge des Trainings mehr und effizienter sprachliche Informationen im Gedächtnis behalten konnten. Dadurch gestalte sich wahrscheinlich der Leseprozess für sie fließender.
Allerdings scheint diese durch das Training des Arbeitsgedächtnisses hervorgerufene Verbesserung der Leistung nur von begrenzter Dauer zu sein: In einer Nachuntersuchung nach drei Monaten konnten die Psychologen keinen Effekt auf die Leseleistung mehr nachweisen.
Da jedoch besonders die Kinder mit schlechteren Leistungen im Prätest von dem Training profitierten, weist der Ansatz der spielerischen Verbesserung der Leistung des Arbeitsgedächtnisses dennoch in die richtige Richtung.

Literatur
Karbach, J., Strobach, T., Schubert, T. (in press). Adaptive working-memory training benefits reading, but not mathematics in middle childhood. Child Neuropsychology.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © John Morgan / flickr.com unter CC BY 2.0


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