Stimmungsverbesserung dank Smartphone-App?

Eine Untersuchung der Universität Basel liefert Hinweise darauf, dass kurze Interventionen auf dem Smartphone einen anhaltenden Effekt auf die Stimmung haben könnten.

Der Begriff "mHealth" oder auch "Mobile Health" bezieht sich auf Maßnahmen der Gesundheitsfürsorge, die mit Hilfe mobiler Geräte, wie etwa Smartphones oder Tablets, unterstützt werden. In Anbetracht fortschreitender technischer Entwicklungen, aber auch des demografischen Wandels gewinnen diese Verfahren immer mehr an Bedeutung – und werden auch für die Forschung interessant. Psychologen der Universität Basel (Schweiz) untersuchten zusammen mit Kollegen aus Deutschland, Südkorea und den USA nun, wie sich smartphonegestützte Mikro-Interventionen auf die Stimmung auswirken.

Übungen für konkrete Alltagssituationen

27 gesunde junge Männer hatten während der zweiwöchigen Studienphase die Wahl zwischen verschiedenen psychotherapeutischen Übungsbausteinen, die sie mit Hilfe ihres Smartphones abriefen: In fünfminütigen Videos wurden sie beispielsweise angeleitet, sich emotionale Erlebnisse in Erinnerung zu rufen, kontemplativ kurze Sätze oder Zahlenfolgen zu wiederholen, mit ihrer Mimik zu spielen oder achtsam ihre Körperempfindungen zu beobachten. Ihre Stimmungslage erfassten die Probanden, indem sie jeweils vor und nach der Übung kurze Fragen beantworteten.

Gute Laune dank Mikro-Interventionen

Tatsächlich zeigte sich in den Ergebnissen, dass die Teilnehmer sich nach den Übungen im Durchschnitt wacher, ruhiger und besser gelaunt fühlten. Wem es gelang, seine Stimmung durch die kurzen Übungseinheiten unmittelbar zu verbessern, profitierte auch längerfristig: Die Stimmung stieg über die Studienphase insgesamt an.

Einsatz auch zur Ergänzung einer Therapie?

Die Forscher schließen aus ihrem Versuch, dass smartphonebasierte Mikro-Interventionen zur Verbesserung der Stimmung beitragen können – und damit möglicherweise psychotherapeutische Angebote ergänzen könnten. Allerdings sei weitere Forschung mit mehr Probanden erforderlich, ebenso wie Studien mit Teilnehmern, die an einer psychischen Störung leiden.
Die in der Studie genutzten Videos stehen allen Interessierten frei zur Verfügung, sodass sie auch für zukünftige Studien genutzt werden können.

Literatur

Meinlschmidt, G., Lee, J.-H., Stalujanis, E., Belardi, A., Oh, M., Jung, E.K. et al. (2016). Smartphone-based psychotherapeutic micro-interventions to improve mood in a real-world setting. Frontiers in Psychology, 7 (1112).

11. August 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Andrey_Arkusha – Fotolia.com


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