Studie zu Gesundheitsförderung sozial Benachteiligter

Wie können Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit bei der Gesundheitsförderung sozial benachteiligter Menschen berücksichtigt werden? Dieser Frage widmet sich eine Studie der Universität Koblenz-Landau, an der Experten aus Wissenschaft und Praxis noch bis zum 31.12.2010 teilnehmen können. In den letzten Jahren ist die Zielgruppe der sozial Benachteiligten verstärkt in den Blickpunkt verschiedener Ansätze und Strategien der Gesundheitsförderung gerückt. Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial benachteiligte Menschen ein höheres Ausmaß an körperlichen und psychischen Krankheiten, psychosomatischen Beschwerden, Unfallverletzungen, Behinderungen sowie gesundheitlichem Risikoverhalten aufweisen. Sie schätzen ihre eigene Gesundheit schlechter ein und berichten auch häufiger von gesundheitsbedingten Einschränkungen im Alltag.

 Psychologische Metakonzepte, wie Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit, die sich in den letzten Jahren als zentrale Elemente der Veränderung von Einstellungen, Verhalten und Erleben erwiesen haben, finden bei Maßnahmen zur Gesundheitsförderung vergleichsweise selten Berücksichtigung.
 Das Projekt geht der Frage nach, inwieweit die Konzepte Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit bei sozial Benachteiligten bereits eine Rolle spielen bzw. in Zukunft bei der Planung, Durchführung und Evaluation von gesundheitsfördernden Maßnahmen berücksichtigt werden können.
 Der Studie wird die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrundegelegt, nach der zur Gruppe der sozial Benachteiligten Menschen in Armut, mit unzureichenden Wohnverhältnissen, Arbeitslosigkeit, nicht abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung, Alleinerziehende, sozial isoliert lebende Menschen, Menschen mit dauerhaften körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie ethnische Minderheiten, Migranten, Flüchtlinge etc. gehören. Es handelt sich also um Randgruppen in schwierigen Lebenslagen, die viel Unterstützung benötigen und in der Regel schwer erreichbar sind. 
 Die Online-Befragung wird vom Zentrum für empirisch-pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt. Sie ist Teil der Studie, die ebenfalls Telefonbefragungen unter Experten sowie partizipative Gruppeninterviews mit Vertretern der Zielgruppe durchführt.
 An der Online-Befragung können Experten teilnehmen, die zur Entwicklung von Angeboten der Gesundheitsförderung für Menschen mit sozialer Benachteiligung beitragen möchten.
 

24. November 2010
 Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, zepf Uni Landau