Vertrauensvorschuss für einfach auszusprechende Namen

Psychologen der Universität zu Köln zeigten in einem Experiment, dass leicht auszusprechende Namen Vertrauen befördern.

So sehr wir in vielen Lebensbereichen auf die Kooperation mit anderen angewiesen sind, birgt sie doch auch immer Gefahren, wie etwa, dass wir betrogen werden. Entsprechend wichtig ist es, richtig einzuschätzen, wie vertrauenswürdig der potenzielle Kooperationspartner ist. Doch woran orientieren wir uns, wenn wir den anderen nicht aus früheren Begegnungen kennen? Psychologen der Universität zu Köln untersuchten in einer aktuellen Studie, inwiefern bereits der Name beeinflusst, ob und wie sehr wir unserem Gegenüber vertrauen.

Ökonomische Spiele

Im Rahmen ihres Experiments spielten die Teilnehmer ein ökonomisches Spiel. Dabei konnten sie ihr Geld vermehren, indem sie es einem zweiten, ihnen unbekannten Spieler anvertrauten. Für diese virtuellen Mitspieler hatten die Wissenschaftler zuvor Namen generiert, die entweder leicht oder schwierig auszusprechen waren, wie zum Beispiel "Fleming" oder "Tverdokhleb".

Vorteil für einfach auszusprechende Namen

Es zeigte sich, dass die Komplexität des Namens tatsächlich die Höhe des Geldbetrags beeinflusste, den die Spieler ihrem unbekannten Gegenüber zu geben bereit waren: Trotz des an sich gleich hohen Betrugsrisikos vertrauten sie Mitspielern mit einem einfachen Namen ungefähr zehn Prozent mehr Geld an.

Verkaufsstrategien


Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass einfache Namen ein "gutes Gefühl" erzeugen, da sie auch kognitiv leichter zu verarbeiten sind. Dies fördere das Vertrauen in unser Gegenüber, ohne dass wir uns dessen allerdings unmittelbar bewusst seien. Im Alltag könne dieses Potenzial für einen positiven Vertrauensvorschuss in vielen Bereichen eine Rolle spielen, beispielsweise auch dann, wenn uns Produkt- oder Firmennamen zu Käufen – und eben auch zu Fehlkäufen – verleiten.

Literatur
Zürn, M. & Topolinski, S. (2017). When trust comes easy: Articulatory fluency increases transfers in the trust game [Abstract]. Journal of Economic Psychology, 61, 74–86.

1. Juni 2017
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Flash Bros – Pexels.com


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