Vorbilder der Work-Life-Balance

Führungskräfte fungieren als wichtige Rollenmodelle, wenn es darum geht, das Privatleben von der Arbeit abzugrenzen. Zu diesem Schluss kamen Arbeitspsychologen der Universität Münster in einer aktuellen Studie.

Dank moderner Kommunikationstechnologien kann heute in vielen Berufsfeldern die Arbeit jederzeit und überall ausgeführt werden – ein Vorteil für viele Arbeitnehmer, die ihre Arbeitszeiten dadurch flexibler gestalten können. Allerdings verschwimmt mit dieser Flexibilität der Beruf immer stärker mit dem Privatleben. Doch wie lässt sich dies verhindern? Wie können Arbeitnehmer sich abgrenzen? Diesen Fragen gingen Arbeitspsychologen der Universität Münster nach und legten besonderes Augenmerk auf die Vorbildfunktion von Führungskräften.

Befragungen in deutschen Unternehmen

Insgesamt wurde das Verhalten von 237 Angestellten aus verschiedenen deutschen Unternehmen und ihren 75 Führungskräften betrachtet. Alle Teilnehmer wurden dazu befragt, wie gut es ihnen gelang, ihr Privatleben von der Arbeit abzugrenzen. Die Angestellten waren zusätzlich aufgefordert anzugeben, ob ihr Vorgesetzter ein gutes Beispiel für eine gesunde Work-Life-Balance sei. Zudem wurden sie zu ihrem Wohlbefinden und ihrem Engagement für die Arbeit befragt.

Vorgesetzte als Rollenmodelle

Es zeigte sich, dass Führungskräfte, die berufliches und privates Leben stärker voneinander abgrenzten, von ihren Untergebenen auch eher als Rollenmodelle für eine gute Work-Life-Balance wahrgenommen wurden. Zudem waren die entsprechenden Angestellten selbst besser in der Lage, sich abzugrenzen und zeigten weniger Erschöpfungszustände und ein stärkeres Engagement für ihre Arbeit.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse betonen die Wissenschaftler die wichtige Modell-Funktion, die Führungskräften in Unternehmen zukommt – nicht nur für hohes Arbeitsengagement, sondern auch für eine gesunde Abgrenzung von der Arbeit.

Literatur
Koch, A. R. & Binnewies, C. (2015). Setting a good example: Supervisors as work-life-friendly role models within the context of boundary management. Journal of Occupational Health Psychology, 20 (1), 82-92.


3. Februar 2015
Quelle: Journal of Occupational Health Psychology
Foto © puje – Fotolia.com


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