Warnhinweise lassen Raucher umdenken

Auch wenn Raucher versuchen, die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen zu ignorieren, begünstigen diese ein Nachdenken über gesundheitliche Risiken und einen zukünftigen Rauchstopp, so eine aktuelle internationale Studie.

Seit dem Jahr 2003 sind EU-weit Warnhinweise auf Zigarettenschachteln wie etwa „Rauchen tötet“ vorgeschrieben. Ziel der Maßnahme ist es, über gesundheitliche Risiken aufzuklären und zu einem Rauchstopp zu animieren. Doch was bringen die Warnhinweise wirklich? Dieser Frage ging eine international angelegte Studie nach, an der neben australischen Forschern auch Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Großbritannien und den Niederlanden beteiligt waren.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden rund 5.000 erwachsene Raucher in englischsprachigen Ländern (USA, Kanada, Großbritannien und Australien) befragt: unter anderem dazu, wie viele Zigaretten sie am Tag rauchten und wie oft sie die Warnhinweise auf den Packungen wahrnahmen. Zudem sollten die Teilnehmer Angaben dazu machen, ob die Warnungen sie zum Nachdenken über Gesundheitsrisiken oder einen Rauchstopp brachten und inwiefern sie versuchten, die Hinweise zu ignorieren. Die Forscher erfassten ferner, ob die Teilnehmer planten, mit dem Rauchen aufzuhören. In einer Nachbefragung ein Jahr später wurde schließlich erfragt, ob es tatsächlich zu einem (versuchten) Rauchstopp gekommen war.

Wahrgenommene Warnhinweise fördern das Umdenken

Es zeigte sich, dass die Befragten durchschnittlich 17 Zigaretten am Tag rauchten, und dass insgesamt 37 Prozent von ihnen versuchten, im Befragungszeitraum mit dem Rauchen aufzuhören. Kleine Textinformationen wie etwa auf den amerikanischen Packungen brachten die Befragten nach eigenen Angaben tatsächlich zum Nachdenken über Gesundheitsrisiken und je eher die Warnungen wahrgenommen wurden, desto häufiger versuchten die Probanden mit dem Rauchen aufzuhören. Noch besser funktionierten größere und grafisch angelegte Hinweise auf den Packungen, wie sie etwa in Australien genutzt werden.

Als besonders empfänglich für die Warnungen beschrieben sich die Personen, die ohnehin eher über die Risiken des Rauchens nachdachten: Das bloße Betrachten der gekennzeichneten Packungen ließ sie mitunter auf das Rauchen verzichten. Im Gegensatz dazu betrachteten die Teilnehmer, die angaben, wenig über die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums nachzudenken, die Warnungen eher als übertrieben.

Ignorieren oder Abdecken zwecklos


Interessanterweise berichteten auch jene Probanden, die versuchten, die Hinweise bewusst zu ignorieren und sie zum Beispiel abdeckten, dass die Etiketten sie dazu brachten, über Gesundheitsrisiken und einen Rauchstopp nachzudenken.

Die Forscher folgern aus ihren Ergebnissen, dass die Wahrnehmung der Warninformationen auf Zigarettenpackungen ein erster und wichtiger Schritt zur Rauchentwöhnung sei. In diesem Sinne sei es erstrebenswert, die Hinweise in Zukunft möglichst noch auffälliger und großflächiger zu gestalten.

Literatur
Yong, H.-H., Borland, R., Thrasher, J. F., Thompson, M. E., Nagelhout, G. E., Fong, G. T. et al. (in press). Mediational pathways of the impact of cigarette warning labels on quit attempts. Health Psychology.


1. August 2014
Quelle: American Psychological Association
Foto © Annika Strupkus


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