Was geht zu weit?

Die Internetseite „Was geht?? Zu weit“ gibt Jugendlichen Tipps für einen respektvollen Umgang miteinander und Informationen zu Grenzüberschreitungen in frühen Liebesbeziehungen.

Die erste große Liebe: Wer erinnert sich nicht gerne an das Gefühl des Verliebtseins, die Schmetterlinge im Bauch, den ersten Kuss? Doch mit Liebesbeziehungen im Teenager-Alter sind nicht immer nur positive Erfahrungen verbunden: Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der Hochschule Fulda in einer Untersuchung an hessischen Schulen. Fünf von zehn der von ihnen befragten Schülerinnen und fast ebenso viele Schüler zwischen 14 und 17 Jahren hatten mindestens einmal erlebt, dass ihre Kurznachrichten, Telefonate oder Besuche kontrolliert wurden, dass sie beschimpft, beleidigt, angeschrien, bedroht oder gezwungen wurden, etwas zu tun, was sie nicht wollten. Manche wurden sogar unter Druck gesetzt, von ihnen nicht gewollte sexuelle Handlungen auszuführen, wurden geschlagen oder sogar vergewaltigt.
Die Forscher schlossen aus diesem Ergebnis, dass auch in Deutschland Bedarf an Präventionsmaßnahmen gegen die sogenannte Teen Dating Violence – Grenzüberschreitungen in Teenager-Beziehungen – besteht. Denn aus früheren Studien ist bekannt, dass unter anderem psychische Probleme, Essverhaltensstörungen, gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien, aber auch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit die Folge solcher Grenzüberschreitungen sein können.
Die Arbeitsgruppe Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt an der Hochschule Fulda und der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen entwickelte daher das im Internet verfügbare Präventionsprogramm „Was geht?? Zu weit“. Jugendliche, deren Verabredungen und erste Liebesbeziehungen mit emotional, körperlich oder sexuell schwierigen Erfahrungen verbunden sind, können sich ab sofort auf der entsprechenden Internetseite Rat und Unterstützung holen. Sie erhalten Tipps, wie sie respektvoll miteinander umgehen und sich vor Grenzüberschreitungen schützen können und wo sie Hilfe erhalten, wenn es kompliziert wird.
In weiteren Untersuchungen soll das Internetportal weiter evaluiert werden. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, wie Jugendliche ein solches Angebot nutzen und welche Erfahrungen international mit ähnlichen Programmen gemacht wurden.

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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © Ariadna Bruna / flickr.com unter CC BY 2.0


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