Wenn Ziele, dann richtig

Psychologen der Universität Konstanz untersuchten in einer Metaanalyse die Wirkung von sogenannten „Wenn-Dann-Plänen“.

Ende März: Die guten Vorsätze zum Jahreswechsel sind bei vielen bereits in Vergessenheit geraten, die selbstauferlegten Regeln zur Fastenzeit mitunter auch schon gebrochen. Gute Vorsätze sind schnell gefasst, doch oft ist die Lücke zwischen guter Absicht und erfolgreicher Umsetzung groß. Wie können solche Vorhaben unterstützt und auch herausfordernde Ziele erreicht werden? Psychologen der Universität Konstanz analysierten für eine aktuelle Überblicksarbeit mehr als 200 Studien zur Wirksamkeit einer einfachen Selbstregulierungsstrategie: den „Wenn-Dann-Plänen“.

Konkrete Pläne für kritische Situationen

Diese legen fest, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten will. Geht es beim eigenen Vorhaben zum Beispiel um mehr Bewegung im Alltag, könnte ein zugehöriger „Wenn-Dann-Plan“ so aussehen: „Immer wenn ich Fahrstuhl fahren will, nehme ich stattdessen die Treppe.“

„Wenn-Dann-Pläne“ verändern die Informationsverarbeitung

In der Analyse von Studien zu Aufmerksamkeit und Gedächtnis zeigte sich, dass „Wenn-Dann-Pläne“ tatsächlich helfen, kritische Situationen zu erkennen, sich an das vorgenommene Verhalten zu erinnern und sich, ohne lange überlegen zu müssen, so zu verhalten wie geplant.

Physiologische Studien belegten in Folge der Formulierung von „Wenn-Dann-Plänen“ unter anderem eine erhöhte Aktivität in Gehirnregionen, die typischerweise gut trainierte Handlungen steuern.

Wer profitiert besonders von „Wenn-Dann-Plänen“?

Verhaltensstudien mit Menschen, die Probleme beim zielgerichteten Steuern ihrer Handlungen haben, wie zum Beispiel Patienten mit bestimmten Hirnverletzungen, zeigten, dass „Wenn-Dann-Pläne“ eine effektive Handlungsstrategie sind, um die Umsetzung der Absichten zu verbessern. Auch Kinder mit der Diagnose Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) könnten durch konkrete „Wenn-Dann-Pläne“ bei der Kontrolle unerwünschter Verhaltensimpulse unterstützt werden.

Erfolgreiches Handeln braucht einen konkreten Plan

Die Wissenschaftler betonen, dass die Wirksamkeit von Zielen oft überschätzt werde, die von konkreten Plänen hingegen unterschätzt. Gerade der Umgang mit schwierigen und unerwarteten Situationen, mit kritischen Hindernissen bei der Umsetzung im Alltag müsse aber geplant werden, um langfristig die Kluft zwischen guter Absicht und erfolgreicher Umsetzung zu überwinden.

Literatur

Wieber, F., Thürmer, J.L. & Gollwitzer, P.M. (2015). Promoting the translation of intentions into action by implementation intentions: Behavioral effects and physiological correlates. Frontiers in Human Neuroscience, 9 (395).

25. März 2016
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
Symbolfoto: © Susanne Koch


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