Wohnortwechsel beeinflusst Identitätsentwicklung

Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchten die Bedeutung der Region für die Identitätsentwicklung junger Erwachsener.

Wir leben in Zeiten steigender Mobilität und Flexibilität – und die Bereitschaft, sich sowohl räumlich als auch zeitlich den Anforderung der Arbeitswelt anzupassen, scheint die Voraussetzung für beruflichen Erfolg zu sein. Doch was bedeutet der Wohnort für uns? Und wie beeinflusst uns ein Wohnortwechsel? Diesen Fragen ging ein Team von Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena in einer aktuellen Studie nach.

Entwicklung regionaler Identität


Sie beleuchteten dabei die Entwicklung regionaler Identität im jungen Erwachsenenalter, also in einer Lebensphase, die besonders häufig durch Wohnortwechsel geprägt ist. Für die Studie wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten insgesamt 1.795 Hochschulabsolventen, die im Durchschnitt 24,5 Jahre alt waren, befragt. Darunter befanden sich sowohl Personen, die während des betrachteten Zeitraums den Wohnort wechselten, als auch solche, die nicht umzogen.

Bedeutung von Umzügen auf die Persönlichkeitsentwicklung


Es zeigte sich, dass die „Umzieher“ weniger stabil in Bezug auf ihre Identitätszugehörigkeit waren als Personen, die im betrachteten Zeitraum nicht den Wohnort gewechselt hatten. Dies unterstreicht unter anderem die Bedeutung von Ortsveränderungen für die Persönlichkeitsentwicklung – und wirft erneut die Frage auf, wie viel Mobilität richtig und gesund ist.

Literatur

Schubach, E., Zimmermann, J., Noack, P. & Neyer, F.J. (2016). Me, myself, and mobility: The relevance of region for young adults' identity development [Abstract]. European Journal of Personality, 30 (2), 189–200.

19. Januar 2017

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Susanne Koch


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