Zerstörerisch auf vielen Ebenen?

Psychologen der Universität Nottingham untersuchten den Zusammenhang zwischen Cybermobbing und der Einstellung zu Schule und Lernen.

Durch Internet, soziale Netzwerke und Smartphone hat Mobbing unter Schülern eine neue Dimension erhalten – und endet nicht mehr mit dem Verlassen des Schulgeländes. Umso mehr Schaden kann das sogenannte „Cybermobbing“ bei den betroffenen Schülern anrichten. Psychologen der Universität Nottingham (Großbritannien) untersuchten in einer aktuellen Studie, in welchem Zusammenhang Cybermobbing mit der Einstellung zu Schule und Lernen steht – bei Opfern und Tätern.

Befragung von Schülern


Insgesamt 285 Schüler im Alter von elf bis 15 Jahren beschrieben anhand von Fragebögen, inwiefern sie in den vergangenen drei Monaten Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht hatten: ob sie beispielsweise bedrohliche, demütigende oder beleidigende Kommentare oder Nachrichten erhalten hatten oder ob kompromittierende Fotos oder Videos von ihnen in Umlauf gebracht worden waren. Erfasst wurde auch, inwiefern die Schüler selbst Täter im Zusammenhang mit Cybermobbing waren. Zudem erfragten die Forscher die wahrgenommene Akzeptanz unter den Mitschülern und die persönliche Bedeutung von Schule und Lernen.

Mehr Mobbing, weniger Akzeptanz

Es zeigte sich, dass Mädchen, die von Cybermobbing auf einem besonders hohen Niveau berichteten, sich unter den Mitschülern am wenigsten akzeptiert fühlten. Interessanterweise galt dies nicht nur für die Opfer, sondern auch für die Täterinnen bzw. für Mädchen, die beides erlebt hatten. Die geringere wahrgenommene Akzeptanz unter den Mitschülern wiederum war ein Prädiktor für eine negativere Einstellung gegenüber Schule und Lernen. Bei Jungen fand sich dieser Zusammenhang nur, wenn die Schüler bereits Täter und Opfer von Cybermobbing gewesen waren.

Negativer Einfluss auf Schulleistung?

Die Wissenschaftler betonen, dass Cybermobbing, das mehrheitlich außerhalb der Schulzeit stattfinde, auch einen negativen Einfluss auf die Einstellung zur Schule und letztendlich auch die Lernleistung haben könne. Dies müsse sowohl bei der Entwicklung von Interventionen als auch in der Präventionsarbeit beachtet werden.

Literatur
Betts, L.R., Spenser, K.A. & Gardner, S.E. (2017). Adolescents' involvement in cyber bullying and perceptions of school: The importance of perceived peer acceptance for female adolescents. Sex Roles.

18. April 2017
Quelle: Springer
Symbolfoto: © Tofros – pexels.com


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