Achtsamkeit im Leistungssport

Wie sich ein Training der Achtsamkeit auf die Leistungen im Sport auswirkt, untersuchten Sportpsychologen der Humboldt-Universität zu Berlin.

Laut Jon Kabat-Zinn bezeichnet Achtsamkeit eine Aufmerksamkeit, die absichtsvoll ist, sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft) und nicht wertend ist. Das Konzept der Achtsamkeit entspringt der fernöstlichen, buddhistischen Lehre und Meditationspraxis und wird hierzulande vor allem im Rahmen der Psychotherapie genutzt: Achtsamkeitsbasierte Ansätze helfen – sowohl in klinischen als auch in nicht-klinischen Populationen –, Symptome von Stress, Angst und Depression zu reduzieren und mit den eigenen Emotionen effektiv umzugehen.

Effektiver Umgang mit Emotionen und Gedanken

Im Leistungssport gilt: Je geringer die Leistungsunterschiede sind, desto größer ist der Einfluss psychischer Faktoren. Um Höchstleistungen zu erbringen, müssen Sportler effektiv mit den eigenen Emotionen und Gedanken umgehen können. Sportpsychologen der Humboldt-Universität zu Berlin untersuchten in einer aktuellen Studie, welche Effekte ein achtsamkeitsbasiertes Training im Leistungssport hat.

Steigerung der Leistungsfähigkeit

Tatsächlich zeigte sich auch im sportpsychologischen Kontext, dass ein Training der Achtsamkeit zur effektiven Regulation von Emotionen beiträgt. Zudem steigerte das Training die allgemeine Konzentrationsfähigkeit der Athleten und erleichterte das Erlernen des Flows-Zustands, also eines Zustands der optimalen Konzentration, in dem Störreize aus der Umwelt völlig ausgeblendet werden und die Sportler keine Anstrengung aber völlige Kontrolle über ihre Bewegung empfinden.
Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass Achtsamkeit als psychologische Maßnahme im Sport eingesetzt werden kann und zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit beiträgt.

Literatur

Jekauc, D. & Kittler, C. (2015). Achtsamkeit im Leistungssport [Informationen zur Zeitschrift]. Leistungssport, 6.

3. Dezember 2015
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Ina Jungbluth


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