Aktiv altern

Keine Generation älterer Menschen war besser qualifiziert und leistungsfähiger als die heutige. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) im neuen „Report Altersdaten“.

„Altern ist eine ungute Gewohnheit, die ein beschäftigter Mensch gar nicht erst aufkommen lässt.“
Mit diesem Zitat des französischen Schriftstellers und Historikers André Maurois beginnt der aktuelle „Report Altersdaten“. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) fassen darin Daten zum aktiven Altern zusammen, mit besonderem Fokus auf Erwerbsarbeit und freiwilliges Engagement der Bevölkerung im höheren Erwachsenenalter. Die Datengrundlage des Reports bildeten Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes sowie Auswertungen des Deutschen Freiwilligensurveys (FWS) und des Deutschen Alterssurveys (DEAS).
In den Auswertungen zeigte sich, dass viele Ältere heute in den Jahren vor und nach dem Übergang in den Ruhestand sehr aktiv sind: Sowohl die Erwerbsbeteiligung als auch das freiwillige Engagement nahmen in den vergangenen Jahren zu. Auffällig war unter anderem eine steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen in höherem Alter. Zudem blieben Ältere vor allem dann länger auf dem Arbeitsmarkt aktiv, wenn sie höher qualifiziert waren. Eine Ursache dafür sehen die Forscher in den Arbeitsbedingungen der Höherqualifizierten: Diese würden eine längere Erwerbstätigkeit ermöglichen, da sie physisch und psychisch weniger häufig zu Gesundheitsschäden und verminderter Erwerbsfähigkeit führten. Frauen zeigten etwas weniger häufig als Männer freiwilliges soziales Engagement und betätigten sich in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Die Motive für freiwilliges Engagement unterschieden sich hingegen kaum zwischen den Geschlechtern: Genau wie eine Erwerbsarbeit bedeutete auch freiwilliges Engagement für Ältere das Eingebundensein in eine Gemeinschaft, Kontakt zu anderen Menschen und oftmals Sinngebung und Strukturierung des Alltags. Die Tätigkeiten vermittelten das Gefühl, gebraucht zu werden, Verantwortung tragen zu können, und sie eröffneten die Gelegenheit, neue Erfahrungen zu machen, zu lernen und sich weiterzubilden.
Die Autoren betonen, dass das Älterwerden heute keineswegs das Ende der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sondern vielmehr einen Übergang zu neuen Formen des Aktivseins darstelle. Die Gesellschaft profitiere vom Erfahrungswissen der Älteren, das sie im beruflichen Alltag oder außerberuflich im freiwilligen Engagement einsetzten.

Literatur
Nowossadeck, S. & Vogel, C. (2013). Aktives Altern. Erwerbsarbeit und freiwilliges Engagement. Report Altersdaten 2/2013. Deutsches Zentrum für Altersfragen: Berlin.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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