Fit und glücklich durch Karate

Karate im hohen Erwachsenenalter hält körperlich fit und ist gleichzeitig optimales Gehirnjogging. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Psychologen und Sportwissenschaftlern der Universität Regensburg.

Karate im hohen Erwachsenenalter hält körperlich fit und ist gleichzeitig optimales Gehirnjogging. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Psychologen und Sportwissenschaftlern der Universität Regensburg.
Mit zunehmendem Lebensalter kommt es neben einer Verringerung der motorischen Leistungsfähigkeit auch zu einem Nachlassen in der kognitiven Leistung. In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sportliche Aktivität nicht nur einen positiven Einfluss auf die körperliche Fitness hat, sondern auch zur Erhaltung geistiger Fähigkeiten beiträgt. Karate bietet im Gegensatz zu vielen anderen Sportangeboten in besonderem Maße eine gleichzeitige motorische und kognitive Beanspruchung des Körpers. Die Studie der Universität Regensburg ging nun der Frage nach, ob durch Karate-Training im Alter neben einer Verbesserung der körperlichen Gesundheit auch positive Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und der individuellen Befindlichkeit erreichbar sind, die über die Effekte von rein kognitiven bzw. rein motorischen Trainings hinausgehen.
Die 48 Untersuchungsteilnehmer waren zwischen 67 und 93 Jahren alt (Durchschnittsalter 78,8 Jahre) und lebten zum Teil in selbstständig in privaten Haushalten, zum Teil in Regensburger Altenheimen.
Im Rahmen der Studie wurden die Probanden auf insgesamt vier Versuchsgruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt ein rein motorisches Training, eine zweite ein rein kognitives Training, eine dritte Gruppe absolvierte ein Karate-Training nach den Regeln des Deutschen Karate-Verbandes (DKV). Die letzte Gruppe fungierte als Kontrollgruppe ohne Training. Jeweils vor und nach den Übungseinheiten wurden die kognitive Leistungsfähigkeit und die emotionale Befindlichkeit untersucht.
Es zeigte sich, dass in der Tendenz alle Trainingsangebote zu Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit führten. Die Merkleistung sowie die visuelle Merkfähigkeit verbesserten sich allerdings am stärksten in der Karate-Gruppe. Nach Ansicht der Regensburger Forscher ist dies auf den Umstand zurückzuführen, dass im Zusammenhang mit dem Karate-Training komplizierte Bewegungsabläufe im Gedächtnis behalten werden mussten. Zudem wies das Forscherteam nach, dass die Karate-Senioren am Ende des Experiments weitaus weniger depressive Stimmungen zeigten und somit glücklicher waren als zuvor.

Quelle: Universität Regensburg