Haustiere als soziale Unterstützung
Haustiere können eine wichtige Quelle sozialer und emotionaler Unterstützung sein, stellen Psychologen der Miami University in Oxford (USA) in Zusammenarbeit mit der Saint Louis University (USA) fest.
Haustiere können eine wichtige Quelle sozialer und emotionaler Unterstützung sein, stellten Psychologen der Miami University in Oxford (USA) in Zusammenarbeit mit der Saint Louis University (USA) fest.
Haustiere erobern die Herzen „ihrer“ Menschen und werden nicht selten als zusätzliche Familienmitglieder betrachtet und behandelt. Besonders älteren alleinstehenden Menschen werden Haustiere als Gefährten empfohlen. Doch können die geliebten Tiere ihren Haltern eine Quelle der sozialen Unterstützung sein – so wie es soziale Kontakte mit Menschen sind – und damit nicht nur zu deren Glück, sondern auch zum psychischen und physischen Wohlbefinden beitragen? Psychologen der Miami University in Oxford und der Saint Louis University (USA) gingen dieser Frage in einer aktuellen mehrteiligen Studie nach.
Über zweihundert Personen beantworteten im Rahmen einer Online-Befragung Fragen zu ihrem körperlichen und psychischen Wohlbefinden, ihrer Persönlichkeit und natürlich zu ihrem Haustier.
Es zeigte sich, dass sich die Besitzer eines Haustiers nicht nur als aktiver und fitter, sondern auch als tendenziell glücklicher, selbstbewusster und weniger einsam beschrieben.
Zudem kamen die Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass unter den Hundebesitzern das allgemeine Wohlbefinden dann höher war, wenn die Tiere die sozialen Bedürfnisse ihrer Halter besser erfüllten, das heißt, wenn die Halter durch ihre Hunde ein höheres Gefühl der Zugehörigkeit, des Selbstwertes und der sinnvollen Existenz erlebten. Dies traf besonders auf Hunde zu, die wenig ängstlich oder aggressiv und eher aktiv waren.
In einem laborexperimentellen Teil der Studie konnten die Wissenschaftler des Weiteren nachweisen, dass Gedanken an das eigene Haustier helfen, negative Gefühle zu vertreiben, die durch soziale Zurückweisung entstehen – im gleichen Maße wie Gedanken an enge Freunde.
Tierhalter fühlten sich ihren Freunden und Familienmitgliedern in gleicher Weise nah, wie Personen ohne Tier. Haustiere, so schlussfolgern die Autoren, ersetzen somit nicht soziale Kontakte, sondern ergänzen sie.
Aus früherer Forschung war bereits bekannt, dass Tiere helfen, schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Bisher wusste man jedoch wenig über ihren Nutzen für das Wohlbefinden im alltäglichen Leben.
Literatur
McConnell, A. R., Brown, C. M., Shoda, T. M., Stayton, L. E. & Martin, C. E. (2011). Friends with benefits: On the positive consequences of pet ownership. Journal of Personality and Social Psychology, 101 (6), 1239-1252.
Quelle: Journal of Personality and Social Psychology
Foto © raphaelstrada / flickr.com unter CC BY 2.0
