Immer erreichbar

Eine Studie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zeigt: 30 Prozent der Befragten checkten direkt vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen ihre beruflichen E-Mails.

Von der Etablierung der ersten Personal Computer in den 80er und 90er Jahren bis hin zu Tablet-Computern oder den allgegenwärtigen Smartphones: Die Arbeitswelt wird zunehmend von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien beeinflusst. Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit einem gesellschaftlichen Wandel von Arbeit und den damit verbundenen neuen Potenzialen, Anforderungen und Belastungen für Berufstätige.
Forscher der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt beschäftigen sich im Forschungsprojekt „Arbeit in der Dynamik von Medien, Zeit und Raum“ mit der Frage, wie neue Medien und Technologien die Arbeitswelt verändern.
Unter anderem befragten die Wissenschaftler im Rahmen einer standardisierten Online-Umfrage 445 Beschäftigte und führten 20 qualitative Interviews mit sogenannten „Digicom-Arbeitern“. Dies sind Personen, die in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld hauptsächlich mit Aufgaben der Kommunikation und Information beschäftigt sind, wobei diese vorwiegend mit Hilfe digitaler Technologien abgewickelt werden. Ihre Arbeit ist zudem zum Teil virtuell organisiert, sodass die Personen unabhängig von Raum und Zeit agieren können.
Erste Ergebnisse aus der Online-Umfrage zeigten, dass 30 Prozent der Befragten ihre beruflichen E-Mails regelmäßig direkt vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen checkten. Lediglich fünf Prozent der Teilnehmer gaben an, in der Freizeit überhaupt nicht für ihre Arbeitsgeber beziehungsweise Kunden erreichbar zu sein.
Bereits die ersten Zwischenergebnisse zeigten, den Forschern zufolge, dass Arbeitskräfte heute durch die flexiblen und entgrenzten Arbeitsbedingungen neue Kompetenzen bräuchten, um die Chancen einer mediatisierten Arbeitswelt nutzen zu können und um die an sie herangetragenen Anforderungen zu bewältigen. Medien- und Technikkompetenz sei heute eine wichtige Grundvoraussetzung für die Ausübung vieler Berufe. Zudem gewännen die Fähigkeiten im Management von Zeit und Raum sowie des Grenzmanagements zunehmend an Bedeutung. Vor allem das mobile Büro zum Beispiel in Form von E-Mail-Zugängen über Smartphone, Laptop oder Tablet-Computer stelle dabei eine besondere Herausforderung dar und erfordere ein verstärktes Austarieren der Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © Johan Larsson / flickr.com unter CC BY 2.0

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