Männer erleben Wettbewerb positiver

Eine Studie der Aalto-Universität Helsinki belegt, dass Männer im Gegensatz zu Frauen Wettbewerbssituationen emotional positiver erleben als Momente, in denen sie kooperieren müssen.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken sind in der Forschung schon lange ein Thema. So konnte in verschiedenen Zusammenhängen – wie etwa Sport, Arbeitsmarkt oder Verhandlungen – gezeigt werden, dass Männer grundsätzlich stärker die Tendenz haben, sich mit anderen zu messen statt mit ihnen zu kooperieren. Im Gegenzug wird Frauen oft unterstellt, sie seien kooperativer und würden weniger Konkurrenzdenken an den Tag legen – eine Annahme, die allerdings weniger gut belegt ist. Ein Team von Psychologen der Aalto-Universität Helsinki ging in einer aktuellen Studie nun der Frage nach, welche Emotionen Männer und Frauen mit Situationen des Wettbewerbs oder der Kooperation verbinden.

Miteinander oder gegeneinander…

In einem Experiment bildeten die Forscher aus ihren insgesamt 130 Versuchsteilnehmern 65 gleichgeschlechtliche Paare. Die beiden Partner spielten dann ein digitales Spiel – miteinander oder gegeneinander. Währenddessen erfassten die Forscher die Mimik der Teilnehmer mit Hilfe der Elektromyografie (EMG) sowie den Hautwiderstand und die Herzfrequenz. Zudem gaben die Teilnehmer im Anschluss selbst Auskunft über ihr emotionales Erleben.

… für Männer ein Unterschied, für Frauen nicht

Es zeigte sich, dass Männer unter Wettbewerbsbedingungen von mehr positiven Emotionen berichteten als im kooperativen Spiel. Dies bestätigte sich auch in den physiologischen Messungen. Bei Frauen hingegen zeigte sich dieser Unterschied nicht.

Dieses Ergebnis belege, den Wissenschaftlern zufolge, dass Männer nicht nur Wettbewerbssituationen präferierten, sondern dass diese auch mit positiverem emotionalen Erleben verbunden seien. Und das, obwohl man intuitiv davon ausgehe, dass Konkurrenz generell als negativer empfunden werde als Zusammenarbeit.

Für Frauen zeige sich in den affektiven Reaktionen kein Unterscheid zwischen Wettbewerb und Kooperation: Weniger Konkurrenzdenken gehe also folglich nicht automatisch mit positiven Emotionen in Situationen der Zusammenarbeit einher.

Literatur
Kivikangas J. M., Kätsyri, J., Järvelä, S. & Ravaja, N. (2014). Gender differences in emotional responses to cooperative and competitive game play. Plos One, 9 (7), e100318.


25. Juli 2014
Quelle: Plos One
Foto © contrastwerkstatt – fotolia.com


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