Psychische Probleme durch Handy und Computer

Intensive Computer- und Handy-Nutzung steht bei jungen Erwachsenen im Zusammenhang mit dem Auftreten von Schlafproblemen, Stress und depressiven Symptomen.

Ohne Computer, ohne Internet geht heute fast nichts mehr. Und mit Hilfe von Handy und Smartphone ist nicht nur das Internet immer dabei – auch eine ständige Erreichbarkeit ist gegeben. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene nutzen vermehrt die Möglichkeiten dieser neuen Medien. Eine Doktorarbeit der Universität Göteborg untersuchte nun, welche Auswirkungen die intensive Computer- und Handynutzung auf die psychische Gesundheit von jungen Menschen hat.
In vier verschiedenen Untersuchungen befragte die schwedische Wissenschaftlerin Sara Thomée zusammen mit ihren Kollegen insgesamt 4.100 Personen im Alter von 20 bis 24 Jahren schriftlich zu ihrer Computer- und Handy-Nutzung sowie zu ihrer psychischen Gesundheit. Mit 32 jungen Menschen, die diese Medien besonders intensiv nutzten, wurden zudem Einzelinterviews geführt. Über ein Jahr verfolgte die Studie der schwedischen Wissenschaftler die Entwicklung ihrer Probanden.
Es zeigte sich, dass ein intensiver Handygebrauch bei Männern mit einer Zunahme von Schlafproblemen einhergeht und bei beiden Geschlechtern im Zusammenhang steht mit einer Erhöhung von depressiven Symptomen. Dabei waren jene Probanden stärker von psychischen Symptomen betroffen, die die ständige Erreichbarkeit als anstrengend und stressreich beschrieben.
Eine häufige Computer-Nutzung ohne Pausen erhöhte den schwedischen Forschern zufolge bei Frauen die Häufigkeit von Schlafstörungen sowie das Auftreten von Stress- und depressiven Symptomen. Männer, die viel und lange mit Computern arbeiteten, waren vorrangig von Schlafproblemen betroffen. Besonders die regelmäßige Arbeit am Computer spät am Abend und in der Nacht war bei beiden Geschlechtern mit psychischen Problemen verbunden.
Als ein weiteres Ergebnis zeigte sich, dass der Zusammenhang mit psychischen Problemen umso stärker war, wenn die Probanden sowohl den Computer als auch das mobile Telefon intensiv nutzten.
Die schwedischen Forscher ziehen aus ihren Erkenntnissen den Schluss, dass es nützlich und ratsam wäre, jungen Nutzern dieser Medien Informationen über deren gesunden Gebrauch zu geben. Sinnvolle Hinweise könnten zum Beispiel sein, regelmäßige Arbeitspausen zu machen, nach längerer Nutzung auch längere Erholungszeiten einzuplanen sowie der eigenen Erreichbarkeit klare Grenzen zu setzen.

Weiterführende Informationen


Literatur

Thomée, S (2012). ICT use and mental health in young adults. Effects of computer and mobile phone use on stress, sleep disturbances, and symptoms of depression. Gothenburg: University of Gothenburg.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft