Stärkung der Schulpsychologie
An der Universität Tübingen eröffnete ein Kompetenzzentrum für Schulpsychologie – initiiert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg. Das Land möchte die Schulpsychologie stärken und ausbauen – eine Konsequenz der Amokläufe in Winnenden und Wendlingen.
An der Universität Tübingen eröffnete ein Kompetenzzentrum für Schulpsychologie – initiiert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg. Das Land möchte die Schulpsychologie stärken und ausbauen – eine Konsequenz der Amokläufe in Winnenden und Wendlingen.
Die Themen, mit denen Schulpsychologen im Rahmen ihrer Arbeit konfrontiert werden, sind vielfältig: Sie reichen von Entwicklungsstörungen im Lern- und Leistungsbereich, über die Integration von Migranten oder Menschen mit Behinderung bis hin zu Mobbing, Drogenmissbrauch, Kindesmissbrauch oder gar Amoklauf. Entsprechend gut fundiert und fachlich vielfältig sollte die Ausbildung angehender Schulpsychologen gestaltet sein.
Das neu eingerichtete Kompetenzzentrum an der Universität Tübingen soll eine Schnittstelle von Forschung und Praxis werden und in enger Zusammenarbeit von Psychologie und empirischer Bildungsforschung unter anderem zur Optimierung der Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Schulpsychologie beitragen. Zur Verbesserung des Ausbildungsangebots ist die Einrichtung einer Professur für Schulpsychologie geplant, des Weiteren die Etablierung von Modulen der Schulpsychologie im Rahmen von Bachelor-Studiengängen sowie die Einführung eines entsprechenden Master-Studienganges mit dem Studienschwerpunkt Schulpsychologie.
Darüber hinaus sollen unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse Fortbildungsmaßnahmen und Trainingskonzepte für Schulpsychologen entwickelt, koordiniert und evaluiert werden.
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt die Eröffnung des Kompetenzzentrums Schulpsychologie an der Universität Tübingen, weist aber auch darauf hin, dass Deutschland mit einem Schlüssel von einem Schulpsychologen auf rund 9000 Schüler weiterhin weit hinter dem internationalen Standard zurückbleibt. Trotz des Ausbaus der Schulpsychologie in einzelnen Bundesländern sind viele Länder weiterhin eklatant unterversorgt.
Quellen: Universität Tübingen; BDP
Foto © John Steven Fernandez / flickr.com unter CC BY 2.0
