Wohlwollender Humor von Führungskräften zahlt sich aus

Arbeitnehmer identifizieren sich eher mit einer humorvollen Führungskraft – allerdings nur, wenn deren Scherze wohlwollend und nicht aggressiv sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Mannheim.

Im täglichen Leben wird Sinn für Humor oft als Stärke angesehen – er erleichtert den Aufbau von Beziehungen zu anderen Menschen. Doch wie sieht es im eher ernsten und trockenen Arbeitsleben aus? Sollten Führungskräfte Mitarbeitern gegenüber Humor einsetzen oder lieber darauf verzichten? Diesen Fragen gingen Mannheimer Arbeitspsychologen in einer aktuellen Studie nach.

Sozialer und aggressiver Humor

Im Rahmen der Untersuchung ließen sie insgesamt 152 Personen aus verschiedenen Branchen ihre Beziehung zu ihren Führungskräften sowie deren Humor beurteilen. Dabei wurde zwischen sozialem und aggressivem Humor unterschieden: Sozial wäre es, mit anderen freundschaftlich zu scherzen, um sie zu erheitern, aggressiv hingegen, andere auszulachen oder zu verspotten. Alle Teilnehmer füllten den Fragebogen im Abstand von sechs Wochen zweimal aus.

Beziehungsaufbau durch Humor

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass es sich für eine Führungskraft lohnen kann, im Umgang mit ihren Mitarbeitern Humor einzusetzen. Allerdings nur, wenn dieser Humor sozialer Art, also wohlwollend und positiv ist: Mitarbeiter, deren Führungskräfte häufig positiven Humor nutzten, bewerteten die Beziehung zu ihren Vorgesetzten positiver und identifizierten sich stärker mit ihnen. Mitarbeiter hingegen, deren Führungskräfte aggressiven Humor zeigten, beurteilten die Beziehung zu ihren Vorgesetzten schlechter.
Die Autoren vermuten, dass positiv humorvolles Auftreten einer Führungskraft als ein Angebot zur Identifikation angesehen werden könnte – während aggressiver Humor eher zu Distanzaufbau führt.


Die Wissenschaftler betonen, dass Identifikation eine Schlüsselrolle im Aufbau einer respekt- und vertrauensvollen Beziehung zwischen Mitarbeiter und Führungskraft spiele. Somit scheine positiver Humor durchaus auch im seriösen Wirtschaftsleben seine Berechtigung zu haben.

Literatur

Pundt, A. & Herrmann, F. (2015). Affiliative and aggressive humour in leadership and their relationship to leader-member exchange [PDF]. Journal of Occupational and Organizational Psychology, 88 (1), 108-125.

27. Februar 2015
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychologie
Foto: © Anthony Leopold – Fotolia.com


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