Präsentismus

Krank zur Arbeit? Wenn Arbeitnehmer ihren Dienst versehen, obwohl sie sich eigentlich auskurieren sollten, bezeichnen Arbeitspsychologen dieses Verhalten als „Präsentismus“. Doch aus welchen Gründen kommen Menschen krank zur Arbeit? Welche Folgen kann ein solches Verhalten – für die betreffende Person, aber auch für das Unternehmen – haben? Und wie kann Präsentismus vorgebeugt werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, im Interview.

Liebe Leserinnen und Leser,

gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter wünscht sich jedes Unternehmen. Als Indikator für eine gesunde Belegschaft wird oft ein niedriger Krankenstand angesehen. Vergessen wird dabei allerdings, dass es Mitarbeiter gibt, die zur Arbeit erscheinen, obwohl sie sich subjektiv krank fühlen. „Präsentismus“ nennen Wissenschaftler dieses Verhalten, trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zur Arbeit zu gehen, statt sich krank zu melden.

Doch wie kommt es dazu, dass Arbeitnehmer ihren Dienst versehen, obwohl sie sich eigentlich auskurieren sollten? Welche Folgen kann ein solches Verhalten – für die betreffende Person, aber auch für das Unternehmen – haben? Und wie kann Präsentismus vorgebeugt werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, im Interview.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats Februar interessante Literaturtipps rund um Präsentismus sowie Gesundheit und Krankheit in der Arbeitswelt. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

In der Print-Ausgabe von „report psychologie“ geht es im Juli und August um psychisch gesundes Arbeiten: Im Fokus steht die Frage, wie Arbeit gesundheits- und persönlichkeitsfördernd gestaltet werden kann. Die entsprechenden Forderungen eines BDP-Positionspapiers werden vorgestellt und durch ein Interview mit Dr. Anne Katrin Matyssek zur Rolle von Führungskräften in der betrieblichen Gesundheitsförderung ergänzt.

Eine stabile Gesundheit wünschen

Alenka Tschischka
Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion

P.S.: Wir freuen uns wie immer über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

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5 Fragen an...

Prof. Dr. Carmen Binnewies


Was genau ist Präsentismus? Aus welchen Gründen kommen Menschen zur Arbeit, auch wenn ihre Leistungsfähigkeit krankheitsbedingt eingeschränkt ist? Welche Folgen kann ein solches Verhalten – für die betreffende Person, aber auch für das Unternehmen – haben? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Carmen Binnewies im Interview.

Prof. Dr. Carmen Binnewies ist Professorin für Arbeitspsychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit der Bewältigung von Stress bei der Arbeit, mit Erholung sowie dem Thema „Work-Life-Balance“.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Literatur

Präsentismus


Präsentismus ist der anhaltend gefühlte Drang, der Arbeitspflicht nachkommen zu müssen, auch wenn dies unter eingeschränkter Leistungsfähigkeit und bei Gefährdung der psychischen und physischen Gesundheit geschieht. Dieser Drang führt zu Verhaltensweisen, die nicht nur die Leistungsfähigkeit des Individuums, sondern auch die Effizienz des Unternehmens gefährden – zum Beispiel zur Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Erkrankung. Die vorliegende Arbeit bietet eine umfassende Aufarbeitung der bisher publizierten Forschungsliteratur und präsentiert neue Sichtweisen auf das Phänomen Präsentismus, die in einer explorativen Untersuchung gewonnen wurden. Durch die Befragung von Experten des betrieblichen Gesundheits- und Personalwesens wurde das Verständnis von Präsentismus in der wirtschaftlichen Praxis erhoben und wird nun in diesem Werk dem wissenschaftlichen Verständnis gegenüber gestellt.

Eva-Maria Jungreuthmayer
Präsentismus
Ein Phänomen im Wirkungsfeld von Arbeit, Organisation, Individuum und Erkrankung
212, 112 Seiten
ISBN 978-3-639-40224-7

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Krank arbeiten statt gesund pflegen


Beruflich Pflegende arbeiten im Vergleich zu anderen Berufsgruppen überdurchschnittlich häufig auch dann, wenn sie so krank sind, dass sie eigentlich zu Hause bleiben sollten. Dieses Verhalten, das auch als „Präsentismus“ bezeichnet wird, hat nicht nur weitreichende Folgen für die Arbeitszufriedenheit und das Wohlbefinden eines Betroffenen am Arbeitsplatz. Es kann, wie empirische Studien zeigen, auch zu deutlichen Gesundheitseinbußen, zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sowie zu erhöhten Mortalitätsraten führen. Und auch Organisationen erleiden durch Präsentismus nicht zu unterschätzenden Schaden in Form indirekter Kosten. So können die ökonomischen Verluste durch Präsentismus im Pflegedienst allein in Deutschland dreistellige Millionensummen erreichen. Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Präsentismus im Krankenhaus von allen Seiten, anstatt vorschnell von einer geringen Fehlzeitenquote auf das Wohlbefinden der Pflegenden zu schließen. Es stellt die gesundheitlichen, ökonomischen und professionspolitischen Folgen dar und schlägt Wege zu einer dauerhaften Prävention vor.

Martin Jansen
Krank arbeiten statt gesund pflegen
Präsentismus im Krankenhaus
2011, 128 Seiten
ISBN 9783456849232

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Fehlzeiten-Report 2009


Der Fehlzeiten-Report, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und der Universität Bielefeld herausgegeben wird, informiert jährlich umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft. Er beleuchtet detailliert das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in den einzelnen Branchen und stellt aktuelle Befunde und Bewertungen zu den Gründen und Mustern von Fehlzeiten in Betrieben vor.

In seinem Schwerpunkt beschäftigt sich der Fehlzeiten-Report 2009 mit dem Thema „Psychische Belastungen reduzieren – Wohlbefinden fördern“. Psychische Erkrankungen als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Vielfach gehen diese Erkrankungen mit langen Fehlzeiten einher, was für Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber erhebliche Belastungen bedeutet. Neben einem Überblick über die Verbreitung, Kosten und Formen psychischer Belastungen und Beeinträchtigungen wird anhand aktueller Studien und Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis aufgezeigt, wie Unternehmen einerseits psychische Belastungen reduzieren und andererseits psychisches Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern können. In diesem Zusammenhang wird auch das Thema „Präsentismus“ behandelt. Zudem wird beschrieben, welche Chancen Investitionen in das Sozialkapital für Betrieb und Beschäftigte bieten.

Bernhard Badura, Helmut Schroder, Joachim Klose, Katrin Macco (Hrsg.)
Fehlzeiten-Report 2009
Arbeit und Psyche: Belastungen reduzieren – Wohlbefinden fördern
2010, 484 Seiten
ISBN 978-3-642-01077-4

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Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt


Experten weisen seit vielen Jahren auf die ökonomischen und sozialen Folgen hin, die für Unternehmen und Gesellschaft gleichermaßen durch die eklatante Zunahme psychischer Erkrankungen in Zusammenhang mit der Arbeitswelt entstehen. Gleichwohl gilt Gesundheit meist noch als rein private Angelegenheit, um die sich der Einzelne selbst zu kümmern hat. Doch Arbeitgeber spielen im Hinblick auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen eine entscheidende Rolle bei der Lösung des Problems. Die Publikation legt dar, warum die Gefährdung der Gesundheit von Beschäftigten bereits jetzt ein Risikopotenzial darstellt, das nicht mehr ignoriert werden kann, und weshalb dies als gesellschaftliches und ökonomisches Issue Bestandteil der Unternehmensberichterstattung sein sollte.

Nicole Susann Roschker
Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt
Soziale und ökonomische Relevanz für Gesellschaft und Unternehmen (essentials)
2014, 56 Seiten
ISBN 978-3-658-04415-2

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Gesundheitsmanagement in Unternehmen


Das betriebliche Gesundheitsmanagement wird – nicht zuletzt wegen der hohen Kosten, die es zu vermeiden gilt – zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor in Unternehmen. Eberhard Ulich und Marc Wülser beschreiben in diesem erfolgreichen Standardwerk zunächst die durch Fehlbeanspruchungen und Krankheiten entstehenden Kosten und zeigen danach die wesentlichen Bestimmungsmerkmale des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf. Gesundheitsfördernde und -gefährdende Aspekte der Arbeit werden anhand verschiedener arbeitswissenschaftlicher Modelle dargestellt, geeignete Instrumente und Methoden zur langfristigen Einbettung des Themas Gesundheit in den betrieblichen Alltag werden vorgestellt. Beispiele guter Praxis helfen bei der Umsetzung.

Eberhard Ulich, Marc Wülser
Gesundheitsmanagement in Unternehmen
Arbeitspsychologische Perspektiven
2014, 522 Seiten
ISBN 978-3-658-04484-8

Inhaltsverzeichnis

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Betriebliche Gesundheitspolitik


Gesundheit ist eine der zentralen Voraussetzungen für hohe Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Daher formulieren immer mehr Unternehmen eine betriebliche Gesundheitspolitik. Der Band liefert einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur arbeitsweltbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung. Im Mittelpunkt stehen Arbeits- und Organisationsbedingungen, ihre Diagnose und gesundheitsförderliche Gestaltung. Zentrale Konzepte sind unter anderem Führung, Sozialkapital sowie Mitarbeiterorientierung.

Bernhard Badura, Uta Walter, Thomas Hehlmann
Betriebliche Gesundheitspolitik
Der Weg zur gesunden Organisation
2010, 468 Seiten
ISBN 978-3-642-04336-9

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Betriebliches Gesundheitsmanagement


Der Bestseller der betrieblichen Gesundheitsförderung zeigt Kernprozesse und neue Wege im Gesundheitsmanagement auf und erweitert durch eine psychologische Sichtweise die Handlungsmöglichkeiten: Wo anfangen? Welche Bereiche abdecken? Wen einbeziehen? Wie Erfolge messen? Damit Personaler, Gesundheitsverantwortliche und Mitglieder der Geschäftsführung den Überblick in einem komplexen Aufgabenfeld behalten und ihre Mitarbeiter gesund erhalten. Das praxisnahe Werk enthält Handlungsempfehlungen zu individuellen und organisatorischen Maßnahmen, ein praktisches Gesamtkonzept für das Gesundheitsmanagement, Instrumente, mit denen Problemlagen identifiziert und Erfolge gemessen werden können, Fallbeispiele, Experteninterviews, Werkzeuge, Weblinks, ein Glossar und vieles mehr. Eine Begleitwebsite bietet umfangreiche Arbeits- und Informationsmaterialien zum Download. Ein Buch für Personalleiter, Gesundheitsverantwortliche, Geschäftsführer, Berater und Coaches sowie Wissenschaftler und Studierende im Bereich Personal- und Gesundheitsmanagement.

Thorsten Uhle, Michael Treier
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt – Mitarbeiter einbinden, Prozesse gestalten, Erfolge messen
2015, 372 Seiten
ISBN 978-3-662-46723-7

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Betriebliches Fehlzeiten-Management


Nur kreative, engagierte und motivierte Mitarbeiter tragen erfolgreich zur Wertschöpfung bei. Eine hohe Fehlzeitenquote ist dagegen ein erheblicher Kostenfaktor und kann zudem ein ernstzunehmender Frühwarnindikator dafür sein, dass im Unternehmen etwas nicht stimmt. Das Autorenteam beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Arbeit, Gesundheit und Krankheit und stellt erfolgreiche Maßnahmen zur Steigerung der Anwesenheitszeit und Leistung der Mitarbeiter vor. Anwesenheitsprämien, Vertrauensarbeitszeit, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie Fehlzeitengespräche gehören genauso dazu wie Seminare und Kontakte mit niedergelassenen Ärzten. In der zweiten, überarbeiteten und erweiterten Auflage wird der Schwerpunkt, die Anwesenheitszeit und Leistung aller Mitarbeiter zu erhöhen, wesentlich ausführlicher behandelt. Außerdem sind die gesetzliche Regelung für Langzeiterkrankte und die Konsequenzen berücksichtigt.

Uwe Brandenburg, Peter Nieder
Betriebliches Fehlzeiten-Management
Instrumente und Praxisbeispiele für erfolgreiches Anwesenheits- und Vertrauensmanagement
2009, 184 Seiten
ISBN 978-3-8349-1194-0

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Die erschöpfte Arbeitswelt


Dass die physischen Energien eines Menschen begrenzt sind, scheint jedermann unmittelbar einsichtig. Dass dies auch für unsere psychischen Energien zutrifft – diese Erkenntnis setzt sich erst allmählich durch – oder wird zu oft verdrängt. Wenn der Kopf zum wichtigsten Organ für Arbeit und Gesundheit wird, werden wir unvermeidlich auch mit den Grenzen unserer psychischen Leistungsfähigkeit konfrontiert: mit unseren eigenen und mit den Grenzen unserer Kollegen, Vorgesetzten und Untergebenen. Wann genau diese Grenzen erreicht oder überschritten werden, ist alles andere als leicht erkennbar. Der Diskussionsbeitrag zur „erschöpften Arbeitswelt“ fasst den Wissensstand zu Prozessen psychischer Verausgabung und ihren Ursachen zusammen und stellt Möglichkeiten zu ihrer Vermeidung und zur Bewältigung ihrer Folgen dar. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse sind, speziell was die deutsche Situation betrifft, alarmierend: Die beschwerdefreie Lebenserwartung – also die Lebenszeit, die Menschen frei von Krankheitssymptomen verbringen – liegt weit unter der der deutschen Nachbarländer. Dies verringert nicht nur die Attraktivität des Standortes, es wirft auch die Frage auf, was andere besser machen und was wir tun müssen, um einem vorzeitigen, gesundheitlichen Verschleiß zu begegnen.

Bernhard Badura, Mika Steinke
Die erschöpfte Arbeitswelt
Durch eine Kultur der Achtsamkeit zu mehr Energie, Kreativität, Wohlbefinden und Erfolg
2012, 100 Seiten
ISBN 978-3-86793-464-0

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Stress und Burnout in Organisationen


Dieses Buch hilft Führungskräften, Organisationsberatern und Coaches, Stress und Burnout im Unternehmen zu erkennen und zu bekämpfen. Es setzt dabei nicht nur bei individuellen Faktoren an, sondern auch bei dem, was wirklich hilft: Es erklärt organisationale Faktoren von Burnout in einem verständlichen, systemischen Organisationsmodell. Neben Grundwissen zu Ursachen von Burnout werden Tipps für einen adäquaten Umgang gegeben, die unter anderem ein neues Paradigma von Gesundheit in Betrieben und Organisationen und das Thema Prävention umfassen. Der Praxisteil des Buches vermittelt konkrete Methoden und Checklisten für Führungskräfte sowie für die ganze Organisation. Erfahrungsberichte aus der Beratungsarbeit runden dieses praxisorientierte Handbuch ab.

Ulrich Scherrmann
Stress und Burnout in Organisationen
Ein Praxisbuch für Führungskräfte, Personalentwickler und Berater
2015, 255 Seiten
ISBN 978-3-662-45535-7
Neuerscheinung

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Resilienz am Arbeitsplatz


Seit 15 Jahren nehmen die Arbeitsunfähigkeiten wegen psychischer Erkrankungen drastisch zu. Das Thema ist unter dem Stichwort „Burnout“ in der öffentlichen Diskussion angekommen. Einige Menschen aber wirft nichts aus der Bahn. Sie strahlen Gelassenheit und Optimismus aus, haben ein tiefes und begründetes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Was steckt genau dahinter? Was ist ihr Geheimnis? Warum wird hier von Resilienz gesprochen? Die Autoren haben ein Resilienzbarometer für die Arbeitswelt entwickelt. Es regt eine Selbstreflexion in Bezug auf sieben Resilienzfaktoren an und macht sichtbar, auf welche Ressourcen in Krisen zurückgegriffen werden kann. Es zeigt aber auch, welche Bereiche noch gefördert werden können, um die Bewältigung alltäglicher Aufgaben zu erleichtern.

Dieter Sommer, Detlef Kuhn, Antonia Milletat, Anke Blaschka, Claudia Redetzky
Resilienz am Arbeitsplatz
2014, 256 Seiten
ISBN 9783863211769

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Arbeiten und gesund bleiben


Wann hält uns Arbeit gesund und wann macht sie uns krank? Wissenschaftlich fundiert, humorvoll und anschaulich werden in diesem Werk Themen wie Arbeitsfreude und Kreativität, positive und negative Seiten der Teamarbeit, Führungskräfte als Antreiber oder Unterstützer, Wandel oder Stabilität im Betrieb, Zeitdruck und psychischer Stress versus Erholung und Freizeit, Burnout, und auch Arbeitsplatzverlust hinterfragt und dargestellt. Alle Themen werden im Hinblick auf gesund erhaltende und krank machende Faktoren aus psychologischer und medizinischer Sicht beschrieben und mit wissenschaftlichen Befunden anschaulich belegt. Daraus werden Empfehlungen auf individueller, betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene abgeleitet und begründet.
Das Buch richtet sich vor allem an interessierte Laien, die sich die Frage stellen, wie sich engagiertes Arbeiten und eine gute (biologische, psychologische und soziale) Gesundheit miteinander vereinbaren lassen. Weitere Zielgruppen sind Unternehmensleitungen, Fach- und Führungskräfte, Arbeitnehmervertreter, Betriebsärzte, Arbeitspsychologen, Hausärzte und weitere Fachleute, die das Thema der Gefährdungsbeurteilung „Psychische Belastung“ betrifft und alle, für die es zunehmend wichtiger wird, Zusammenhänge zwischen Arbeit und Gesundheit besser zu verstehen.

Harald Gündel, Jürgen Glaser, Peter Angerer
Arbeiten und gesund bleiben
K.O. durch den Job oder fit im Beruf
2014, 224 Seiten
ISBN 978-3-642-55302-8

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Präsentismus: Ein Review zum Stand der Forschung


Das öffentliche Interesse am Phänomen „Präsentismus“ hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Allerdings fällt bei der Sichtung der wissenschaftlichen Literatur auf, dass der Begriff „Präsentismus“ sehr unterschiedlich verstanden und verwendet wird. Ein Review von Mika Steinke und Bernhard Badura, das von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben wurde, versucht, einen ersten, strukturierenden Überblick darüber zu geben, was „Präsentismus“ genau bedeutet und welche belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema bereits bestehen.

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Präsentismus


Präsentismus, das heißt Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz eingeschränkter Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung, kann einerseits zu später folgenden und länger dauernden Erkrankungen beitragen, andererseits erhebliche Einbußen der Produktivität bewirken und zu Folgekosten führen, die deutlich höher sind als die durch Krankmeldung und  entsprechende Abwesenheit verursachten. Eberhard Ulich und Philip Strasser beleuchten in ihrem Artikel das Phänomen Präsentismus sowie die entsprechenden Präventionsmaßnahmen.

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Präsentismus: Verlust von Gesundheit und Produktivität

Die Veröffentlichungsreihe „iga.Fakten“ liefert zu ausgewählten Themenschwerpunkten praxisnahe Informationen und Empfehlungen für eine erfolgreiche Prävention in der Arbeitswelt. Im sechsten Teil der Reihe sind wissenswerte Informationen rund um das Thema „Präsentismus“ zusammengefasst.

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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz in Deutschland


Der Bericht des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) beleuchtet das Thema „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“ aus den verschiedensten Perspektiven. So wird nicht nur die psychische Gesundheit beziehungsweise die Belastung am Arbeitsplatz untersucht, sondern auch die von Arbeitslosen und Berufstätigen, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

Zudem werden die gesundheitlichen Risiken bestimmter Berufsgruppen beleuchtet und der Frage nachgegangen, warum gerade Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Lehrer und Lokführer besonders unter beruflichen Belastungen leiden. Beispielhaft werden Projekte zur Gesundheitsförderung besonders stark betroffener Berufsgruppen vorgestellt und Strategien beschrieben, wie jeder Einzelne, aber auch Organisationen und Unternehmen Stress besser bewältigen und sich besser auf die weiteren Umwälzungen im Arbeitsleben vorbereiten können.

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Links

Psychisch gesund am Arbeitsplatz


In der mehrteiligen BDP-Kampagne „Gesunde Arbeit“ erscheinen monatlich speziell für Führungskräfte und Personalverantwortliche Broschüren mit Informationen und Tipps zum Themenfeld „Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Die Autoren sind Psychologen, die sich beruflich für gesunde Arbeit engagieren.

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AOK-Informationen zum Präsentismus


Auf den Seiten der AOK finden interessierte Leser Informationen rund um den Krankenstand, Absentismus sowie Präsentismus, seine Verbreitung und die Folgen dieses Phänomens.

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Veranstaltungen

18. September 2015 bis 8. April 2016

Curriculum „Gesundheitsförderung und Prävention – Schwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement“, Berlin


Die Nachfrage der Unternehmen nach Beratung und Maßnahmen im Bereich der psychischen Belastungen und Gesundheit am Arbeitsplatz steigt – ein wachsendes Tätigkeitsfeld, auf das die Teilnehmer dieses Curriculums gut vorbereitet werden. Sie erhalten einerseits eine solide und breit gefächerte Grundlage für eine berufliche Tätigkeit im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Andererseits bietet das Curriculum Psychologen die Möglichkeit, das Zertifikat „Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention“ des BDP mit dem Schwerpunkt „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ zu erwerben. Da die Fortbildungsseminare zeitlich zusammenhängend angeboten werden, können die Voraussetzungen für das Zertifikat in recht kurzer Zeit erworben werden.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

9. bis 24. Oktober 2015

Seminar „Gefährdungsbeurteilung und psychische Belastung nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes“, Berlin


Moderner Arbeitsschutz verringert nicht nur die Zahl der Arbeitsunfälle und berufsbedingten Erkrankungen, sondern er fördert auch gesunde Arbeitsplätze und steigert die Produktivität von Arbeit. Eine wesentliche Grundlage ist die vom Arbeitsschutzgesetz vorgegebene Gefährdungsbeurteilung. Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln, welche verhältnispräventiven Maßnahmen nötig sind und ob die Umsetzung erfolgreich war. Hierzu gehört auch die Gefährdung durch arbeitsbedingte psychische Belastung. Zur Umsetzung von §5 ArbSchG gehören Leitlinien, die gemeinsam vom Arbeitsministerium, den Arbeitsschutzbehörden der Länder und den Unfallversicherungsträgern verabschiedet wurden. Weiterhin wurden von den Tarifpartnern, Fach- und Berufsverbänden und anderen Organisationen eine Reihe fach- und qualitätsbezogene Empfehlungen zur konkreten Umsetzung verabschiedet und publiziert. Angesichts der Schwierigkeiten der Betriebe und Organisationen bei der eigenständigen Erstellung einer rechtssicheren Gefährdungsbeurteilung zur arbeitsbedingten psychischen Belastung ist mit ansteigender Nachfrage nach einschlägiger psychologischer Fachexpertise zu rechnen.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

23. Oktober 2015

Seminar „Burnout-Prävention im betrieblichen Gesundheitsmanagement“, Köln


Das Thema Burnout spielt im Kontext von Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements mittlerweile eine große Rolle. Entsprechend finden Präventionsmaßnahmen einerseits auf der Ebene von Person und Privatleben statt, andererseits gewinnt die Berücksichtigung von Zielgruppen und Teams, der Vorgesetztenfunktion sowie institutioneller und gesellschaftlicher Faktoren eine größere Bedeutung für die Burnout-Prävention. Das Seminar sensibilisiert die Teilnehmer dafür, im eigenen Berufsleben die Burnout-Gefahr zu erkennen und ihr auf verschiedenen Ebenen entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden die Teilnehmer nach dem Seminar eigene Veranstaltungen und Vorträge in ihrem Bereich (Coaching, Lebensberatung, Psychotherapie) abhalten können.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

4. bis 8. April 2016

Seminar „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, Berlin


Gesundheitsförderung in Unternehmen wird heute zunehmend wichtiger und stärker nachgefragt. Da gerade die Fehlzeiten wegen psychischer Störungen zunehmen, sind Psychologen in der betrieblichen Gesundheitsförderung kompetente Ansprechpartner. Sie sind in der Lage, durchgeführte Maßnahmen fachgerecht zu evaluieren und können sich hier haupt- und nebenberuflich betätigen. Das Seminar bietet einen Überblick über die Grundlagen und Hintergründe des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Prävention.
Die Teilnehmer lernen Erkrankungen vorzubeugen und die Qualität des betrieblichen Gesundheitsmanagement auf ein hohes Niveau zu bringen bzw. dort zu halten. Sie erhalten zudem die nötigen Fähigkeiten, um die Ergebnisse angemessen zu präsentieren. Das Seminar beinhaltet eine Übersicht psychologischer Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement, Erhebungs- und Analysemethoden sowie -instrumente, die wichtigsten Hintergründe zum Projektmanagement und zur Qualitätssicherung im betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie die Vermittlung von Kenntnissen über Akquise und Kooperation in Netzwerken.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung