Psychologie und Fußball

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 Aktuell: Systemische Blutgrätsche – der Fußballblog

Wird Messi in der Nationalmannschaft endlich so genial aufspielen wie in Barcelona? Wann wird Spanien verlieren? Wie lange hält die deutsche Mannschaft durch, ohne Ballack und Frings?
Alles wichtige Fragen, die in diesem Blog nicht beantwortet werden.
Stattdessen nähern sich Dirk Baecker, Norbert Bolz, Luc Ciompi, Bruno Hildenbrand, Karl L. Holtz, Matthias Ohler, Uli Clement und Fritz B. Simon dem Fußballspiel aus systemischer Sicht. Ihre Beiträge vor, während und nach den Kämpfen um die Fußballkrone sind dabei sicher um einiges unterhaltsamer und spannender als die Kommentare der diversen Sportexperten auf den TV- oder Hörfunkkanälen.

Zum systemischen Fußball-Blog

Aktuell: Nur vier Vereine beschäftigen Psychologen

Lange Zeit gab es keine Psychologen bei den Vereinen in der Bundesliga. Während Fachleute für Fitness, Rehabilitation oder Ernährung gleich scharenweise angestellt werden, tun sich die Vereine mit Fachkräften für Psychologie schwer. Allerdings scheint in den vergangenen Jahren ein Umdenken eingesetzt zu haben. Erst 2004 berief der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) einen Psychologen in den Betreuerstab der Nationalmannschaft. Der Psychologe Hans-Dieter Hermann sollte die DFB-Auswahl nur auf die WM 2006 im eigenen Land vorbereiten. Doch die Zusammenarbeit fruchtete so gut, dass er noch heute dabei ist. Mittlerweile beschäftigen vier Clubs einen festangestellten Psychologen, zwei weitere haben eine Zusammenarbeit auf freier Basis. Zwölf Vereine dagegen verzichten auf die Hilfe eines Psychologen.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel von welt.de

Mark Nesti
Psychology in Football

Working with Elite and Professional Players 2010, 216 Seiten
ISBN 9780415549981

 Psychology in Football: Working with Elite and Professional Players

How can the skills of the sport psychologist be put to best use within a football club? How can a sport psychologist help elite footballers perform at their maximum level? In this groundbreaking guide to the role of the sport psychologist within elite and professional football, leading sport psychologist Mark Nesti argues that working closely with coaches and players to create a receptive environment is vital, if psychologists are to add maximum value to team and individual performances. Drawing on a decade's professional experience working at the top level of English football, Nesti offers a detailed guide to delivering sport psychology in an elite team sport environment, from practical drills on the training field to shaping organizational behaviour at club level. The book explores the full range of issues and themes that define the role of the professional sport psychologist working in football today, including: mental skills training group cohesion and team dynamics counselling, trust and confidentiality transitions in football managerial and coaching philosophies structure, communication and organizational psychology. The book is illustrated throughout with real-world case studies.

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Fritz B. Simon
Vor dem Spiel ist nach dem Spiel
Systemische Aspekte des Fußballs
2009, 197 Seiten
ISBN 978-3-89670-692-8
19,95 €

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel – Systemische Aspekte des Fußballs

Warum hat eine Mannschaft 11 Spieler – und nicht 15? Warum ist ein Fußballtor 2,44 Meter hoch und 7,32 Meter breit? Warum überhaupt Regeln?
Für alle, die sich diese Fragen stellen, gibt es nun ein Buch mit den Antworten: „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ widmet sich einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen aus systemischer und soziologischer Sicht. Dabei können ungewöhnliche Einsichten um das Spiel mit und ohne Ball, Körpergefühl, Fußball und Kommunikation und viele andere Themen rund um die neunzig Minuten zwischen An- und Abpfiff gewonnen werden.

Inhaltsverzeichnis (PDF)
Leseprobe (PDF )
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Ralf Brand
Sportpsychologie
2010, 155 Seiten
ISBN 978-3-531-16699-5
12,95 €

Sportpsychologie

Womit beschäftigt sich die moderne Sportpsychologie? Wie beeinflusst und trainiert man psychische Grundvoraussetzungen von Spitzenleistungen? Weshalb gelingt es manchen Menschen nach jahrelanger körperlicher Inaktivität ihrer Gesundheit zuliebe mit Sport zu beginnen, anderen aber nicht? Wie beeinflussen körperliche Aktivität und besonders Sport das psychische Wohlbefinden oder die Persönlichkeitsentwicklung? Die Sportpsychologie ist ein vielfältiges, breites und faszinierendes Forschungs- und Anwendungsgebiet an der Schnittstelle zwischen Psychologie und Sportwissenschaft. Das Buch führt in klarer, verständlicher Form in die Grundlagen der Sportpsychologie ein und bietet einen guten Überblick über ihre Themen und Arbeitsweisen.

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Oliver Stoll, Ines Pfeffer, Dorothee Alfermann
Lehrbuch Sportpsychologie
2010, 376 Seiten
ISBN 978-3-456-84736-8
49,95 €

Lehrbuch Sportpsychologie

Das Lehrbuch greift Themen auf, die für die beiden Hauptanwendungsgebiete der Psychologie stehen: nämlich Leistung und Gesundheit. Die Schwerpunkte bilden wissenschaftlich fundierte psychologische Trainingsverfahren zur Leistungsoptimierung sowie Gesundheitsförderung in und durch Sport. Somit entsprechen die Themen den Zielen der sportlichen Leistungsoptimierung in Wettkampf und Training sowie der Gesundheitsförderung und der Förderung persönlichen Wachstums.
Im ersten Teil wird ein Überblick über den derzeitigen Erkenntnisstand zu psychologischen Leistungsvoraussetzungen und ihre Trainierbarkeit gegeben. Im zweiten Teil wird die aktuelle Befundlage zur Motivation bzw. Motivierung zum Gesundheitssport, zur gesundheitsfördernden Dosis von Sport und zu den positiven wie negativen psychischen Wirkungen vorgestellt.

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Reinhard K. Sprenger
Gut aufgestellt
Fußballstrategien für Manager
2010, 224 Seiten
ISBN 9783593391991
24,90 €

Gut aufgestellt – Fußballstrategien für Manager

Was kann eine Führungskraft von Arsène Wenger, Felix Magath, Jürgen Klopp und Co. lernen? Viel, meint Reinhard K. Sprenger und zieht spannende Parallelen zwischen dem Profifußball und dem Alltag in vielen Unternehmen. Denn Manager und Fußballtrainer haben eines gemeinsam: Sie müssen ihr Team auch nach Rückschlägen immer wieder zu Höchstleistungen anspornen. Aber nicht nur in dieser Hinsicht lässt sich vom Fußball vieles lernen. Deutschlands profiliertester Managementberater zeigt, dass die Fußballwelt perfekt dazu geeignet ist, Herausforderungen des Wirtschaftslebens deutlich zu machen und zu praktikablen Lösungen zu kommen. Ein kurzweiliges Buch, das schonungslos Fehlentwicklungen in Unternehmen aufdeckt sowie gewohnt scharfsinnig Erfolgsaussichten beschreibt.

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 Download: Fußballsport als Ideologie

Der Fußballkult ist unserer Gesellschaft zu einer Art Lebensersatz geworden. Die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zur Fußballweltmeisterschaft 2006 kulturindustriell angeheizte Fußballbegeisterung macht dies besonders sichtbar. Viele Intellektuelle verspüren heute den Drang, sich als Fußballfans zu outen, anstatt kritisch über die soziale Rolle des Fußballsports nachzudenken. Das rechtfertigt es, dass ein älterer Text, der eine grundlegende Kritik des Fußballsports versucht, wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Die Analyse der soziologischen, sozial- und individualpsychologischen Funktionen des Fußballsports bleibt nicht bei einer allgemeinen Ideologiekritik stehen. Im einzelnen wird u. a. diskutiert: die Geschichte des Fußballsports, die verschiedenen Spielsysteme und Trainingsmethoden, die Bürokratisierung des Sportbetriebs, die Profitchancen der Vereine, die Funktion von Sportstars, der Fußballsport als Sozialisationsinstanz oder die Ursachen der Fußballbegeisterung.

Das komplette Buch hier zum Download

 

 5 Fragen an... Gerhard Vinnai

Worin sehen Sie die Gründe für die zunehmende Fußballbegeisterung?
Die wachsende Fußballbegeisterung hat ihre Ursache nicht primär in der Qualität dieser Sportart sondern in ihrer sozialen Funktion. Diejenigen, die in den Rivalitätskonflikten des Alltags zu den Verlierern gehören, können Ersatz beim Fußballsport suchen, der ihnen, identifiziert mit einer erfolgreichen Mannschaft, die Feststellung erlaubt: „Wir haben gewonnen“. Die seelischen Kränkungen des Alltags, die mit Misserfolgen verbunden sind, kann man in der rauschhaften narzisstischen Himmelfahrt der Fußballbegeisterung zu vergessen suchen. Wo soziale Krisen Menschen zunehmend zum Scheitern verurteilen oder sie damit bedrohen, ist man auf solche Kompensationen zur Stabilisierung eines bedrohten seelischen Gleichgewichts in wachsendem Maße auf süchtige Art angewiesen.

Warum ist Fußball für viele Menschen so wichtig?
In der bestehenden Gesellschaft werden die Menschen trotz ihrer wachsenden Abhängigkeit voneinander zugleich als Konkurrenten und Privateigentümer, die ihren bornierten Eigeninteressen folgen, voneinander isoliert. Da traditionelle soziale Bindungen,  die dem entgegenwirken, wie sie von den Kirchen oder den Organisationen der Arbeiterbewegung gestiftet wurden, immer mehr zerfallen, sucht man einen Ersatz beim Fußballsport. Dieser verschafft, vermittelt über die kollektive Identifikation mit einer erfolgreichen Mannschaft, ein Gefühl des sozialen Zusammenhalts. Diejenigen, die sich sonst isoliert fühlen, können so, in einen fiktiven sozialen Raum, das Gefühl haben, dazu zu gehören. Die gemeinsame Fußballbegeisterung liefert einen fragwürdigen Ersatz für wirklichen, durch gemeinsame solidarische Anstrengungen hervorgebrachten sozialen Zusammenhalt. Wenn man sich sonst nichts zu sagen hat, kann man wenigstens über den Fußball reden. Der Alltag vieler Menschen ist durch Monotonie, Langeweile und emotionale Kälte bestimmt. Im Gegensatz dazu verspricht der Fußballsport  Spannung durch wechselnde Szenen oder ungewisse Spielausgänge oder die Möglichkeit der Freisetzung von Emotionen. Zugleich ist der Fußballbetrieb so durchorganisiert, dass aus dieser Sehnsucht nach dem Anderen kaum die Gefahr sozialer Abweichung resultiert.

Warum sind überwiegend Jungen und Männer Fußballfans?
Der Fußballsport stellt eine Art Initiationsritus zur Verfügung, der einen Zugang zur erwachsenen Männlichkeit verspricht. Die Ablösung von der Familie, und dabei besonders von der Mutter, kann durch die Bindung an eine Gruppe männliche Jugendliche, die gemeinsam Sport treiben, erleichtert werden. Was als Männlichkeit gilt, die sich vom Weiblichen absetzen will, wird mit Hilfe dieser Sportart vermittelt, der traditionell als Männersport gilt oder zumindest galt. Zusammen mit dem Vater ein Fußballspiel besucht zu haben, gilt vielen als eine „Urerfahrung“ ihrer Männlichkeit. Züge des „weichen, weinerlichen Weiblichen“ die am eigenen Selbst mit der Beziehung zur Mutter verknüpft werden, sollen mit Hilfe des „robusten männlichen Einsatzes“ auf dem Fußballfeld abgewehrt werden. Mit der Angleichung der Geschlechterrollen gewinnt der Fußball aber auch für die Sozialisation von Mädchen zunehmend an Bedeutung.

Warum, glauben Sie, wird Fußball immer mehr von den Medien aufgebauscht?
Der Fußballsport ist für die Medien besonders interessant, weil die kollektive Fußballbegeisterung die Bindung an sie verstärken kann. Zugleich wird die Fußballbegeisterung mithilfe der Medien verstärkt, die die kollektive Identifikation von ansonsten Isolierten erleichtern. Die Verknüpfung der Fußballbegeisterung mit den Medien erleichtert es, sie für die kommerzielle oder politische Werbung zu funktionalisieren, die mit den Interessen ihrer Auftraggeber und Macher verbunden ist. Dass die Journalisten in den  Medien meisten selbst leidenschaftliche Fußballfans sind, erleichtert es ihnen, diese Funktion zu erfüllen.

Wie sieht die aktuelle Forschungslage aus: inwieweit beschäftigen sich Psychologen mit dem Phänomen Fußball?
Es gibt zwar Psychologen, die sich mit dem Fußball beschäftigen, aber dies geschieht keineswegs in einem Ausmaß, das der sozialen und psychologischen Bedeutung des Fußballsports entspricht. Vor allem mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit dem Sportbetrieb, die seine Schattenseiten deutlich macht. Der Fußballsport, der in den Medien als Schule des Erfolgs dargestellt wird, ist für viele vor allem eine Schule des Scheiterns. Dass man das übliche ursprüngliche sportliche Ziel, zu den Erfolgreichen einer Spitzenmannschaft zu gehören, fast nie realisieren kann, hat für die Verlierer mitunter fatale Konsequenzen, die dringend der psychologischen Analyse bedürfen.

Gerhard Vinnai ist ein deutscher Sozialpsychologe. Er war bis zu seiner Emeritierung 2005 Professor an der Universität Bremen. Vinnai ist durch eine Reihe wichtiger Arbeiten zur Kritik des Sports, der Männlichkeit sowie der akademischen Psychologie hervorgetreten.

Zur Website von Gerhard Vinnai

 

 

 Link: Soccer Psychology

Sports Psychology is playing an ever-increasing role in influencing soccer performance. At Ajax football club in Holland, their selection policy of 18 year old players depends 80% of the time on the intelligence and personality of the footballer. A Sports Psychologist can identify weaknesses in the psychological make-up of a player and can provide the necessary counseling so that the player can continually play at his optimal level of performance. Players and coaches must look beyond physical and technical evaluation to assess underlying mental, emotional and even lifestyle issues.

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Link: Fußball und Psychologie

Hat die Psychologie etwas zum Fußball zu sagen? Hatte sie schon bei der letzten WM 2006 und hat sie immer noch!
Eine Zusammenstellung theoretischer und empirischer Beiträge zu psychologischen Prozessen und Mechanismen im Fußballspiel und in seinem Umfeld bietet derzeit das ZPID an. Gegenstand psychologischer Forschung zum Fußball sind Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Zuschauer sowie deren Interaktion, Wettkampf und Leistung, Emotionen und Gewalt, Medien und Werbung.

Zur Fußball-Literaturliste des ZPID

 Masterstudiengang „Angewandte Sportpsychologie“

Der zweijährige Masterstudiengang „Angewandte Sportpsychologie“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist der erste universitäre Präsenz-Studiengang dieser Art in Deutschland und verbindet sowohl sportpsychologisches, klinisch-psychologisches und pädagogisch-psychologisches Wissen. Ziel des Studiengangs ist es, die Studierenden für eine berufliche Tätigkeit im Leistungssport zu qualifizieren. Die Studierenden erwerben umfangreiche Kompetenzen in der sportpsychologischen, bewegungswissenschaftlichen und trainingswissenschaftlichen Diagnostik. Ebenso werden die Studierenden in die Lage versetzt, psychopathologische und klinische Symptome zu erkennen und somit auch gesundheitlich präventiv tätig zu werden.

Allgemeine Informationen
Modulhandbuch
Prüfungs- und Studienordnung