Body Modification

Den eigenen Körper zu bemalen, zu tätowieren, zu schmücken oder in seiner Form zu verändern scheint ein uraltes menschliches Bedürfnis zu sein. Was treibt Menschen heute dazu, ihren Körper verändern zu wollen? Welchen Effekt können Body-Modifications auf die Psyche haben?

Liebe Leserinnen und Leser,

den Körper zu bemalen, zu tätowieren, zu schmücken oder in seiner Form zu verändern scheint ein uraltes menschliches Bedürfnis zu sein. So fand man bereits bei Mumien aus dem Alten Ägypten oder der Gletschermumie „Ötzi“ tätowierte Linien als Schmuck. Auch die australischen Ureinwohner kennzeichnen seit Tausenden von Jahren ihre Körper mit Farben, Schmucknarben und Piercings. In Europa hingegen fanden sich erst relativ spät Formen von Körpermodifikationen. Am bekanntesten und in westlichen Ländern traditionsreichsten sind wohl Tätowierungen und Piercings. Doch auch andere Formen der Body-Modification – wie Brandings oder die Implantierung von Objekten – finden in jüngerer Zeit Verbreitung.

Was treibt Menschen dazu, ihren Körper auf diese Weise verändern zu wollen? Welche Formen der Körperveränderung sind heute üblich? Welchen Effekt können Body-Modifications auf die Psyche haben? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Erich Kasten im Interview.

Darüber hinaus finden Sie im Oktober auf dieser Seite Literaturtipps zu den Themen Body-Modification und Schönheit. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

Die Print-Ausgabe „report psychologie“ beschäftigt sich im Oktober mit dem Thema Wahrnehmung: Die Rubrik „Fokus“ berichtet über die Körperwahrnehmung bei Essstörungen, die Wahrnehmung von Gangmustern sowie Grundlagen der Wahrnehmung.

Einen goldenen Oktober wünschen

Alenka Tschischka

Chefredakteurin „report psychologie“

und 


Susanne Koch

Online-Redaktion

P.S.: Wir freuen uns über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

Foto © Jhong Dizon / flickr.com unter CC BY 2.0

5 Fragen an...


Erich Kasten

Was genau versteht man unter Body-Modification? Was bringt Menschen heute dazu, ihren Körper verändern zu wollen? Welche (neuen) Formen der Körperveränderung finden häufig Anwendung? Welchen Effekt können Body-Modifications auf die Psyche haben? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Erich Kasten im Interview.

Prof. Dr. Erich Kasten ist Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Seit 2011 ist er in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie an der Georg-August-Universität in Göttingen tätig. In verschiedenen Forschungsprojekten beschäftigt sich Prof. Dr. Erich Kasten mit Somatopsychologie, Halluzinationen, der Body-Integrity-Indentity-Disorder (BIID) sowie Body Modifications.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

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Literatur

Body Modification

Jeder gestaltet seinen Körper: beim Haareschneiden, Bodybuilding oder mit Schlankheitskuren. Körperveränderungen wie Tätowierung und Piercing sind und waren zu allen Zeiten in allen Kulturen verbreitet. Manchmal nehmen diese Eingriffe extreme Formen an: Intimpiercing, Schneiden, Branding oder Selbstamputationen können nicht nur zu schwerwiegenden medizinischen Komplikationen führen, manchmal sind sie auch Ausdruck traumatischer Erlebnisse oder unbewältigter psychischer Konflikte.

Packend beschreibt der Autor traditionelle und moderne Varianten von Körpermodifikationen. Er stellt Selbstaussagen über Motive und Erleben zusammen und ergänzt sie durch medizinische und psychologische Forschungsergebnisse. Zahlreiche Fotos und Fallgeschichten illustrieren die fließenden Grenzen zwischen der allgemein akzeptierten Norm und den als absonderlich oder gar pathologisch empfundenen Extremformen.

Erich Kasten
Body-Modification
Psychologische und medizinische Aspekte von Piercing, Tattoo, Selbstverletzung und anderen Körperveränderungen
2006, 393 Seiten
ISBN 978-3-497-01847-5



Die irreale Welt in unserem Kopf

Manchmal spielt uns unser Gehirn einen Streich: Wir nehmen Dinge wahr, die in der realen Welt nicht vorhanden sind, z. B. die sprichwörtlichen weißen Mäuse im Alkoholrausch. Aber nicht nur Drogen lösen Halluzinationen aus, sondern auch zahlreiche Krankheiten. Schizophrene hören Stimmen, die ihnen absurde Befehle erteilen. Hirnverletzte sehen geometrische Objekte, die sich bewegen. Die Grenzen zum „Normalen“ sind fließend: Wo endet die lebhafte Phantasie, wo beginnt die Trugwahrnehmung? Auch kulturelle Aspekte spielen eine Rolle: Aus der Einbildung kann schnell eine Vision werden. Mit zahlreichen Fallbeispielen gewährt uns der Autor Einblick in die subjektiven Welten skurriler Wahrnehmungen und fremdartiger Erlebnisweisen. Wissenschaftlich fundiert schildert er, wie Sinnestäuschungen im Gehirn entstehen und wie man sie behandeln kann.

Erich Kasten
Die irreale Welt in unserem Kopf
Halluzinationen, Visionen, Träume
2008, 284 Seiten
ISBN 978-3-497-01982-3



Handbuch Körpermodifikationen

Obwohl die Laienpresse sich ausführlich mit Körpermodifikationen wie Piercing, Schönheitschirurgie, Gewichtsreduktion, aber auch Penisverlängerung, Amputationen oder selbstverletzendem Verhalten auseinandersetzt, fehlte bisher eine Publikation, die dem Fachpublikum in der Psychologie und Medizin wie auch dem medizinischen Interessierten das Spektrum der Körpermodifikationen praxisorientiert vermittelt.

Diese Lücke füllt das vorliegende Buch, das sich auf wissenschaftlicher Basis den psychischen und medizinischen Aspekten, den Risiken und Nebenwirkungen, der rechtlichen Situation sowie den kulturgeschichtlichen Hintergründen der äußerst heterogenen Köpermodifikationen nähert.

Das Buch verfolgt einen praxisorientierten Ansatz und bietet konkrete Informationen für alle Therapeuten in der Beratung und Behandlung von Klienten bzw. Patienten, aber auch für Betroffene oder Angehörige.

Ada Borkenhagen, Aglaja Stirn, Elmar Brähler (Hrsg.)
Handbuch Körpermodifikationen
Praktischer Leitfaden für Ärzte, Psychologen, Betreuer und Berater
2013, 300 Seiten
ISBN 978-3-941468-88-7

Under the Skin

„Under the Skin” considers the motivation behind why people pierce, tattoo, cosmetically enhance, or otherwise modify their body, from a psychoanalytic perspective. It discusses how the therapist can understand and help individuals for whom the manipulation of the body is felt to be psychically necessary, regardless of whether the process of modification causes pain.

In this book, psychoanalyst Alessandra Lemma draws on her work in the consulting room, as well as films, fiction, art and clinical research to suggest that the motivation for extensively modifying the surface of the body, and being excessively preoccupied with its appearance, comes from the person’s internal world – under their skin.

Under the Skin provides a detailed study of the challenges posed by our embodied nature through an exploration of the unconscious phantasies that underlie the need for body modification, making it essential reading for all clinicians working with those who are preoccupied with their appearance and modify their bodies including psychotherapists, counsellors, psychiatrists and psychologists.

Alessandra Lemma
Under the Skin

A Psychoanalytic Study of Body Modification

2010, 216 Seiten

ISBN 978-0-415-48570-8

 

 

Tätowierung, Narzissmus und Theatralität

Etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 16 und 40 Jahren trägt mindestens eine Tätowierung. Tobias Lobstädt untersucht die Bedeutung des Selbstwertgefühls und seiner narzisstischen Erhaltungsmechanismen. Beschrieben werden körperliche Gestaltungstechniken des Selbst, die sich auf den urbanen Bühnen und im Spiegel des Gegenübers abzeichnen oder durch internalisierte Objekte zur Selbstreflexion werden. Der Autor erarbeitet, in welcher Weise sich diese Verfahren auf der sozialen Körperoberfläche abzeichnen und welche psychischen Funktionen Tätowierungen für ihre TrägerInnen erfüllen. Die Thesen prüft er in über 20 Interviews mit jungen Erwachsenen und wertet sie durch die dokumentarische Methode aus. Eine Medienanalyse der letzten 10 Jahre ergänzt und beschreibt eine jugendkulturelle Ausdrucksform, die für die Nachmoderne kennzeichnend ist.

Tobias Lobstädt

Tätowierung, Narzissmus und Theatralität

Selbstwertgewinn durch die Gestaltung des Körpers 

2011, 266 Seiten

ISBN 978-3-531-18148-6

Inked: 0,3 mm unter der Haut der Gesellschaft

Zielsetzung dieser Publikation ist es, die Diskriminierung und die Exklusion tätowierter Menschen in der Moderne aufzuzeigen. Dazu wurde eine deutschlandweite (teil-) standardisierte Online-Befragung bei tätowierten Personen durchgeführt, an der 2.733 Befragte teilnahmen. Die Befragungsergebnisse zeigen auf, dass tätowierte Menschen in ihrem Leben tatsächlich unmittelbar Diskriminierungen ausgesetzt sind und Stigmatisierung erfahren. Dennoch bereuen die wenigsten die Entscheidung, sich tätowiert haben zu lassen, da in der Regel eine sehr persönliche Motivation hinter einer Tätowierung steht.

Am Phänomen der Tätowierung kann in dieser Publikation somit deutlich gemacht werden, welche Relevanz gesellschaftliche Normen – trotz Individualisierungs-, Pluralisierung,- und Differenzierungsprozesse in der Moderne – haben.

Daniel Meier

Inked: 0,3 mm unter der Haut der Gesellschaft

Empirische Analyse gesellschaftlicher Diskriminierungs- und Exklusionsprozesse in der Moderne – untersucht am Phänomen der Tätowierung

2010, 88 Seiten

ISBN 978-3-935607-38-4

Psychoanalyse im Widerspruch: Körpermodifikationen

In keiner anderen Zeit war der Körper für westliche Menschen in solchem Ausmaß wie heute Mittel der Selbstdarstellung und Ort narzisstischer Inszenierungen. Alle Möglichkeiten der Körper-Modifizierung wie Tattoos, Piercings, Haartrimming und -waxing, Schönheitsoperationen einschließlich der Genitalchirurgie und Veränderungen des Körpergewichts durch Diäten oder Muskeltraining werden dabei immer mehr zu einem Instrument, die körperliche Performance zu optimieren. Dabei unterliegt der Körper zunehmend einer imperativen Attraktivitätsnorm und einem Schönheitsideal, dessen Kriterien vor allem durch die Medien vorgegeben werden. Der neue Körperkult findet seinen Niederschlag in Literatur, Film und Fernsehinszenierungen. Das Heft „Körpermodifikationen“ der Reihe „Psychoanalyse im Widerspruch“ widmet sich diesem Phänomen.


Psychoanalyse im Widerspruch: Körpermodifikationen

Nr. 45/2011

2011, 118 Seiten

ISBN 09415378


Körpermanipulationen in der weiblichen Adoleszenz am Beispiel von Piercings und Tattoos

Autorin Elisabeth Rohr wirft in ihrem Beitrag „Körpermanipulationen in der weiblichen Adoleszenz am Beispiel von Piercings und Tattoos“ in der Zeitschrift „Psychosozial“ einen Blick auf die Piercing- und Tattoo-Welle unter weiblichen Jugendlichen, die Motive und (geschichtlichen) Hintergründe.

Elisabeth Rohr

Körpermanipulationen in der weiblichen Adoleszenz am Beispiel von Piercings und Tattoos

Psychosozial 112 (2008)

2008, 10 Seiten

ISSN 0171-3434

Körpergestaltung und Identitätsentwicklung bei männlichen Jugendlichen – Spielraum oder Zwang?

In ihrem Beitrag „Körpergestaltung und Identitätsentwicklung bei männlichen Jugendlichen – Spielraum oder Zwang?“ in der Zeitschrift „Psychosozial“ präsentieren die Autoren die Ergebnisse einer qualitativen Studie, die sich mit männlichen Jugendlichen, ihrem Verhältnis zu ihrem Körper und dem (sich verändernden) Bild des Mannes in der Gesellschaft beschäftigt.


Claudia Beckert-Zieglschmid, Dorothea Büchtemann, Elmar Brähler, Kai von Klitzing

Körpergestaltung und Identitätsentwicklung bei männlichen Jugendlichen – Spielraum oder Zwang?

psychosozial 116 (2009)

2009, 13 Seiten

ISSN 0171-3434

Projekt Körper

Der moderne Mensch gestaltet nicht nur sein Leben, er gestaltet auch seinen Körper. Noch nie hatte die Perfektion des äußeren Erscheinungsbildes einen derartigen Stellenwert wie in der Gegenwart. Der Körper ist zu einem Projekt geworden und zu einer Baustelle der Selbstoptimierung. In diesem Wunsch nach Optimierung spielt die Suche nach Individualität und Freiheit eine große Rolle. Es geht um die Abgrenzung von anderen, gleichzeitig aber auch darum, nicht zu sehr aus dem Rahmen zu fallen.

Für die Arbeit am eigenen Körper stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Der moderne Mensch kann seinen Körper selbst gestalten. Das heißt aber auch: Er ist selbst dafür verantwortlich und wird dafür verantwortlich gemacht, wie er aussieht. So steht der Einzelne unter dem Druck zur Schönheit, dem er sich nur scheinbar freiwillig unterwirft.

Schönheit fungiert als Mittel zum Zweck, um sich sozial zu positionieren und die eigene Identität zu sichern und zu schaffen. Der Kult um die Schönheit ist in Wirklichkeit ein Ringen um die persönliche und soziale Positionierung in einer unsicher erscheinenden Welt. Es geht um Selbstverwirklichung zwischen Anpassung und Eigenständigkeit, zwischen Normalisierung und Extravaganz, zwischen Konsum und Authentizität.

Waltraud Posch

Projekt Körper

Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt

2009, 261 Seiten

ISBN 9783593389127


Schönheit als Praxis

Frauen und Männer arbeiten auf unterschiedliche Weise an der Attraktivität ihrer Körper. Ebenso unterscheiden sich die Schönheitshandlungen privilegierter und unterprivilegierter Menschen voneinander. Dieses Buch bietet erstmals eine systematische Analyse klassen- und geschlechts-spezifischer Schönheitspraktiken und verknüpft sie mit der Frage nach sozialer Macht. Anhand von Interviews werden das Spektrum und der Stellenwert von Körperpflege und -manipulation in den verschiedenen Gruppen beleuchtet. In Schönheitsdiskursen und -praktiken, so die Erkenntnis, zeigt sich sowohl das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern als auch die Unterlegenheit bildungsferner Milieus. Deutlich wird, dass die klassenspezifischen Unterschiede vielfach größer sind als die Differenzen zwischen den Geschlechtern.

Otto Penz

Schönheit als Praxis

Über klassen- und geschlechtsspezifische Körperlichkeit

2010, 205 Seiten

ISBN 9783593392127

Die Selbstverbesserung des Menschen

Gehirndoping, Körperoptimierung und Seelentuning sind nur einige Schlagwörter, die für den Trend zur Selbstverbesserung – „Enhancement“ – des modernen Menschen stehen. So ist die Einnahme leistungssteigernder oder den Alterungsprozess aufhaltender Mittel für viele Menschen bereits zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Nicht selten werden schon im Schulalter Amphetamine zur Steigerung der Konzentration eingenommen. Im Erwachsenenalter steht das körperliche Tuning, im höheren Alter die Stimulation der Gehirnaktivität im Vordergrund. Die kontinuierliche Verbesserung des eigenen Selbst bzw. Körpers ist zum neuen moralischen Imperativ postmoderner Gesellschaften geworden.

Die Beiträge des vorliegenden Bandes greifen die Fragen nach den Chancen und Risiken dieser Entwicklung auf und beleuchten sie praxisnah aus der Perspektive der Nutzer und Anbieter. Das Spannungsfeld zwischen einer „naturbelassenen“ und einer sich scheinbar grenzenlos selbstgestaltenden Persönlichkeit wird ausgelotet.


Ada Borkenhagen, Elmar Brähler

Die Selbstverbesserung des Menschen

Wunschmedizin und Enhancement aus medizinpsychologischer Perspektive

2012, 228 Seiten

ISBN 9783837921830

Intimmodifikation

Kosmetische Intimoperationen gehören laut der Studie „Körperwelten 2020“ zu den erfolgversprechendsten Märkten der nächsten Jahre. Wie immer man diese Prognose bewerten mag, sie verweist auf die steigende Bedeutung der Intimmodifikationen. Der Band widmet sich den verschiedenen Spielarten der Intimmodifikationen wie Intimpiercing, Intimtattoo, Schamhaartrimming und kosmetische Genitalchirurgie und ordnet diese Praxen hinsichtlich ihrer psychosozialen Bedeutung ein.

Neben dem aktuellen Trend kosmetischer Genitalchirurgie in westlichen Ländern werden auch die traditionellen Praktiken weiblicher Genitalverstümmelung als Formen der Anpassung und Normierung untersucht. Auch die männlichen Varianten genitaler Body-Modification wie die rituelle Beschneidung, das männliche Genital- und Play-Piercing werden in ihrer individuellen und kulturellen Bedeutung ausführlich dargestellt.

Ada Borkenhagen, Elmar Brähler

Intimmodifikationen

Spielarten und ihre psychosozialen Bedeutungen

2010, 219 Seiten

ISBN 9783837920581


Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen wie Sich-Schneiden oder Verbrennen ist ein relativ häufiges Problem, das Eltern und Betreuer, aber auch Ärzte und Therapeuten vor eine ernste Herausforderung stellt. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Anzeichen schwerwiegender psychischer Belastung, die jedoch häufig missverstanden werden. Die Neubearbeitung des Buches bietet einen fundierten Überblick über die Entstehung, Aufrechterhaltung, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten dieses Störungsbildes. Schwerpunkt des Buches sind selbstverletzende Verhaltensweisen, die im Kontext psychosozialer Belastungen, bei psychischen Störungen und bei Kindern mit geistiger Behinderung auftreten können. Die vielfältigen Erscheinungsformen der Störung und ihre meist komplexen Ursachen, diagnostische Möglichkeiten sowie präventive und therapeutische Strategien werden ausführlich dargestellt. In die zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches wurden unter anderem zahlreiche aktuelle Forschungserkenntnisse und Informationen zu neuen diagnostischen Verfahren integriert.

Franz Petermann, Sandra Winkel

Selbstverletzendes Verhalten 

Erscheinungsformen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten 

2009, 250 Seiten

ISBN 978-3-8017-2201-2


Downloads

Body-Modification: psychologische Aspekte von Piercings und anderen Körperveränderungen

Die an der Universität Zürich eingereichte Doktorarbeit „Body-Modification: psychologische Aspekte von Piercings und anderen Körperveränderungen“ gibt unter anderem einen Überblick über die Geschichte und verschiedenen Formen von Body-Modifications sowie Motive für Körpermodifikationen. Sie vergleicht zudem Body-Modifications und selbstverletzendes Verhalten.

Verbreitung von Tätowierungen, Piercing und Körperhaarentfernung in Deutschland

Diese Pressemitteilung der Universität Leipzig fasst die Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung in Deutschland zu Tätowierungen, Piercings und Körperhaarentfernungen zusammen.

Modifying the body: Motivations for getting tattooed and pierced

Diese Arbeit von Wissenschaftlern der Universität Göttingen gibt einen Überblick über die Ergebnisse von Studien, die sich mit den Motiven für Körpermodifikationen beschäftigen.

Rebels With a Cause: Group identification as a response to perceived discrimination from the mainstream

Diese Arbeit von Wissenschaftlern der University of Amsterdam und der University of Kansas befasst sich mit dem Zusammenhang von Körpermodifikationen, Diskriminierung und Gruppenidentifikation.

Links

Extremvarianten der Body-Modification

Auf seiner Website informiert Prof. Dr. Erich Kasten zur Historie von Körpermodifikationen, verschiedenen Formen und Extremformen, Motiven sowie Komplikationen und Nebenwirkungen.

Body Modification and Body Image

Die Website “The body project” der Bradley University (USA) informiert auf dieser Seite zur Historie von Körpermodifikationen und einzelnen Formen sowie zur kosmetischen Chirurgie.

Veranstaltungen

19. - 20. Oktober 2012

Das Körper-Selbstbild: Die modulare Körperskulptur – Methode als Zugang zum Körpergedächtnis in Diagnostik und Therapie, München

Das Seminar vermittelt einen Überblick über theoretische und empirische Grundlagen des Körperbildes, zeigt diagnostische Anwendungen zur Gestaltung effektiver Therapiepläne, stellt die Besonderheiten der Methode in Selbsterfahrung vor (Möglichkeit zum Formen des eigenen Körperbildes in Ton), und führt aufbauend ein in körperbild - und emotionsbasierte Behandlungsmethoden.

Aufgrund der besonderen Erlebnisnähe der Körperskulpturmethode ist diese zur Gestaltung von emotionsbasierten Therapieprozessen, die auf die Veränderung des Körperbildes oder Integration von traumatischen Erfahrungen abzielen, besonders geeignet. Die im Seminar vermittelten Inhalte können angewendet werden bei psychosomatischen Erkrankungen beziehungsweise funktionellen Störungen, traumatischen oder durch chronische Erkrankungen bedingten Veränderungen des Körperbildes sowie bei Patienten mit ausgeprägten Tendenzen zu dissoziativen und regressiven Störungen sowie Störungen des Essverhaltens.

Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten, Ärzte, Rehabilitations-, Bewegungs-, Kunst – und Gestaltungstherapeuten sowie Studierende der Psychologie. 

16. Februar 2013

Narzissmus: Zwischen idiosynkratischer Psychopathologie und aktuellem gesellschaftlichen Phänomen, Berlin

Nach einer Einführung in die unterschiedlichen Rezeptionen der Narziss-Sage werden die zentralen Narzissmustheorien dargestellt. Dieser Weg führt unter anderem vom triebtheoretischen Verständnis über die Objektbeziehungstheorie, der Selbstpsychologie bis hin zum schematherapeutischen Verständnis von Narzissmus.

Ein zweiter Fokus wird auf das Phänomen des Narzissmus in unserer Gesellschaft gerichtet. Es soll herausgearbeitet werden, inwieweit die Kultur der westlichen Industrienationen einen hervorragenden Nährboden für Narzissmus bildet und wie sich der zunehmende Narzissmus sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Leben wiederfinden lässt.

Der dritte Schwerpunkt gilt der klinisch-psychologischen Perspektive. Neben einem Überblick über das Störungsbild der narzisstischen Persönlichkeitsstörung wird praxisnah auf die Herausforderungen, die mit der Behandlung dieses Störungsbildes einhergehen, eingegangen.

Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten, Ärzte sowie Studierende der Psychologie.