Gewalt

Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von Kriegen und Gewalttaten – und es scheint kein Ende in Sicht. Wie sehr sind Gewalt und Aggression unvermeidlich und Teil der menschlichen Natur? Wie viel Gewaltbereitschaft steckt in jedem von uns?

Liebe Leserinnen und Leser,

die Geschichte der Menschheit ist geprägt von Kriegen und Gewalttaten – und auch heute vergeht kein Tag, an dem die Nachrichten nicht von neuen Gräueltaten berichten. Schockiert und voller Unverständnis verfolgen wir die Berichterstattung. Um uns anschließend im Sessel zurückzulehnen und entspannt die Schießereien und Prügeleien des neuesten Fernsehkrimis zu genießen. Wie kommt es, dass uns Gewalttaten nicht nur abschrecken, sondern auch faszinieren und Thema ganzer Kinofilme sind? Wie viel Aggression und Gewaltbereitschaft steckt in jedem von uns? Und unter welchen Umständen könnten wir selbst zu Gewalttätern werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Thomas Elbert im Interview. Er ist Professor für Klinische Psychologie und Neuropsychologie an der Universität Konstanz und Spezialist für Trauma-Forschung. In Feldstudien unter anderem in afrikanischen Konflikt- und Bürgerkriegsgebieten sprach er mit den Überlebenden organisierter Gewalt und analysierte die Psychobiologie menschlicher Gewalt- und Tötungsbereitschaft.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats Oktober interessante Literaturtipps zu Aggressionen und Gewalt, zu Hass und Feindbildern sowie auch zu geeigneten Präventionsmaßnahmen. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

In der Print-Ausgabe „report psychologie“ nehmen wir im Oktober das Thema „Kriegskinder und Kriegsenkel“ in den Fokus: Dabei wird es um die Aufarbeitung der Vergangenheit gehen, aber auch um die Weitergabe von Traumata von einer Generation auf die nächste.

Einen friedlichen Herbst wünschen

Alenka Tschischka
Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion


P.S.: Gefällt Ihnen unser Thema des Monats oder haben Sie weitere Anregungen oder Wünsche? Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de


Foto © Jonathan Stutz – Fotolia.com

5 Fragen an...

Thomas Elbert

Wie sehr sind Gewalt und Aggression unvermeidlich und Teil der menschlichen Natur? Wie viel Gewaltbereitschaft steckt in jedem von uns? Und durch welche Umstände könnten wir selbst zu Gewalttätern werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Thomas Elbert im Interview.

Prof. Dr. Thomas Elbert ist Professor für Klinische Psychologie und Verhaltensneurowissenschaften an der Universität Konstanz. In seiner Forschung befasst er sich unter anderem mit der Selbstregulation des Gehirns, mit Plastizität und deren Beziehung zu Verhalten und Psychopathologie. Zudem beschäftigt er sich mit der Psychobiologie menschlicher Gewalt- und Tötungsbereitschaft sowie mit den Konsequenzen von traumatischem Stress und dessen Behandlung – auch und vor allem bei Überlebenden von organisierter Gewalt, Folter, Krieg, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

Literatur

Aggression und Gewalt


Was ist Aggression? Und wie wird aus Aggression Gewalt? Nimmt Gewalt zu? Welchen Einfluss haben Geschlecht, Familie und Schule? Diese Fragen beschäftigen Wissenschaftler und Praktiker unterschiedlicher Disziplinen, weil Aggression biologische, entwicklungspsychologische, soziologische, pädagogische und sozialpolitische Aspekte berührt, die alle im Alltag erhebliche Tragweite besitzen. Klaus Wahl, einer der führenden Aggressionsforscher in Deutschland, legt in diesem Buch eine Übersicht über den aktuellen Wissensstand zum Thema Aggression vor, der in vielfältigen Studien von der Genetik und Gehirnforschung bis zur Kriminologie und Kriegsforschung zusammengetragen wurde. In neuartiger Weise wird das Zusammenspiel der biotischen, psychischen und sozialen Mechanismen vorgeführt, die zu Aggression führen.

Klaus Wahl
Aggression und Gewalt
Ein biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Überblick
2010, 204 Seiten
ISBN 978-3-8274-3120-2


Bestellmöglichkeit

Gewalt


Die Geschichte der Menschheit – eine ewige Abfolge von Krieg, Genozid, Mord, Folter und Vergewaltigung. Und es wird immer schlimmer. Aber ist das richtig? In einer groß angelegten Gesamtgeschichte unserer Zivilisation untersucht der Evolutionspsychologe Steven Pinker die Entwicklung der Gewalt von der Urzeit bis heute und in all ihren individuellen und kollektiven Formen – vom Verprügeln der Ehefrau bis zum geplanten Völkermord. Unter Rückgriff auf eine Fülle von wissenschaftlichen Belegen aus den unterschiedlichsten Disziplinen beweist er zunächst, dass die Gewalt im Laufe der Geschichte stetig abgenommen hat und wir heute in der friedlichsten Epoche der Menschheit leben. Diese verblüffende Tatsache erklärt Pinker in seiner Analyse durch sechs Entwicklungen, die diesen Trend begünstigt haben. Er untersucht die Psychologie der Gewalt auf fünf innere Dämonen, die Gewaltausübung begünstigen, benennt vier Eigenschaften des Menschen, die den inneren Dämonen entgegenarbeiten und isoliert schließlich fünf historische Kräfte, die uns heute in der friedlichsten Zeit seit jeher leben lassen.


Steven Pinker
Gewalt
Eine neue Geschichte der Menschheit
2013, 1216 Seiten
ISBN 978-3-596-19229-8


Bestellmöglichkeit

Emotions and Aggressive Behavior


The relationship between affective-emotional processes and aggressive behavior has been a central topic of scientific interest in the aggression literature for decades. Emotions are not merely epiphenomena of aggression: They can be triggers, amplifiers, moderators, or even ultimate goals of aggressive behavior. Insights into the functional relation between emotions and aggression are of theoretical relevance, and above all are crucial for finding solutions for efficient control, prevention, and reduction of aggression.
This book brings together leading experts from fields such as social, personality, developmental, and physiological psychology, presenting state-of-art research on this relationship. The book describes assessment and treatment approaches, as well as theoretical concepts and research findings concerning the interconnections between emotions and aggression.

George Steffgen, Mario Gollwitzer (Hrsg.)
Emotions and Aggressive Behavior
2007, 230 Seiten
ISBN 978-0-88937-343-3


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Bestellmöglichkeit

Der Mörder in uns


Viele von uns sehen in Mördern krankhafte Außenseiter oder abgebrühte Kriminelle. Doch der Evolutionspsychologe David M. Buss hat beunruhigende Nachrichten: Die meisten Morde werden von ganz normalen Menschen begangen. Und der Impuls zu töten stellt keineswegs eine Abnormität dar – er ist vielmehr evolutionär im menschlichen Gehirn verankert und wartet nur auf Auslöser, die uns erstaunlich vertraut sind.
Das Buch fußt auf einem jahrelangen Studium von Kriminalarchiven und auf Untersuchungen in der ganzen Welt. Es ist gespickt mit fesselnden, oft erschütternden Berichten über typische Mordfälle und gewährt schockierende und erhellende Einsichten in die Untiefen der menschlichen Seele.

David M. Buss
Der Mörder in uns
Warum wir zum Töten programmiert sind
2007, 285 Seiten
ISBN 978-3-8274-2083-1


Bestellmöglichkeit

Hass und Gewaltbereitschaft


Hass ist ein facettenreiches Gefühl absoluter und tiefer Antipathie. Es führt zu Benachteiligung, Verachtung, Diskriminierung, Misshandlungen – bis hin zu Völkermorden und Kriegen. Es gibt ihn in vielfältigsten Formen – Selbsthass, Frauenhass, Fremdenhass – und aus verschiedensten Gründen – Neid, Angst, Unsicherheit. Zwar ist viel über den Hass geschrieben worden, über diese dunkle Seite der menschlichen Natur, die in ihrer Stärke und Unbeirrbarkeit oft der Liebe entgegengesetzt wird. Richtig zu erklären ist er jedoch bis heute nicht.
Die Autoren begeben sich in diesem Band in das Reich des Hasses und durchstreifen es bis in den letzten Winkel. Dabei wird deutlich: Wer für ein friedfertiges Zusammenleben – von Einzelnen, Gruppen und Nationen – eintritt, muss um die Notwendigkeit des Hasses wissen und die physische und psychische Not verstehen lernen, die Hassende mitunter gewaltbereit werden lässt.

Rolf Haubl, Volker Caysa
Hass und Gewaltbereitschaft
2007, 138 Seiten
ISBN 978-3-525-45172-4


Bestellmöglichkeit

Feindbilder


Der Dalai Lama schreibt im Vorwort zu diesem Buch, dass jedes menschliche Wesen nach Glück verlangt und ein Recht darauf hat. Doch Disharmonie, Streit und Gewalt bringen dem Menschen immer wieder Leid. Unversehens geraten wir in Prozesse der Dämonisierung des anderen, der anderen Gruppe, des anderen Volkes. Wir nehmen das Gegenüber nur noch in negativem Licht wahr, machen es zum Monster, das es mit aller Macht zu bekämpfen gilt. Die psychotherapeutisch tätigen Autoren erklären, wie es dazu kommt, und zeigen – auch anhand überzeugender Fallbeispiele – Wege der Deeskalation und Entdämonisierung.

Arist von Schlippe, Nahi Alon, Haim Omer
Feindbilder
Psychologie der Dämonisierung
2014, 230 Seiten
ISBN 978-3-525-49100-3


Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Aggressionsentwicklung zwischen Normalität und Pathologie


Tagtäglich werden von den Medien Auswüchse der Gewalt berichtet, die gravierende Grenzüberschreitungen im Alltag durch Kinder und Jugendliche signalisieren. Die starke Emotionalisierung des Themas Aggression macht eine besonnene Beschäftigung mit Entwicklungsfragen der Aggression notwendig. Das Buch greift hierzu wichtige Forschungsbefunde auf, thematisiert altersgerechte aggressiv-getönte Auseinandersetzungen unter Mitschülern, auch bislang eher übersehene Formen wie Beziehungsaggression, und demonstriert anhand umfangreicher Untersuchungen zur Viktimisierung von Mitschülern und zum Mobbing den Übergang in pathologische Formen. Es wird ein Bogen gespannt von altersangemessenen Auseinandersetzungen von Kindern und Jugendlichen hin zu Störungen des Sozialverhaltens, der Entwicklung rechtsextremer Einstellungen und den frühen Ursachen für Delinquenz. Einflüsse der Massenmedien auf die Entwicklung von Aggressionsbereitschaft sowie familienspezifische und ethnische Unterschiede werden erörtert. Die vorgestellten Präventions- und Interventionsprogramme greifen wesentliche Determinanten aggressiven Verhaltens wie etwa Defizite in der Emotionswahrnehmung und -regulierung auf.

Inge Seiffge-Krenke (Hrsg.)
Aggressionsentwicklung zwischen Normalität und Pathologie
2005, 348 Seiten
ISBN 978-3-525-46233-1


Bestellmöglichkeit


Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen


Das Thema Aggression und Gewalt ist aufgrund seiner gesellschaftlichen Relevanz seit Jahrzehnten hoch aktuell. Vor allem das Jugendalter stellt einen besonders sensiblen Entwicklungsabschnitt dar, in dem aggressiv-dissoziales Verhalten ansteigt und extreme Formen annehmen kann. Immer jüngere Kinder und Jugendliche scheinen sehr schwerwiegendes aggressiv-dissoziales Verhalten zu zeigen: Medien greifen das auf; Psychologen sind gefragt.
Dieses Buch berichtet, was Psychologen stützend beitragen können. Es beleuchtet Risiko- und Schutzfaktoren, die Risikoabschätzung, aktuelle Studien zu Mobbing, PC-und Video-Spielen sowie zu gewalttätigem und kriminellem Verhalten im Jugendalter, zu wirksamen Präventionsprogrammen für Kinder und ihre Familien sowie für Hoch-Risiko-Gruppen im Jugendalter. Ein Buch für alle, die in ihrer Arbeit mit dem Thema Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind und fundierte Hintergrundinformationen und Praxishinweise suchen.

Franz Petermann, Ute Koglin
Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen
Hintergründe und Praxis
2013, 207 Seiten
ISBN 978-3-642-22465-2


Bestellmöglichkeit

Gewalt und Aggression im Kindes- und Jugendalter


U-Bahn-Überfälle, Amokläufe in Schulen – durch eine ständige Präsenz in den Medien wächst der Eindruck, Gewalt und aggressive Handlungen kommen heute häufiger vor als noch vor einigen Jahren. Sind Kinder und Jugendliche tatsächlich gewaltbereiter denn je? Wer sind die Täter und wer die Opfer? In welchen Formen äußert sich die Gewalt? All diesen Fragen gehen die Autoren in 19 Beiträgen auf den Grund. Neben den Darstellungen zu den Ursachen einzelner Gewaltformen steht vor allem im Vordergrund, welche Möglichkeiten der Prävention und Intervention es gibt.


Günther Deegener, Wilhelm Körner (Hrsg.)
Gewalt und Aggression im Kindes- und Jugendalter
Ursachen, Formen, Intervention
2011, 360 Seiten
ISBN 978-3-621-27803-4


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit


Täter oder Opfer?


Ein Rentner wird in der U-Bahn von Jugendlichen fast totgeschlagen, eine Theatergruppe von Rechtsextremen krankenhausreif geprügelt, ein Mann wegen seiner Hautfarbe von einer Gang durch die Straßen getrieben. Was geht in Jugendlichen vor, die sich so brutal verhalten? Warum schließen sie sich gewalttätigen Gruppen wie Hooligans oder Skinheads an? Und nimmt ihre Gewaltbereitschaft zu?
Die Autoren lassen in ihrem Buch gewalttätige Jugendliche selbst zu Wort kommen: Sie sprechen über ihre Familien und ihre Kindheit und zeichnen nach, wie sie so aggressiv wurden. Ihre Berichte verdeutlichen, wie aus Opfern Täter werden können; sie sollen die Gewalttaten aber keineswegs rechtfertigen. Daher ergänzen die beiden Autoren die Täterbiografien durch moderne wissenschaftliche Erklärungsansätze. So bekommen professionelle Helfer aktuelles Wissen darüber, wie Aggression und Gewaltneigung in Menschen entstehen. Die Autoren zeigen, wie man der Gewalt gezielt gegensteuern und frühzeitig prosoziale Kompetenzen fördern kann. Sie liefern eine Übersicht über Trainings und Programme zur Gewaltprävention, die in Kindergärten, Schulen und in der Jugendhilfe eingesetzt werden können.

Klaus Wahl, Katja Hees
Täter oder Opfer?
Jugendgewalt – Ursachen und Prävention
2009, 174 Seiten
ISBN 978-3-497-02037-9


Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Computerspiele und Gewalt


Computerspiele wecken Ängste vor Spielsucht, hemmungslos gewaltsamem Ballern und Verblöden vor dem Bildschirm. Man muss aber genauer hinsehen, um zu verstehen, was bei Computerspielen passiert. Esther Köhler hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit jugendlichen Computerspielern über die Schulter geschaut und unterschiedliche Studien herangezogen, um der Frage nachzugehen, welcher Zusammenhang zwischen Computerspielen und Gewalt besteht. Ihr klar und zugleich vielschichtig geschriebenes Buch lädt dazu ein, sich selbst ein Urteil zu bilden – und sich von der spannenden Materie und überraschenden Aha-Effekten mitreißen zu lassen. Die knifflige Frage, was zuerst kommt, das Ballerspiel oder die Gewaltbereitschaft, erweist sich als anregender Einstieg in die psychologischen Arbeitsmethoden und als Schlüssel zum kompetenten Umgang mit Computerspielen.


Esther Köhler
Computerspiele und Gewalt
Eine psychologische Entwarnung
2008, 236 Seiten
ISBN 978-3-8274-1997-2

Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Gefährliche Gewalttäter?


Sowohl ein anwachsendes Sicherheitsbedürfnis als auch Gesetzesänderungen verlangen Aufklärung in Fragen der Verhaltensprognose von Menschen mit schweren Straftaten. Statt auf Intuitionen hat sich der Sachverständige auf wissenschaftliche Methoden zu verlassen. Das Buch stellt nicht nur zahlreiche moderne, international anerkannte Verfahren zur Kriminalprognose vor, sondern beleuchtet auch ausführlich zwei Fallbeispiele und greift grundlegende Fragen der Prognoseproblematik sowie des Gewalthandelns auf. Dem Leser erschließt sich somit ein unverzichtbarer Wissenshintergrund für eine überaus schwierige und verantwortungsvolle Art forensischer Begutachtungstätigkeit.

Klaus Jost
Gefährliche Gewalttäter?
Grundlagen und Praxis der Kriminalprognose
2012, 204 Seiten
ISBN 978-3-17-022079-9


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Religion und Fanatismus


Nach dem 11. September 2001 hat sich das Thema „Religion und Fanatismus“ mit Vehemenz ins öffentliche Bewusstsein gedrängt. Wir sind mit dem Phänomen konfrontiert, dass es vor allem orthodoxe und konservative Strömungen in den verschiedenen Weltreligionen sind, die heute Zulauf haben. Fundamentalistische Überzeugungen üben eine neue Attraktivität vor allem auf Jugendliche und Spätadoleszente aus. Die Ideologie eines religiösen Exklusivitätsanspruchs stempelt den anderen zum Ungläubigen, der vernichtet und ausgelöscht werden kann oder sogar muss. Diese Logik ruft archaische Formen von Aggression und Gewalt hervor, die eine große Verunsicherung und Angst verbreiten.
In diesem Buch nehmen Psychoanalytiker und Theologen die psychologischen, individuellen, institutionellen und gesellschaftlichen Hintergründe von religiösem Fanatismus und grenzenloser Gewalt in den Blick. In diesem interdisziplinären Dialog sind die einen Experten im Verstehen unbewusster Phantasien und Konflikte, die sich in mörderischer Gewalt manifestieren können. Die anderen verfügen über ein spezifisches Wissen zum Verhältnis des Christentums zur Gewalt sowie zur Auseinandersetzung zwischen den Weltreligionen – sowohl in der Vergangenheit als auch in der globalisierten Gegenwart.

Marianne Leuzinger-Bohleber, Paul-Gerhard Klumbies (Hrsg.)
Religion und Fanatismus
Psychoanalytische und theologische Zugänge
2010, 340 Seiten
ISBN 978-3-525-45184-7


Bestellmöglichkeit

Gewaltgemeinschaften


Dieser Band befasst sich mit Gruppen und Netzwerken, für die physische Gewalt einen wesentlichen Teil ihrer Existenz ausmacht. Die Spannbreite seiner Beiträge reicht zeitlich von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und umfasst räumlich West-, Süd-, Mittel- und Osteuropa ebenso wie ausgewählte Regionen Afrikas südlich der Sahara. So wird ein weiter historischer Bogen geschlagen, der die Vielfalt und die erstaunliche Vergleichbarkeit der beobachteten Phänomene vor Augen führt.

Winfried Speitkamp (Hrsg.)
Gewaltgemeinschaften
Von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert
2013, 372 Seiten
ISBN 978-3-8471-0063-8


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Downloads

Gelingensbedingungen für die Prävention von interpersonaler Gewalt im Kindes- und Jugendalter


Die von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) herausgegebene Broschüre „Gelingensbedingungen für die Prävention von interpersonaler Gewalt im Kindes- und Jugendalter“ gibt als Expertise einen Überblick über die Verbreitung von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen, arbeitet risikoerhöhende und -mildernde Bedingungen für die Entwicklung von Gewalt heraus und stellt allgemeine Präventionsstrategien sowie die Gelingensbedingungen für eine effektive Gewaltprävention vor.

Download

Entwicklungsförderung und Gewaltprävention für junge Menschen


Die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) befasst sich kontinuierlich und schwerpunktmäßig mit der Frage, wie Gewaltprävention systematisch und nachhaltig gestaltet und verbreitet werden kann. In der Broschüre „Entwicklungsförderung und Gewaltprävention für junge Menschen“ werden Impulse des DFK-Sachverständigenrates für die Auswahl und die Durchführung wirksamer Programme vorgestellt.

Download

Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen


Gewalt gegen Frauen ist kein Problem sozialer Brennpunkte, sondern findet in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Die Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehung" bietet neue Erkenntnisse über das Ausmaß unterschiedlicher Schweregrade und den Kontext von Gewalt gegen Frauen. Sie beleuchtet zudem, welche Faktoren das Risiko von Gewalt gegen Frauen erhöhen oder vermindern und welche Konsequenzen dies für die Unterstützung gewaltbetroffener Frauen hat.
Die Untersuchung basiert auf der repräsentativen Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, für die mehr als 10.000 Frauen befragt wurden.

Download


Medien und Gewalt


Nach den Amokläufen von Littleton, Erfurt, Emsdetten und Winnenden rückte die Wirkung gewalthaltiger Medien immer wieder in den Brennpunkt der Diskussion. Warum sind diese Medien attraktiv? Was können sie bei jugendlichen Konsumenten auslösen? Auf diese und andere Fragen geht der Bericht „Medien und Gewalt“ ein. Er zieht Schlussfolgerungen für die Praxis und zeigt mögliche Erfolg versprechende Strategien auf. Die Autoren stellen dazu aktuelle wissenschaftliche Befunde gegenüber und ziehen eine interdisziplinäre Forschungsbilanz der vergangenen Jahre.

Download


Wege aus der Gewalt


Die Broschüre „Wege aus der Gewalt“ informiert über Ursachen von Gewalt. Sie geht dabei besonders auf die Bedeutung von Familie und Erziehung, die Wohn- und Lebensbedingungen, den Einfluss der Gruppe sowie die Wirkung gewalthaltiger Filme und Videospiele auf junge Menschen ein. Die möglichen Folgen von Gewalthandlungen werden zum einen für die Opfer und zum anderen für die Täter dargestellt. Der Ratgeber gibt Hinweise dazu, wie Kinder und Jugendliche davor bewahrt werden können, Opfer von Gewalttätigkeiten anderer junger Menschen zu werden. Des Weiteren gibt er Tipps, wie Kindern dabei geholfen werden kann, Konflikte friedlich zu lösen. Für die als Zeuge indirekt mit Gewalt konfrontierten jungen Menschen sind Grundregeln beschrieben, wie in Gewaltsituationen Hilfe geleistet bzw. mit Zivilcourage reagiert werden kann.

Download


Gesundheitliche Folgen von Gewalt


Gewalt im privaten und öffentlichen Raum ist mit erheblichen gesundheitlichen Folgen verbunden, die in der ärztlichen Diagnostik und gesundheitlichen Prävention zunehmend Beachtung finden sollten. Das Erkennen von Gewalt als Ursache physischer und psychischer Beeinträchtigungen kann zum Abbau von Über-, Unter- oder Fehlversorgung der Betroffenen beitragen. In seiner Broschüre präsentiert das Robert-Koch-Institut die Ergebnisse der nationalen und internationalen Forschung zu gesundheitlichen Folgen von Gewalt und stellt Handlungsanleitungen sowie Best-Practice-Ansätze für den Umgang mit Gewaltbetroffenen vor.

Download


Links

Forum Friedenspsychologie


Unter Friedenspsychologie werden psychologische Tätigkeiten in Forschung und Praxis verstanden, die sich auf den Abbau und die Prävention von direkter (personaler) und indirekter (struktureller) Gewalt richten. Positiv formuliert, zielt Friedenspsychologie auf die gewaltfreie Lösung von Konflikten und auf die Verwirklichung politisch-ökonomisch-sozialer Gerechtigkeit ab. Thematisch werden zum Beispiel psychologische Aspekte von Aggression und Gewalt, Rechtsextremismus, Militarismus, Kriegspropaganda, Traumatisierung, Friedensengagement, Mediation, ziviler Konfliktbearbeitung, Zivilcourage sowie Wiederaufbau und Versöhnung nach Konflikten behandelt.
Auf der Internetseite des Forums Friedenspsychologie finden interessierte Leser neben allgemeinen Materialien auch Hinweise auf Veranstaltungen und relevante Veröffentlichungen.

Zur Website


Deutsches Forum für Kriminalprävention


Auf der Internetseite der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) finden interessierte Leser neben weiteren nützlichen Informationen und Publikationen unter anderem auch einen „Wegweiser Prävention“, der in Zusammenarbeit mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen verschiedene Gewaltpräventionsprogramme bewertet und verlinkt.

Zur Website

Zum Wegweiser Prävention


EFFEKT


Im Projekt „Entwicklung und Entwicklungsförderung in Familien“ wurden vom Lehrstuhl Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Lösel der Universität Erlangen-Nürnberg Familien und deren Kinder im Kindergartenalter über mehrere Jahre untersucht. In diesem Rahmen wurde die Wirksamkeit von selbst entwickelten Fördertrainings, die das Sozialverhalten verbessern sollen, erforscht.
EFFEKT (EntwicklungsFörderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training) besteht aus einem Elternkurs und spielerischen Kinderkursen, die sowohl einzeln als auch in Kombination angewendet werden können. Im Elterntraining lernen die Eltern unter anderem die Grundregeln positiver Erziehung und wie mit schwierigen Erziehungssituationen umgegangen werden kann. Die sozial-kognitiven Kindertrainings fördern die soziale Kompetenz und bewirken damit die Reduktion von Problemverhalten.
Das Förderprogramm EFFEKT zeigt einen deutlichen, wissenschaftlich belegbaren Rückgang von Verhaltensproblemen bei Kindern, die selbst oder deren Eltern an einem Training teilgenommen haben.

Zur Website


Papilio


Das Präventionsprogramm Papilio, an dessen Entwicklung unter anderem Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin beteiligt war, stärkt und fördert Kinder – und zielt dabei vor allem auf die sozial-emotionalen Kompetenzen, denn diese sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fähigkeiten. Papilio reduziert damit erste Verhaltensprobleme und beugt Sucht und Gewalt im Jugendalter vor. Das ist die Basis für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben im Erwachsenenalter.
Um möglichst viele Kinder zu erreichen und sie nachhaltig zu fördern, geht Papilio den Weg über die Erzieher in den Kindergärten. Sie bekommen in einer Fortbildung konkrete Maßnahmen an die Hand, um die Kinder wirkungsvoll zu fördern und ihr eigenes Erziehungsverhalten zu verbessern. Bisher sind über 5.000 Erzieher in Deutschland in Papilio fortgebildet.

Zur Website

Veranstaltungen

22. Oktober 2014

Symposium anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Psychosozialen Zentrums ESRA, Wien


Immer mehr Menschen, die aufgrund schrecklicher Lebenserfahrungen komplexe Traumatisierungen aufweisen, suchen Hilfe bei psychosozialen Einrichtungen. Auch die Anzahl der Flüchtlinge, Migranten und Opfer von Menschenhandel, die bereits in ihren Herkunftsländern oder auf dem Weg nach Europa durch das Erleben oder Miterleben von Verfolgung, Folter, Misshandlung und anderen Gewalterfahrungen schwer traumatisiert werden, nimmt stetig zu. Für das Psychosoziale Zentrum ESRA, das seit 20 Jahren Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung sowie auch Menschen mit Traumatisierungen durch andere Ursachen behandelt, bildet ein interdisziplinärer, multiprofessioneller Ansatz den Ausgangs- und Mittelpunkt einer wirksamen Therapie, die sowohl die Gesamtheit der Bedürfnisse traumatisierter Menschen als auch das soziale Umfeld berücksichtigt.
Am 22. Oktober 2014 findet in der Orangerie des Schloss Schönbrunn ein internationales Fachsymposium mit dem Titel „Psychotrauma. Erkenntnisse der Wissenschaft und Verantwortung der Gesellschaft“ statt. Internationale Trauma-Experten werden Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit präsentieren. Ziel ist es, die komplexen und vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem individuellen, traumatisierten Menschen, seinem unmittelbaren sozialen Umfeld und der Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

20. bis 22. November 2014

Konferenz „4th International Conference on Survivors of Rape”, Lissabon


Die mittlerweile vierte „International Conference on Survivors of Rape” hat es sich zum Ziel gemacht, nicht nur die aktuelle Datenlage zum Thema Vergewaltigung offen zu legen, sondern auch nach neuen (staatlichen) Präventionsansätzen und Unterstützungssystemen zu suchen. Damit soll die Konferenz zu einer Veränderung der Ist-Situation beitragen, in der Vergewaltigungsfälle mitunter in Unsichtbarkeit und Straflosigkeit verschwinden. Themen sollen unter anderem sein: die europäische Datensammlung zu sexueller Gewalt und Vergewaltigung, die Auswirkungen von sexueller Gewalt und Vergewaltigung auf ihre Opfer, Präventions- und Interventionsprogramme mit Sexualstraftätern sowie Primärprävention und Bildung.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung


26. bis 28. Februar 2015

17. Jahrestagung der DeGPT „Trauma – Körper – Psyche 2015“, Innsbruck


Der Körper ist Forum und Medium von Ausdruck und Kommunikation, er trägt uns, repräsentiert uns, „verkörpert“ uns. Er ist geprägt durch unsere Erlebnisse, Erfahrungen, Freuden, Belastungen und Traumata.
Unter dem Titel „Trauma – Körper – Psyche 2015“ ergründet die 17. Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) Zusammenhänge unserer Lebenswelten außen-innen-um uns von verschiedensten Seiten. Vom 26. Bis 28. Februar 2015 möchte sie zum Denken, zum Reden und zum Austausch anregen.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung


30. und 31. Juli 2015

Seminar „EMDR und Biofeedback in der Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen: Ein neuropsychotherapeutisches Behandlungsprogramm“, Berlin


Vorgestellt wird ein multimodales, neuropsychotherapeutisches Programm zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung. Ausgehend von Befunden der Neurowissenschaft, die darauf hinweisen, dass eine Dissoziation zwischen implizitem und explizitem Traumagedächtnis die Grundlage dieser Störung darstellt, wurden verschiedene Module in das Behandlungsprogramm integriert. Dazu gehört ein Edukationsfilm für Patienten, spezielle kognitiv-behaviorale Interventionstechniken und biofeedbackgestütztes EMDR. Mittels Biofeedback wird die elektrodermale Aktivität der Patienten während der ablaufenden Prozesse als Indikator für die autonome Erregung aufgezeichnet. Die bei der Traumaexposition implizit ablaufenden Prozesse werden damit an Therapeut und Patient rückgemeldet. So ist es möglich, unmittelbar zu kontrollieren, ob das Ausmaß der autonomen Erregung so weit gesenkt werden konnte, dass eine erfolgreiche Verarbeitung und Abspeicherung der traumatischen Erlebnisse im expliziten Gedächtnissystem möglich wird. Mehrere Studien belegen die hohe Wirksamkeit des vorgestellten Programms.
Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten, Psychotherapeuten in Ausbildung mit entsprechenden Vorkenntnissen und Ärzte.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung