Perfektionismus und Burnout

Alles richtig machen, beruflich und privat, keine Fehler oder Schwächen zeigen, immer Topleistung bringen: Was macht perfektionistische Menschen aus? Und inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen Perfektionismus und der Entstehung von Burnout?

Liebe Leserinnen und Leser,

alles richtig machen, beruflich und privat, keine Fehler oder Schwächen zeigen, immer Topleistung bringen: So wünschenswert hohe Ansprüche an sich selbst und die eigene Leistung in vielen Lebensbereichen sind, sie können auch krank machen und dazu führen, dass wir mit nichts mehr zufrieden sind.

Dr. Christine Altstötter-Gleich, Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Koblenz-Landau, forscht unter anderem zu Perfektionismus und seinen Folgen. Im Interview erklärt sie, was gesunde und ungesunde Perfektionisten ausmacht, wie ungesunder Perfektionismus entsteht und mit Burnout zusammenhängt – und wie man einen Weg aus der "Perfektionismusfalle" finden kann.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats März interessante Literaturtipps rund um Perfektionismus und Burnout. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

Die Print-Ausgabe von "report psychologie" dreht sich im März um das Thema "Selbstoptimierung": In einem Interview mit Dr. Karl Kubowitsch geht es um die Problematik "Leistungentfaltung vs. Selbstausbeutung" und die Frage, wo die Grenzen der Performance-Optimierung sind. Im Fokus stehen zudem die Optimierung als Ideologie, als Projekt ohne Ziel sowie eine sportpsychologische Betrachtung der Thematik.

Einen gesunden Umgang mit den eigenen Ansprüchen wünschen

Christa Schaffmann

Chefredakteurin "report psychologie"

und

Susanne Koch
Online-Redaktion

Foto © evgenyananiev – Fotolia.com

 

 

5 Fragen an...

Dr. Christine Altstötter-Gleich

Was macht perfektionistische Menschen aus? Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen Perfektionismus und der Entstehung von Burnout und anderen psychischen Erkrankungen? Was können Betroffene, aber auch Unternehmen tun? Auf diese und weitere Fragen antwortet Dr. Christine Altstötter-Gleich im Interview.

Dr. Christine Altstötter-Gleich ist Mitarbeiterin im Bereich "Diagnostik, Differentielle und Persönlichkeitspsychologie, Methoden und Evaluation" am Institut für Psychologie der Universität Koblenz-Landau. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit Perfektionismus und seinen Folgen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

 

 

Literatur

Perfektionismus und seine vielfältigen psychischen Folgen

 

Eines der zentralen Versprechen der Moderne ist: Jeder Mensch kann und sollte dringend an seiner Verbesserung, ja am besten Vervollkommnung arbeiten. Aber die Reihe der psychischen Probleme, mit denen dieser Perfektionismus in Zusammenhang gebracht wird, verlängert sich immer mehr: Depressionen, Ess- und Zwangsstörungen, Selbstmordgedanken und chronisches Erschöpfungssyndrom, soziale Ängste, Neigung zu Schönheitsoperationen und Burnout. Das Buch führt in die wichtigsten, teilweise widersprüchlichen Konzepte von Perfektionismus ein, versucht seine transdiagnostische Rolle bei verschiedenen psychischen Störungen deutlich zu machen und stellt wichtige therapeutische Ansatzpunkte vor.

Nils Spitzer
Perfektionismus und seine vielfältigen psychischen Folgen

Ein Leitfaden für Psychotherapie und Beratung
2016, 164 Seiten
ISBN 978-3-662-47475-4

Inhaltsverzeichnis


Leseprobe


Bestellmöglichkeit

 

 

 

Perfektionismus

Wahre Fallgeschichten von der Modekrankheit der Stunde: dem Perfektionismus. Der Psychiater und Psychotherapeut Raphael Bonelli erzählt ebenso unterhaltsam wie einfühlsam 70 Fallgeschichten aus der eigenen Praxis: von der Braut, die sich nicht traut, und vom hilflosen Hochstapler, von mickrigen Genitalien und Prüfungsangst, von bedrohlichen Liebesbriefen, übergriffigen Schwiegermüttern, Adonis-Komplexen, "Elefantenschenkeln", "Wespentaillen" und "Superbusen", von eingebildeten Krankheiten und jeder Menge sonstiger Patienten, die sich im Schönheits-, Schlankheits-, Leistungs- und Gesundheitswahn verheddert haben. Seine Diagnose lautet: Ob in der Erziehung, der Ehe oder im Job – immer wollen wir alles richtig machen. Und dabei auch noch gut aussehen. Doch oft scheitern wir an den eigenen Ansprüchen. Bonelli zeichnet ein Bild heutiger Seelennöte, von Ängsten, falschem Ehrgeiz und Lebenslügen, um aufzuzeigen, dass nur der glücklich ist, der sich in seiner ganzen Fehlerhaftigkeit und Durchschnittlichkeit selbst annehmen kann.

Raphael M. Bonelli
Perfektionismus

2014, 336 Seiten
ISBN 978-3-629-13056-3

Bestellmöglichkeit

 

 

Perfektionismus überwinden

Die Gesellschaft feiert Perfektionismus und Selbstoptimierung. Die Kehrseite: Die Reihe der psychischen Probleme, mit denen Perfektionismus in Zusammenhang gebracht wird, verlängert sich immer mehr: Erschöpfung und Aufschiebeverhalten, heftige Schamgefühle und Stress, Depression, Ess- und Zwangsstörung oder soziale Ängste ebenso wie Selbstmordgedanken, Grübeln und Burnout. Dieser Ratgeber zeigt, wie Optimierungszwang, Perfektionismus und Exzellenzstreben uns antreiben und belasten können, und bietet Lösungswege, sich aus diesem Widerspruch des Perfektionismus – gewünschte Erfolgsorientierung und psychisch belastende Folgen – zu befreien.

Nils Spitzer
Perfektionismus überwinden

Müßiggang statt Selbstoptimierung
2017, 149 Seiten
ISBN 978-3-662-53185-3

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Bestellmöglichkeit

 

 

Das Burnout-Syndrom

Der Lehrer, der eines Tages keinen Schritt mehr in die Schule setzen kann, die Managerin, die sich morgens schon geschafft wie nach einem 12-Stunden-Tag fühlt, der Krankenpfleger, der nur noch zynisch über seine Patienten spricht – sie alle könnten unter Burnout leiden. Burnout ist ein Phänomen, das in jedem Beruf und in beinahe jeder Lebenslage auftreten kann: bei Lehrern und Pflegepersonal, bei Künstlern und Entwicklungshelfern, aber auch bei Ingenieuren und Professoren. Und die ersten Stadien haben fast alle schon einmal erlebt.
Burisch hat als Experte für die Thematik eine umfassende Theorie des Burnout-Syndroms entwickelt, die er auf sehr lebendige und mit Fallbeispielen veranschaulichte Weise darstellt. Dabei spricht er sowohl Fachleute als auch Betroffene an – trotz hohen theoretischen Niveaus verliert er nie den Bezug zu Alltagserfahrungen aus dem Auge.
Geschrieben für Betroffene und Interessierte, klinische Psychologen, psychologische und ärztliche Psychotherapeuten, Arbeits- und Organisationspsychologen, Mitarbeiter in Beratungsstellen.

Matthias Burisch
Das Burnout-Syndrom

Theorie der inneren Erschöpfung, zahlreiche Fallbeispiele, Hilfen zur Selbsthilfe
2014, 292 Seiten
ISBN 978-3-642-36254-5

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Bestellmöglichkeit

 

 

Wo brennt es beim Burnout?

Dieses Buch analysiert das Zusammenspiel der Person und der beruflichen Situation als Quelle der Belastung. Es wendet sich an Personalverantwortliche, Vorgesetzte und die von Burnout (potenziell) Betroffenen. Welche Eigenschaften einer Persönlichkeit und welche Arbeitssituationen bergen ein erhöhtes Burnout-Risiko? Was hat das Wechselspiel von Mensch und Arbeitssituation zur Folge? Wie erkennen alle Beteiligten im Unternehmen die oftmals verborgenen Burnout-Gefahren und vermeiden diese künftig? Fundiert und praxisnah zeigt der Autor aus eigener langjähriger Führungserfahrung in einem erfolgreichen Großunternehmen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten, Präventionsstrategien und direkt umsetzbare Handlungsoptionen auf.

Eberhardt Hofmann
Wo brennt es beim Burnout?

Eine passungspräventive Sichtweise zur Analyse und Vermeidung von Burnout
2015, 229 Seiten
ISBN 978-3-658-08591-9

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Bestellmöglichkeit

 

 

Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie

Für viele Psychologiestudierende ist die Persönlichkeitspsychologie eines der spannendsten Grundlagenfächer – schließlich geht es um die Frage: Was macht den Menschen so einzigartig? Warum reagieren wir auf die gleichen Situationen völlig unterschiedlich? Mit diesem Kurzlehrbuch gelingt der Einstieg in das Fach: Grundlagen, typische Fragestellungen und Persönlichkeitstheorien werden anschaulich und mit vielen Anwendungsbeispielen dargestellt.

Manfred Schmitt, Christine Altstötter-Gleich
Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie Kompakt

2010, 199 Seiten
ISBN 978-3-621-27666-5

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe


Bestellmöglichkeit

 

 

Downloads

Burnout - Was Unternehmen und Führungskräfte tun können

Die achtseitige Broschüre "Burnout – Was Unternehmen und Führungskräfte tun können" bildete den Auftakt der BDP-Kampagne "Gesunde Arbeit". Im Rahmen dieser Kampagne erscheinen monatlich speziell für Führungskräfte und Personalverantwortliche Broschüren mit Informationen und Tipps zum Themenfeld "Betriebliches Gesundheitsmanagement". Die Autoren sind Psychologen, die sich beruflich für gesunde Arbeit engagieren.

Download der Broschüre "Burnout"

 

 

Gesundheit und Stress

Der Begriff "Burnout" legte in letzter Zeit eine steile Karriere hin und schaffte es sogar bis auf den Titel eines Wirtschaftsmagazins. Die Erschöpfungsdepression als Trophäe für den modernen Helden der Arbeit? Denn ausgebrannt kann schließlich nur sein, wer sich in seinem Job übermäßig engagiert hat. Sind Burnout und Depression ein unvermeidbarer Arbeitsunfall der Moderne? Das eDossier des Fachmagazins "Wirtschaftspsychologie aktuell" gibt Antworten auf Fragen zu Stress und Gesundheit im Unternehmen.

Download des eDossiers "Gesundheit und Stress"

 

 

Burnout

Der Ratgeber "Burnout" von Martin E. Keck vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie soll helfen, das Phänomen Burnout besser zu verstehen. Er richtet sich an Betroffene, deren Angehörige und Freunde sowie alle Interessierten.

Download des Ratgebers "Burnout"

 

 

Links

Gesunde Arbeit

In der BDP-Kampagne "Gesunde Arbeit" erscheinen monatlich speziell für Führungskräfte und Personalverantwortliche Broschüren mit Informationen und Tipps zum Themenfeld "Betriebliches Gesundheitsmanagement". Die Autoren sind Psychologen, die sich beruflich für gesunde Arbeit engagieren.

Zur BDP-Kampagne "Gesunde Arbeit"

 

 

Veranstaltungen

18. und 19. Mai 2017

Interdisziplinärer Präventionskongress "Gesund leben und arbeiten", Leinfelden-Echterdingen

Am 18. und 19. Mai 2017 findet in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen der interdisziplinärer Kongress "Gesund leben und arbeiten", eine Fachveranstaltung für betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung, statt.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

 

 

14. Juni 2017

Seminar "Burnout-Prävention im Team und im Betrieblichen Gesundheitsmanagement", Berlin

Das Thema Burnout spielt im Kontext von Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements mittlerweile eine große Rolle. Entsprechend finden Präventionsmaßnahmen einerseits auf der Ebene von Person und Privatleben statt, andererseits gewinnt die Berücksichtigung von Zielgruppen und Teams, der Vorgesetztenfunktion sowie institutioneller und gesellschaftlicher Faktoren eine größere Bedeutung für die Burnout-Prävention. Das Seminar sensibilisiert dafür, im eigenen Berufsleben die Burnout-Gefahr zu erkennen und ihr auf verschiedenen Ebenen entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden die Teilnehmer nach dem Seminar eigene Veranstaltungen und Vorträge in ihrem Bereich (Coaching, Lebensberatung, Psychotherapie) abhalten können.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

 

 

22. bis 25. August 2017

13. Kongress für Gesundheitspsychologie, Siegen

Vom 22. bis 25. August 2017 findet an der Universität Siegen der 13. Kongress für Gesundheitspsychologie statt. Thema ist die "Gesundheitspsychologie 4.0 – Konzeptuelle Innovationen, interdisziplinäre Perspektiven, neue Karrieren".

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

 

 

6. Oktober 2017

Seminar "Burnout-Prävention im Team und im Betrieblichen Gesundheitsmanagement", Köln

Das Thema Burnout spielt im Kontext von Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements mittlerweile eine große Rolle. Entsprechend finden Präventionsmaßnahmen einerseits auf der Ebene von Person und Privatleben statt, andererseits gewinnt die Berücksichtigung von Zielgruppen und Teams, der Vorgesetztenfunktion sowie institutioneller und gesellschaftlicher Faktoren eine größere Bedeutung für die Burnout-Prävention. Das Seminar sensibilisiert dafür, im eigenen Berufsleben die Burnout-Gefahr zu erkennen und ihr auf verschiedenen Ebenen entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden die Teilnehmer nach dem Seminar eigene Veranstaltungen und Vorträge in ihrem Bereich (Coaching, Lebensberatung, Psychotherapie) abhalten können.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung