Psychologie der Lebensmitte

Welche besonderen Herausforderungen und Chancen hält die Lebensmitte für uns bereit? Gibt es so etwas wie einen Wohlbefindensknick oder gar eine Midlifecrisis? Und was können Menschen schon im mittleren Erwachsenenalter für ein körperlich und seelisch gesundes Alter tun?

Liebe Leserinnen und Leser,

den Begriff „Midlifecrisis“ kennt vermutlich jeder. Und er taucht in unseren Köpfen sofort auf, wenn es um die Lebensphase des mittleren Erwachsenenalters geht. Doch ist die Lebensmitte tatsächlich eine Zeit der Krise, Unzufriedenheit und des Umbruchs?

Prof. Dr. Ursula M. Staudinger ist Gründungsdirektorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University, New York (USA). Die deutsche Psychologin beschäftigt sich in ihren Forschungen mit der Entwicklungspsychologie der gesamten Lebensspanne. Im Interview erklärt sie, welche besonderen Herausforderungen die Lebensmitte an den Menschen stellt, warum eine Midlifecrisis so nicht existiert, sich der Begriff aber dennoch hält, und was Menschen schon im mittleren Alter für ein körperlich und seelisch gesundes Alter tun können.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats Oktober interessante Literaturtipps rund um die Entwicklungspsychologie und das Erwachsenenalter. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

In der Print-Ausgabe von „report psychologie“ geht es im Oktober um das Alter: Fokus und Fachartikel drehen sich unter anderem um die Themen „Gesundheit und Alter“, „Internetnutzung im Alter“ und „Palliativpsychologie“.

Eine entspannte Einstellung dem eigenen Altern gegenüber wünschen

Alenka Tschischka
Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion

P.S.: Wir freuen uns wie immer über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

5 Fragen an...

Prof. Dr. Ursula Staudinger


Welche besonderen Herausforderungen und Chancen hält die Lebensmitte für uns bereit? Gibt es so etwas wie einen Wohlbefindensknick oder gar eine Midlifecrisis? Und was können Menschen schon im mittleren Erwachsenenalter für ein körperlich und seelisch gesundes Alter tun? Auf diese und weitere Fragen antwortet Prof. Dr. Ursula M. Staudinger im Interview.

Prof. Dr. Ursula M. Staudinger ist eine deutsche Psychologin und Alternsforscherin. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit den Chancen und Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, erforscht die Potenziale des Alterns und untersucht die Veränderbarkeit des Alternsprozesses. Sie ist Gründungsdirektorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University, New York (USA).

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Literatur

Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters


Übersichtlich und verständlich führt dieses Buch in das Gebiet der Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters ein. Die Autoren untersuchen dabei die Lebensläufe und Entwicklungen erwachsener Menschen unter der Fragestellung, wie sich Identität, Lebensziele und soziale Beziehungen verändern und welche Rolle Lebensereignisse und -krisen spielen. Der Leser erhält in dieser überarbeiteten und erweiterten Neuauflage einen Überblick über die möglichen Entwicklungsprozesse dieser Lebensphase, über zentrale theoretische Modelle und die aktuelle Forschungslage.

Toni Faltermaier, Philipp Mayring, Winfried Saup, Petra Strehmel
Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters
2013, 320 Seiten
ISBN 978-3-17-020858-2

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Entwicklung im Erwachsenenalter


Entwicklung findet nicht nur im Kindes- und Jugendalter, sondern über die gesamte Lebensspanne hinweg statt. Das Buch bietet eine verständliche und umfassende Einführung in die Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters. Zentrale Theorien und neue Ansätze werden vorgestellt und die Inhalte anhand von aktuellen Forschungsergebnissen und zahlreichen Beispielen veranschaulicht. Einleitend geht der Band auf die theoretischen Grundlagen der Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters ein. Die weiteren Kapitel thematisieren körperliche und kognitive Veränderungen und legen beispielsweise dar, welche Funktionsverluste mit fortschreitendem Alter auftreten und mit welchen Maßnahmen diese abgemildert oder herausgezögert werden können. Weitere Themen sind Entwicklungen im Bereich der Persönlichkeit sowie die Rolle und Entwicklung sozialer Beziehungen im Erwachsenenalter. Berufliche Interessen und berufliche Leistungsfähigkeit sowie Aspekte der Freizeitgestaltung werden beleuchtet. Abschließend behandelt der Band den Themenkomplex „Sterben und Tod“ aus entwicklungspsychologischer Sicht.

Gerd Mietzel
Entwicklung im Erwachsenenalter

2012, 633 Seiten
ISBN 9783801724382

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Entwicklungspsychologie der Lebensspanne


In der Entwicklungspsychologie hat sich – auch unter dem Einfluss des soziodemographischen Wandels – ein Paradigmenwechsel zu einer lebensspannenumfassenden Perspektive vollzogen. In diesem Lehrbuch werden zentrale Ansätze und Ergebnisse der Lebensspannen-Entwicklungspsychologie umfassend und anschaulich dargestellt. Neben grundlegenden theoretischen und methodischen Fragen werden unter anderem folgende Themen behandelt: Biologische und verhaltensgenetische Aspekte von Entwicklungsprozessen, Altern und kognitive Funktionen, Selbst und Identität im Lebenszyklus, adaptive Dynamiken und Bewältigungsprozesse, Familien- und Partnerschaftsentwicklung, Entwicklung in sozialen und kulturellen Kontexten, Beratungs- und Interventionskonzepte und Aspekte positiver Entwicklung.

Jochen Brandtstädter, Ulman Lindenberger (Hrsg.)
Entwicklungspsychologie der Lebensspanne

Ein Lehrbuch
2007, 768 Seiten
ISBN 978-3-17-018180-9

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Entwicklungspsychologie


Was nimmt das Neugeborene wahr? Wann und wie bildet sich unsere Persönlichkeit heraus? Wie verändern sich kognitive Fähigkeiten im Erwachsenenalter? Die Inhalte der Entwicklungspsychologie sind breit gefächert und anschaulich wie in kaum einem anderen Fachgebiet der Psychologie.

Wolfgang Schneider, Ulman Lindenberger (Hrsg.)
Entwicklungspsychologie

2012, 896 Seiten
ISBN 978-3-621-27768-6

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Krise in der Lebensmitte


In diesem Buch werden die Chancen und Risiken der vielbesprochenen „Midlifecrisis“ thematisiert. Therapeuten und Berater erhalten Anregungen für ihre Arbeit und Selbstreflexion. Die unterschiedlichen Formen, die die Durchbrüche des Unbewussten im Alltag von Männern und Frauen annehmen, werden auch anhand klinischer Beispiele genauer untersucht. Wie kann die Jung‘sche Sichtweise dabei helfen, die Hinweise des Unbewussten in kreativer, geduldiger, oft überraschender Weise zu entschlüsseln, zu integrieren und zu nutzen? Diesen Fragen geht der Autor in therapeutischer, persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht nach.

Volker Münch
Krise in der Lebensmitte

Perspektiven der analytischen Psychologie für Psychotherapie und Beratung
2016, 142 Seiten
ISBN 978-3-662-47984-1

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Resilienz im Erwachsenenalter


Die Psychologie der seelischen Widerstandskraft Resilienz ist in mehreren Fächern der Psychologie ein wichtiges Thema und auch außerhalb der Universitäten längst ein Trend. Dieses Lehrbuch stellt Konzepte und Forschungsergebnisse über Resilienz im Erwachsenenalter vor: von den Ursachen und Rahmenbedingungen bis hin zur Förderung in der späteren Berufspraxis. Die Psychologie der Lebensspanne bildet dabei den fächerübergreifenden Rahmen, der zu einem umfassenden und vertieften Verständnis psychischer Widerstandsfähigkeit beiträgt.

Bernhard Leipold
Resilienz im Erwachsenenalter

2015, 240 Seiten
ISBN 9783825244514

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Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne


Das Thema Resilienz und die Förderung von Schutzfaktoren hat in den Human- und Gesundheitswissenschaften in den letzten Jahren – verbunden mit dem Paradigmenwechsel von der Defizit- zur Ressourcenorientierung bzw. von der Pathogenese zur Salutogenese – eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Resilienz und Resilienzförderung bezieht sich dabei nicht nur auf bestimmte Altersbereiche, sondern ist ein Querschnittsthema über die gesamte Lebensspanne hinweg. In diesem Buch wird das Resilienzkonzept deshalb konkret auf unterschiedliche Entwicklungsphasen bezogen: Die Bedeutung von Resilienz und entsprechende Fördermöglichkeiten werden für die frühe und spätere Kindheit, die Adoleszenz sowie das Erwachsenen- und hohe Alter dargestellt. Studierende und Praktiker erhalten theoretische und praktische Hinweise, wie in den unterschiedlichen Lebenphasen Resilienzförderung gestaltet werden kann. Zusätzlich werden neue Felder, wie zum Beispiel resilienzfokussierte Psychotherapie, vorgestellt.

Maike Rönnau-Böse, Klaus Fröhlich-Gildhoff
Resilienz und Resilienzförderung über die Lebensspanne

2015, 230 Seiten
ISBN 978-3-17-026056-6

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Downloads

Gesundheit und Stress


Der Begriff Burnout legte in letzter Zeit eine steile Karriere hin und schaffte es sogar bis auf den Titel eines Wirtschaftsmagazins. Die Erschöpfungsdepression als Trophäe für den modernen Helden der Arbeit? Denn ausgebrannt kann schließlich nur sein, wer sich in seinem Job übermäßig engagiert hat. Ist Burnout und Depression ein unvermeidbarer Arbeitsunfall der Moderne? Das eDossier des Fachmagazins „Wirtschaftspsychologie aktuell“ gibt Antworten auf Fragen zu Stress und Gesundheit im Unternehmen.

Download des eDossiers

Links

Ursula M. Staudinger


Prof. Dr. Ursula M. Staudinger ist eine international führende Alternswissenschaftlerin. Sie befasst sich mit den Chancen und Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, erforscht die Potenziale des Alterns und untersucht die Veränderbarkeit des Alternsprozesses. Ihre Erkenntnisse geben wichtige Hinweise für die Gestaltung von Lebens-, Arbeits- und Bildungswelten vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

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Veranstaltungen

02. bis 03. Dezember 2016

28. Symposium "Psychonalyse und Altern", Kassel


Am 02. und 03. Dezember 2016 findet in Kassel das Symposium „Psychoanalyse und Altern“ statt. Ziel ist es, aus psychoanalytischer Sicht das Wissen um das Alter und das Altern zu erweitern und psychotherapeutische Vorgehensweisen auch für diesen Lebensabschnitt zu fördern.

Informationen zur Veranstaltung


09. und 10. Februar 2017

Symposium "Altern", Zürich (Schweiz)


Am 9. und 10. Februar 2017 veranstaltet die Arbeitsgruppe „Altern und Ethik“ zusammen mit der BDP-Fachgruppe „Arbeit mit älteren Menschen“ in Zürich (Schweiz) ein Symposium zum Thema „Altern zwischen Botox und Demenz – Gerontologie und Ethik im Dialog“.

Informationen zur Veranstaltung

20. bis 22. April 2017

Internationale Konferenz "Aging & Cognition 2017", Zürich (Schweiz)


Vom 20. bis 22. April 2017 findet an der Universität Zürich die 4. internationale Konferenz „Aging & Cognition 20172 statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der European Cognitive Aging Society (EUCAS).

Informationen zur Veranstaltung

23. bis 27. Juli 2017

21. IAGG World Congress of Gerontology and Geriatrics, San Francisco (USA)


Vom 23. bis 27. Juli lädt die International Association of Gerontology and Geriatrics (IAGG) nach San Francisco (USA) zu ihrer 21. Tagung. Thema des „World Congress of Gerontology and Geriatrics“ sind die Herausforderungen der alternden Gesellschaft.

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