Psychologie in der Bundeswehr

In den unterschiedlichen militärischen Einsatzbereichen der Bundeswehr arbeiten heute verschiedenste, hoch spezialisierte Fachkräfte. Welchen besonderen psychischen Belastungen sind Soldaten im In- und Ausland ausgesetzt? Welche Möglichkeiten der Hilfe bietet die Bundeswehr Soldaten mit psychischen Problemen? Wie wird der Entstehung psychischer Störungen präventiv entgegengewirkt?

Liebe Leserinnen und Leser,

in militärischen Einsätzen sind die Soldaten der Bundeswehr – je nach Einsatzort und Art der Tätigkeit – unterschiedlichen psychischen Belastungen ausgesetzt. Besonders Auslandseinsätze bergen zum Teil ein hohes psychisches Traumatisierungspotenzial. So kehrten rund zwei Prozent aller deutschen Bundeswehrsoldaten, die im Jahre 2009 an einem Einsatz in Afghanistan im Rahmen der ISAF-Mission teilgenommen hatten, mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus dem Einsatz zurück.
Das Psychotraumazentrum am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Früherkennung von psychischen Erkrankungen weiterzuentwickeln, die Prävention voranzutreiben sowie die Behandlung betroffener Soldaten zu verbessern.

Dr. Jens Kowalski, Leiter der Forschungssektion des Psychotraumazentrums, berichtet im Interview von den Belastungen, die auf die Soldaten im In- und Ausland einwirken, von der Präventionsarbeit der Bundeswehr, von Erfolgen seiner Arbeit und von Hürden, die es noch zu nehmen gilt. Zudem gibt er einen Einblick in die Arbeit von Psychologen bei der Bundeswehr – dem zweitgrößten Arbeitgeber für Psychologen in Deutschland.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats September interessante Literaturtipps zu Anpassungsstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen, zur Notfallpsychologie sowie zu Gewalt und Aggressionen. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

Die Print-Ausgabe „report psychologie“ beschäftigt sich im September mit dem Thema Notfallpsychologie: Die Rubrik „Fokus“ berichtet Wissenswertes über Traumatisierungen, die auch Helfende in Notfällen erleiden sowie über frühe Hilfen für Kinder, die Opfer gewaltsamer Übergriffe wurden.

Einen ruhigen und friedlichen September wünschen

Alenka Tschischka
Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion


P.S.: Wir freuen uns über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

Foto © isafmedia / flickr.com unter CC BY 2.0

5 Fragen an...

Jens Kowalski

Welchen besonderen Belastungen sind Soldaten in Deutschland und im Auslandseinsatz ausgesetzt? Welche Möglichkeiten haben die Soldaten, sich im Ernstfall psychologische Hilfe und Beratung zu suchen? Welche präventiven Maßnahmen gibt es? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Jens Kowalski im Interview.

Dr. Jens Kowalski ist Diplom-Psychologe und seit 1990 als ziviler Mitarbeiter bei der Bundeswehr tätig. Seit April 2011 leitet er die Forschungssektion des Psychotraumazentrums am Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

Literatur

Soldatenalltag in Afghanistan


Im Juni 2011 widmete "report psychologie" seinen Fokus dem Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, seinen Begleiterscheinungen und Folgen.
Unter anderem berichtet darin Dr. Phil Langer vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr (SOWI) in einem Interview über die Ergebnisse der Studie „ISAF 2010“. Ziel der Studie war es, Erkenntnisse über Einstellungen, Belastungen und einsatzbedingte Entwicklungen von Soldaten im Afghanistan-Einsatz zu gewinnen.

Bestellmöglichkeit

Psychologie für Einsatz und Notfall


Die Herausgeber arbeiten in diesem Buch die Erfahrungen der Bundeswehr und des Österreichischen Bundesheeres mit friedenserhaltenden und friedensschaffenden Auslandseinsätzen einerseits, und die zivilen Unglücksfälle und Katastrophe andererseits, so auf, dass daraus ein umfassendes Bild der psychologisch bedeutsamen Handlungsfelder in Zusammenhang mit solchen Einsätzen entsteht.
Das Buch ist auch für Nicht-Fachleute leicht lesbar. Eine Vielzahl sehr konkreter Falldarstellungen verdeutlichen die jeweilige truppenpsychologische Lehrmeinung. Über fünfzig Falldarstellungen füllen ein großes Spektrum aus: Psychologische Einsatzvorbereitungen durch Personalauswahl und Ausbildung, Truppenpsychologie im Einsatz und Rückkehr in die Heimat, nach dem Einsatz und die „Familie zu Hause“. Notfallpsychologie, Besonderheiten bei militärischem Spezialpersonal.
Von österreichischer Seite wird am Beispiel des Lawinenunglücks von Galtür die truppenpsychologische Begleitung militärischer Katastrophenhilfe geschildert.
Deutsche Truppenpsychologen schildern ihre Erfahrungen im Rahmen der Bundeswehrunterstützung beim ICE-Unglück in Eschede und bei der Schneekatastrophe in Bad Reichenhall.

Klaus J. Puzicha, Dieter Hansen, Wolfgang W. Weber
Psychologie für Einsatz und Notfall
Internationale truppenpsychologische Erfahrungen mit Auslandseinsätzen, Unglücksfällen, Katastrophen
2012, 530 Seiten
ISBN 978-3-7637-6290-3

Bestellmöglichkeit

Psychosoziale Hilfe bei Katastrophen und komplexen Schadenslagen


Bei Katastrophen und anderen Notfällen ist neben medizinischer Erstversorgung der Betroffenen die psychosoziale Betreuung von immenser Bedeutung. Das Buch beschreibt Begriffe wie Trauer, traumatische Erfahrung, Akuttrauma, Krisen- und Akutintervention für unterschiedliche Altersgruppen anhand von Beispielen und Erfahrungen.
„Lessons learned" zeigen Teamorganisation, Kriterien zur Durchführung von Akutinterventionen und Abläufe der psychosozialen Hilfe auf. Schwerpunkte stellen die Haltung gegenüber Betroffenen, Techniken psychosozialer Interventionen sowie wissenschaftliche Grundlagen der Psychotraumatologie und Stressbewältigung dar.
Die Autoren berichten dabei aus ihrer langjährigen Praxis als Lehrende und Einsatzkräfte im Bereich der psychosozialen Unterstützung. Rechtliche Grundlagen und internationale Empfehlungen (WHO, EU, ISTSS) vervollständigen das Werk. Das Buch stellt eine wichtige Orientierung im Feld tätiger psychosozialer Betreuer und Krisenhelfer dar.

Brigitte Lueger-Schuster, Marion Krüsmann, Katharina Purtscher (Hrsg.)
Psychosoziale Hilfe bei Katastrophen und komplexen Schadenslagen
Lessons Learned
2006, 228 Seiten
ISBN 978-3-211-29130-6

Bestellmöglichkeit

Nach dem Trauma


Über die Medien erreichen uns täglich Schreckensmeldungen. Wir lesen, hören, sehen von Attentaten, Überfällen und Entführungen, von Naturkatastrophen und kriegerischer Gewalt, von Vergewaltigungen und von Gewalt an Kindern. Oder aber es handelt sich um „alltäglichere“ Ereignisse wie z.B. einen Verkehrsunfall, die Diagnose einer schweren Erkrankung oder den plötzlichen Tod eines nahe stehenden Menschen.
Dieser Ratgeber hilft Betroffenen, ihren Angehörigen und unterstützenden Personen, die möglichen Folgen traumatischer Erfahrungen besser zu verstehen und damit umzugehen. Er informiert über verschiedene Formen und mögliche psychische und gesundheitliche Folgen von Traumatisierung sowie über verschiedene spezielle traumatische Ereignisse. Zudem enthält er grundsätzliche Tipps, Strategien und Übungen zur Selbsthilfe im Umgang mit belastenden Reaktionen und zur Stärkung der Persönlichkeit und der Selbstheilungskräfte. Ergänzend informiert der Ratgeber darüber, was Angehörige und Freunde hilfreich beitragen können, um die Heilung der Seele zu unterstützen sowie über den Umgang mit traumatisierten Kindern, und auch, wann es angezeigt ist, Unterstützung von psychologisch-psychotherapeutischen Fachpersonen in Anspruch zu nehmen.

Gaby Gschwend
Nach dem Trauma
Ein Handbuch für Betroffene und ihre Angehörigen
2006, 101 Seiten
ISBN 978-3-456-84305-6


Bestellmöglichkeit


Leben nach dem Trauma


Menschen, die traumatisierenden Erfahrungen ausgesetzt waren (Misshandlung, Missbrauch in der Kindheit, Kriegs- und andere Gewalterfahrungen), entwickeln oft vielfältige Reaktionen und Bewältigungsformen, die mit klaren und eindeutigen Diagnosen schwer greifbar sind.
Das Buch „Leben nach dem Trauma“ – orientiert am Verständnis der humanistischen Psychologie – geht von der in der Praxis erlebbaren Reaktionsvielfalt aus. Die Posttraumatische Belastungsstörung ist nur eine von vielen Reaktionsmöglichkeiten. „Leben nach dem Trauma“ stellt eine schulenübergreifende Konzeption zum Verständnis und zur Therapie Trauma bedingter Störungen vor. Einen wichtigen therapeutischen Schwerpunkt bilden gestalttherapeutische Interventionen.
Darüber hinaus bietet das Buch eine gute Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung zur Posttraumatischen Belastungsstörung: Erscheinungsbild, Erklärungs- und Therapieansätze. Praktikern im psychosozialen Arbeitsfeld liegt hiermit ein theorie- und praxisreflektierter integrativer Ansatz zur Posttraumatischen Belastungsstörung vor.

Willi Butollo, Marion Krüsmann, Maria Hagl
Leben nach dem Trauma
Über den psychotherapeutischen Umgang mit dem Entsetzen
2002, 339 Seiten
ISBN 978-3-608-89600-8

Bestellmöglichkeit


Notfallpsychologie


Ob es um das Überbringen einer Todesnachricht oder die organisatorischen Probleme bei Großschadensereignisse mit Schwerverletzten und Toten geht – die Notfallpsychologie beschäftigt sich mit den Belastungen, Folgen und Interventionsmöglichkeiten bei Notfallopfern, Helfern und sonstigen Beteiligten. So umfassend und fundiert wurde das spannende Fachgebiet selten dargestellt: Grundlagen und Anwendungswissen – von psychischer erster Hilfe über psycho-soziale Notfallhilfe bis hin zur psychotherapeutischen Behandlung.

Frank Lasogga, Bernd Gasch (Hrsg.)
Notfallpsychologie
Lehrbuch für die Praxis
2011, 530 Seiten
ISBN 978-3-642-15307-5

Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Notfallpsychologie und Trauma-Akuttherapie


Traumatisierte Menschen brauchen unmittelbar nach dem Ereignis Betreuung. Der psychologische Notfalleinsatz wird einschließlich der möglichen Reaktionen von Betroffenen beschrieben; die Situation von Kindern und Angehörigen wird speziell berücksichtigt. Im Kapitel zur Trauma-Akuttherapie werden klar und knapp Inhalte, Ziele und spezielle Faktoren in der Trauma-Therapie dargestellt. Zudem widmet sich ein Kapitel der Traumatisierung der Helfer. Das Buch empfiehlt sich als nützliche, fundierte, praktische und übersichtliche Information und Wegbegleitung.

Gaby Gschwend
Notfallpsychologie und Trauma-Akuttherapie
Ein kurzes Handbuch für die Praxis
2012, 107 Seiten
ISBN 978-3-456-85003-0

Bestellmöglichkeit

Anpassungsstörung und Akute Belastungsreaktion


Die Anpassungsstörung und Akute Belastungsreaktion gehören zur Gruppe der Anpassungs- und Belastungsstörungen. Anpassungsstörungen äußern sich vor allem in depressiven und Angstsymptomen, Akute Belastungsstörungen treten häufig nach besonders schwerwiegenden Ereignissen und traumatischen Erfahrungen, wie Notfällen und Unglücken, auf. Der Band liefert eine Beschreibung der beiden Störungsbilder und informiert über therapeutische Maßnahmen.

Jürgen Bengel, Sybille Hubert
Anpassungsstörung und Akute Belastungsreaktion
2010, 113 Seiten
ISBN 978-3-8017-1622-6

Bestellmöglichkeit

Posttraumatische Belastungsstörungen


Gewalterfahrungen, schwere Unfälle, Katastrophen oder Todesfälle im nahen Umfeld – extreme Situationen können zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen. Darunter werden unterschiedliche psychische und psychosomatische Symptome zusammengefasst, die als Langzeitfolgen auch noch Jahre nach dem belastenden Erlebnis auftauchen können. Durch eine frühzeitige psychotherapeutische Intervention kann der Entwicklung eines PTSD entgegengewirkt werden.
Die dritte umfassend überarbeitete und erweiterte Auflage umfasst neben einem ausführlichen Grundlagenteil einen aktualisierten Therapieteil mit Schwerpunkt auf der ausführlichen Darstellung der psychotherapeutischen Interventionen sowie PTBS bei spezifischen Gruppen oder spezifischen Problemstellungen.

Andreas Maercker (Hrsg.)
Posttraumatische Belastungsstörungen
2009, 522 Seiten
ISBN 978-3-540-88488-0

Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Posttraumatische Belastungsstörungen bei gefährdeten Berufsgruppen


Welche psychischen Auswirkungen haben Katastrophen, Terroranschläge und Gewalttaten auf die Helfer (u.a. Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei)? Anhand zahlreicher Beispiele werden Risiko- und Schutzfaktoren erläutert, die Organisation psychosozialer Unterstützung u.a. bei Großschadenereignissen veranschaulicht sowie Präventions- und Behandlungskonzepte praxisnah vorgestellt.
Spätestens seit dem ICE-Unglück in Eschede und den Terroranschlägen in den USA wissen wir, dass neben den primären Opfern auch die Helfer grauenhafte Eindrücke ertragen müssen und daher in der Gefahr sind, posttraumatische Belastungsstörungen auszubilden. Zu den Risikogruppen zählen Soldaten, Angehörige der Feuerwehr und der Rettungsdienste, aber auch Journalisten im Auslandeinsatz und Sozialarbeiter, Ärzte, Psychologen, die schwertraumatisierte Menschen betreuen. Auf der Basis des aktuellen Wissensstandes und anhand zahlreicher Beispiele vermittelt das Buch Verständnis für Erlebnisprozesse bei hochbelastenden Einsätzen, zeigt Art und Ausprägung von Belastungsreaktionen bei gefährdeten Berufsgruppen auf und erläutert Faktoren, die das Erkrankungsrisiko mitbestimmen. Es werden Modelle für die Organisation psychosozialer Unterstützung nach Extrembelastungen und wirksame Konzepte zur Prävention und Therapie vorgestellt.

Frauke Teegen
Posttraumatische Belastungsstörungen bei gefährdeten Berufsgruppen
Prävalenz – Prävention – Behandlung
2003, 192 Seiten
ISBN 978-3-456-83806-9

Bestellmöglichkeit

PTBS – Das unsichtbare Leid


Die Konfrontation mit schlimmsten Erfahrungen – mit Schadensfällen, Katastrophen und deren Folgen, das Erleben von Tod, Verletzung und Verwundung – kann traumatischen Stress auslösen.
Mitarbeiter von Katastrophen- und Rettungsdiensten, militärische und polizeiliche Einsatzkräfte sowie ehrenamtliche Helfer sind besonders betroffen. Ein Teil der Traumatisierten erkrankt an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Das Handbuch beschreibt die Entstehung von Stress und Trauma, die Erkennung von PTBS und deren Behandlung. Fallbeispiele erklären Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Ein Fragebogen hilft bei der ersten Erfassung von Reaktionen nach Belastungen und gibt Aufschluss, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.

Catri Tegtmeier, Michael A. Tegtmeier
PTBS – Das unsichtbare Leid
Posttraumatische Belastungsstörung: Handbuch für Einsatzkräfte und deren Angehörige
2011, 192 Seiten
ISBN 978-3-8029-6256-1

Bestellmöglichkeit

Wenn Albträume wahr werden


Gewalt, Kriege, Katastrophen, Unfälle, Tod, aber auch schwere menschliche Enttäuschungen können das Leben radikal verändern. Vor kurzem noch mitten im Leben stehende Menschen sind nach traumatischen Erlebnissen passiv, lustlos, wie betäubt; sie schotten sich von ihrer Umgebung ab, sind von ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen niedergedrückt. Flashbacks – Rückblenden – der erlebten Situation bestimmen permanent ihre Gedanken, nachts ist ihr Schlaf durch immer wiederkehrende Albträume gestört. Die Rückkehr in ein normales Leben ist ohne unterstützende Verarbeitung des Erlebten nicht möglich.
Das vorliegende Buch zeigt, wie erlebte Traumatisierungen – und der daraus resultierende Stress – mithilfe der kognitiven Verhaltenstherapie erkannt, verstanden und überwunden werden können. Praktische Ratschläge und bewährte Übungen helfen, wirksame Wege der Bewältigung zu erschließen und die verletzte Seele zu heilen. Negative Denkmuster werden „umgestrickt“, ein hoffnungsfrohes, zukunftsorientiertes Leben wird wieder möglich.
Dieses praxisorientierte Buch eignet sich sowohl für Betroffene als auch für behandelnde Therapeuten.

Claudia Herbert, Ann Wetmore
Wenn Albträume wahr werden
Traumatische Ereignisse verarbeiten und überwinden
2006, 203 Seiten
ISBN 978-3-456-84218-9

Bestellmöglichkeit

Posttraumatische Belastungsstörung


Dieses Therapiemanual dient zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und damit verbundener Probleme. Das Vorgehen beruht auf der Cognitive Processing Therapy (CPT) von Patricia A. Resick, einer in den USA verbreiteten Therapieform, deren Wirksamkeit durch viele Studien belegt ist. Das kognitiv-verhaltenstherapeutische Vorgehen eignet sich besonders für Patienten, die Typ-I-Traumata erlebt haben, wie Überfälle, Unfälle und Vergewaltigungen. Jedoch hat sich die CPT auch bei der Behandlung von Kriegs- und anderen komplexen Traumata als wirksam erwiesen. Das Manual bietet einen Leitfaden für die gesamte Therapie, beginnend mit Psychoedukation und Ableitung des Therapierationals, Hinwendung zum traumatischen Ereignis und kognitiver Arbeit. Dabei fokussiert letztere neben bewährten Techniken der kognitiven Therapie auch auf fünf Themenbereiche, die für traumatisierte Menschen oft wichtig sind: Sicherheit, Vertrauen, Macht und Kontrolle sowie Wertschätzung und Intimität. Die deutsche Version der CPT wurde durch behaviorale Bausteine ergänzt, die die Patienten dabei unterstützen sollen, ihren sozialen Rückzug und ihr Vermeidungsverhalten Schritt für Schritt aufzugeben. Zahlreiche Arbeitsblätter zur Durchführung der Therapie stehen auf der beiliegenden CD-ROM direkt zum Ausdrucken bereit.

Julia König, Patricia A. Resick, Regina Karl, Rita Rosner
Posttraumatische Belastungsstörung
Ein Manual zur Cognitive Processing Therapy
2012, 134 Seiten
ISBN 978-3-8017-2419-1

Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Trauma Rehabilitation After War and Conflict


Fear, terror, helplessness, rage: for soldier and civilian alike, the psychological costs of war are staggering. And for those traumatized by chronic armed conflict, healing, recovery, and closure can seem like impossible goals.
Demonstrating wide-ranging knowledge of the vulnerabilities and resilience of war survivors, the collaborators on „Trauma Rehabilitation after War and Conflict“ analyze successful rehabilitative processes and intervention programs in conflict-affected areas of the world. Its dual focus on individual and community healing builds on the concept of the protective „trauma membrane", a component crucial to coping and healing, to humanitarian efforts (though one which is often passed over in favour of rebuilding infrastructure), and to promoting and sustaining peace. The book’s multiple perspectives—including public health, community-based systems, and trauma-focused approaches—reflect the complex psychological, social, and emotional stresses faced by survivors, to provide authoritative information on salient topics.

Erin Martz (Hrsg.)
Trauma Rehabilitation After War and Conflict
Community and Individual Perspectives
2010, 612 Seiten
ISBN 978-1-4419-5721-4


Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Aggression und Gewalt


Was ist Aggression, und wie wird aus Aggression Gewalt? Nimmt Gewalt zu? Welchen Einfluss haben Geschlecht, Familie und Schule? Diese Fragen beschäftigen Wissenschaftler und Praktiker unterschiedlicher Disziplinen, weil Aggression biologische, entwicklungspsychologische, soziologische, pädagogische und sozialpolitische Aspekte berührt, die alle im Alltag erhebliche Tragweite besitzen. Klaus Wahl, einer der führenden Aggressionsforscher in Deutschland, legt in diesem Buch eine Übersicht über den aktuellen Wissensstand zum Thema Aggression vor, der in vielfältigen Studien von der Genetik und Gehirnforschung bis zur Kriminologie und Kriegsforschung zusammengetragen wurde. In neuartiger Weise wird das Zusammenspiel der biotischen, psychischen und sozialen Mechanismen vorgeführt, die zu Aggression führen. Das Buch ist wie ein lesbares Lehrbuch geschrieben und bietet Studierenden und Wissenschaftlern der verschiedenen Disziplinen sowie interessierten Berufspraktikern komplette Informationen zum Nachschlagen, und auf viele brennende Fragen zu Aggression und Gewalt gibt es neue überraschende Antworten.

Klaus Wahl
Aggression und Gewalt
Ein biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Überblick
2010, 206 Seiten
ISBN 978-3-8274-2388-7

Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Human Factors


In Luftfahrt, Kernkraft, chemischer Industrie, Medizin und Militär arbeiten Menschen mit komplexen technischen Systemen. Doch in kritischen Situationen entscheidet der Mensch, nicht die Maschine – und das häufig unter Zeitdruck und hohem Risiko. Dabei können Fehler dramatische Konsequenzen haben. „Risikobranchen" benötigen deshalb Konzepte, die Fehlerquellen minimieren, sicheres Handeln fördern und den „Faktor Mensch" effektiver einsetzen.

Petra Badke-Schaub, Gesine Hofinger, Kristina Lauche (Hrsg.)
Human Factors
Psychologie sicheren Handelns in Risikobranchen
2012, 366 Seiten
ISBN 978-3-642-19885-4

Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit

Downloads

Psychische Traumatisierung bei Soldaten: Herausforderung für die Bundeswehr


Dieser aktuelle Artikel gibt eine kurze Einführung in die Problematik der psychischen Traumatisierung bei Soldaten. Er kann online gelesen oder im pdf-Format heruntergeladen werden.

Download des Artikels


Traumatische Ereignisse und posttraumatische Belastungsstörungen bei im Ausland eingesetzten Soldaten


In diesem Artikel stellt ein Team um Prof. Hans-Ulrich Wittchen von der Technischen Universität Dresden aktuelle Zahlen zum Auftreten der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten der Bundeswehr nach Auslandseinsätzen in Afghanistan vor. Der Beitrag kann online gelesen oder im pdf-Format heruntergeladen werden.

Download des Artikels



Einsatzbedingte Belastungen bei Soldaten der Bundeswehr: Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung


In diesem Beitrag werden Ursachen für ein gestiegenes Inanspruchnahmeverhalten in der Bundeswehrpsychiatrie untersucht. Der Artikel kann online gelesen oder im pdf-Format heruntergeladen werden.

Download des Artikels



Links

Foto: Volker Wiciok

Was Krieg aus Menschen macht


Im Juni 2011 suchte "report psychologie" im Thema des Monats Antworten auf die Frage, „Was Krieg mit Menschen macht“. Im Interview spricht Prof. Dr. Harald Welzer über seine bei der Arbeit an seinem Buch „Soldaten“ gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Frage, wie die „Situation Krieg“ das Leben und das Verhalten von Menschen verändert. Darüber hinaus finden sich auf der Seite relevante Literaturhinweise und interessante Links zum Thema.

Zum Thema des Monats Juni 2011

Zentrum für Psychiatrie und Psychotraumatologie


Auf diesen Seiten stellt sich das Zentrum für Psychiatrie und Psychotraumatologie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin vor. Beschrieben werden neben den Aufgaben und dem Aufbau des Zentrums auch aktuelle Studienprojekte und Veröffentlichungen.

Zur Webseite des Zentrums für Psychiatrie und Psychotraumatologie

Veranstaltungen

16. bis 17. November 2012

Seminar „Tod und Sterben in der Psychotherapie – eine Annäherung“, Berlin


Nicht allein die Themen Suizidalität und Suizid bringen das Todesthema in die Psychotherapie. In vielen psychischen Störungen (z. B. PTBS, Angststörungen, somatoforme Störungen, Depressionen) ist das Todesthema oft implizit. Daneben sind der Tod von Angehörigen, hohes Alter und tödliche Krankheiten der Patienten häufig wiederkehrende Problembereiche in der psychotherapeutischen Praxis. Unsere Patienten erwarten in diesen Fällen von uns Hilfe. Diese Hilfe können wir ihnen authentischer geben, wenn wir uns selbst mit Sterben und Tod auseinandergesetzt haben. Um ihnen begegnen zu können, nützen den Therapeuten nicht vorgefertigte therapeutische Techniken, sondern in erster Linie eigene innere Auseinandersetzungen mit dem Thema.
In diesem Seminar werden die unterschiedlichen Facetten des Todesthemas beleuchtet und es werden Anregungen verschiedener philosophischer, therapeutischer und spiritueller Traditionen vorgestellt. Außerdem erhalten die Teilnehmer einen Überblick über therapeutische Interventionsmethoden (Trauerarbeit, Sterbemeditation, Abschiedsarbeit).
Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten, Ärzte sowie Studierende der Psychologie, die kurz vor ihrem Abschluss stehen.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung



18. Januar bis 16. November 2013

Curriculum „Notfallpsychologie“


In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Notfallpsychologie der Sektion Klinische Psychologie des Berufsverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) führt die Deutsche Psychologen Akademie (DPA) ein Curriculum zur Qualifizierung zum Notfallpsychologen durch. Es vermittelt praxisorientiert fundierte Kenntnisse und Kernkompetenzen für eine eigenständige Tätigkeit im Bereich Notfallpsychologie. Dazu gehören: notfallpsychologische Sofortmaßnahmen im Einzel- und Gruppensetting, die Leitung von Teams der Krisenintervention und Einsatzkräfteunterstützung, die Beratung von Stäben des Katastrophenschutzes und Stäben in Großschadenslagen sowie die Beratung und Weiterbildung von Führungskräften und kollegialen Ansprechpartnern im Feld notfallpsychologisch relevanter Bereiche.
Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten und Ärzte.

Informationen und Anmeldung



29. August 2013

Seminar „Sensibilisierung für Schamgefühle und -konflikte in der therapeutischen Praxis“, Berlin


Scham ein Problem, dessen Existenz in der Psychotherapie stillschweigend hingenommen, jedoch von vielen Therapeuten unterschätzt wird. Scham ist daher ein Gefühl, das besonders in der psychotherapeutischen Situation häufig vermieden, substituiert, verleugnet oder verdrängt oder abgespalten wird. Ein Affekt wie Scham, der größtenteils durch seine „Maskierungen" auftaucht, ist teilweise schwer zu identifizieren und vom Patienten, wie vom Therapeuten zu benennen. Langeweile, Depression, Neid, Wut und Verachtung können das Resultat einer uneingestandenen oder „umgangenen" Scham sein.
In diesem Seminar soll anhand von typischen Behandlungsszenen dargestellt werden, wie sehr Scham die therapeutische Situation durchziehen kann und wie sie sich maskiert. Die Scham spielt bei einer Reihe von psychopathologischen Krankheitsbildern eine Rolle: Depressionen, Essstörungen, soziale Phobie, posttraumatischen Belastungsstörungen und schweren Persönlichkeitsstörungen. Die behandlungstechnischen Implikationen von Schamgefühlen werden anhand von Fallbeispielen dargestellt. Hilfreiche und potentiell schädigende (retraumatisierende) Haltungen des Therapeuten bei der Schambearbeitung werden dargestellt. Die Bedeutung von Schamkonflikten in der psychotherapeutischen Praxis soll anhand von Fallvignetten der Teilnehmer und des Leiters dargestellt werden.
Das Angebot richtet sich an Psychologen, (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten und Ärzte.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung


1. bis 3. November 2012

3. Fachtagung „Notfallpsychologie“, Mannheim


Für Täter und unmittelbare Opfer von Gewalttaten existieren inzwischen viele Konzepte, die von Prävention bis Therapie reichen. Nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen jedoch die professionellen Helfer, die traumatisierte Menschen begleiten, beraten und behandeln, oder die direkten gewaltsamen Übergriffen während ihrer Arbeit ausgesetzt sind: zum Beispiel Mitarbeiter von Beratungsstellen, Helfer von Kriseninterventionsteams, Angestellte in Jugend- und Sozialämtern, Beamte in Justiz und Polizei, Psychotherapeuten, die traumatisierte Menschen behandeln, Dolmetscher in Beratungsstellen für Folteropfer, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Pflegende und Ärzte in Notaufnahmen von Krankenhäusern.
Die Fachgruppe Notfallpsychologie der Sektion Klinische Psychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) wird diese Problematik der sekundären Traumatisierung im Rahmen einer Fachtagung aufgreifen: Vom 1. bis 3. November 2012 werden Referenten aus Wissenschaft und Praxis zur Tragfähigkeit notfallpsychologischer Interventionskonzepte für traumatisierte professionelle Helfer informieren.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung