Scham

Das verrutschte Top, die aufgeflogene Lüge, ein körperlicher Makel oder eine psychische Erkrankung: Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich schämen. Scham ist ein zutiefst menschliches und sehr unangenehmes Gefühl. Warum brauchen wir es? Wie entwickelt es sich? Und wann macht Scham krank?

Liebe Leserinnen und Leser,

wie steht es um Ihre guten Vorsätze? Halten Sie durch? Oder geht es Ihnen wie so vielen anderen, die an ihren Vorhaben schon nach wenigen Tagen gescheitert sind? Den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, kann ein beschämendes Gefühl sein. Umso stärker, je mehr Menschen von den Plänen wussten, je größer also das Publikum. Scham ist ein zutiefst menschliches, ein starkes und sehr unangenehmes Gefühl – auf dessen Erleben viele sicher gerne verzichten würden.

Und doch ist Scham wichtig für unsere persönliche Entwicklung und das gesellschaftliche Zusammenleben. Warum das so ist, wie Scham ausgelöst wird und inwiefern sie auch krankhaft sein kann, erläutert Micha Hilgers, Dozent, Supervisior und Lehranalytiker an der Akademie für angewandte Psychologie und Psychotherapie (APP) Köln, im Interview unseres Themas des Monats.

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats Januar interessante Literaturtipps rund um das Gefühl Scham allgemein sowie Scham aus psychotherapeutischer Sicht. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

Auch die Print-Ausgabe von „report psychologie“ dreht sich im Januar um Themen, die eng mit Scham verbunden sein können: Im Fokus geht es um Schuldgefühle und Wiedergutmachung.

Einen unverschämt guten Start ins neue Jahr wünschen

Alenka Tschischka

Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion

P.S.: Wir freuen uns wie immer über Anregungen und Kommentare zum Thema des Monats. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

Foto: © Piotr Marcinski – Fotolia.com

5 Fragen an...

Dipl.-Psych. Micha Hilgers


Warum brauchen wir das Gefühl der Scham? Wie und wann entwickelt es sich? Und inwiefern kann Scham krank machen? Auf diese und weitere Fragen antwortet Dipl.-Psych. Micha Hilgers im Interview.

Dipl.-Psych. Micha Hilgers ist Dozent, Supervisior und Lehranalytiker an der Akademie für angewandte Psychologie und Psychotherapie (APP) Köln und zudem als Psychoanalytiker in eigener Praxis tätig.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Literatur

Scham


Schamgefühle sind alltäglich und immer peinlich. Maßvoll können sie zu besserer Leistung anspornen. Doch traumatische oder chronische Schamgefühle können Gewalt, selbstschädigendes Verhalten, Sucht oder Suizidalität zur Folge haben. Micha Hilgers entwirft eingängig die Dynamik von Schamreaktionen und Schamkonflikten in Alltagssituationen wie auch in therapeutischen Behandlungen. Unterschiedliche Schamgefühle, wie etwa existentielle Scham, Idealitätsscham und Kompetenzscham, stellt er in ein umfassendes theoretisches Konzept. Zahlreiche anschauliche Beispiele aus Medizin und Psychotherapie geben praktische Handlungsanweisungen. Gesellschaftspolitisch wird Scham im Zusammenhang mit familiärer Gewalt, Migration, Dissozialität und Rechtsextremismus betrachtet und die Rolle von Scham und Schamlosigkeit in den modernen Medien untersucht.

Micha Hilgers
Scham
Gesichter eines Affekts
2012, 370 Seiten
ISBN 978-3-525-46251-5

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Vom Schämen und Beschämtwerden


Scham ist ein Gefühl, das auftreten kann, wenn Menschen sich oder Aspekte von sich zeigen. Zur Scham gehört die Öffentlichkeit, die oft auch nur eine gedachte oder vermutete sein kann. Dann äußert sich im Schamgefühl der Wunsch, etwas unsichtbar zu machen, das sichtbar war oder sichtbar werden könnte. Andererseits können wir oft gar nicht unterscheiden, ob wir uns wegen uns selbst schämen oder weil andere uns beschämen.

Wie wir die verschiedenen Formen von Scham unterscheiden lernen und damit umgehen, davon handelt dieses Buch. Aber nicht nur mit den oft unangenehmen Begleitumständen von Scham: Denn die Scham ist auch eine notwendige Begleiterin von Veränderungsprozessen und dann gilt es, sie als ein „weises“ Gefühl zu achten: unerlässlich zur Erhaltung bzw. zur Wiedererlangung unserer Würde.

Udo Baer, Gabriele Frick-Baer
Vom Schämen und Beschämtwerden
2015, 142 Seiten
ISBN 978-3-407-85867-2

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Scham


„Als mein Chef mich vor der kompletten Belegschaft kritisierte, hätte ich vor Scham im Erdboden versinken können!“, „Ich geh nicht mehr zum Schwimmen! Die anderen Kinder hänseln mich, ich wäre so dick!“ Scham ist eine Emotion, die jeder kennt und die die Menschen im Innersten verletzt und bedroht. Aus diesem Grund wird selten über sie gesprochen. Dabei hat Scham viele Gesichter: Selbst so extreme Taten wie sogenannte „Ehrenmorde“ und Selbstmordattentate beruhen auf dem Mechanismus von Scham und Schamabwehr.

Der Sozialwissenschaftler Stephan Marks beschreibt, wie Scham entsteht, welche Auswirkungen sie hat und wie wir konstruktiv mit dieser tabuisierten Emotion umgehen können. Ein Buch, das eindrucksvoll zeigt: Viele zwischenmenschliche Konflikte können vor dem Hintergrund des Schamthemas verstanden und gelöst werden.

Stephan Marks
Scham
Die tabuisierte Emotion
2015, 232 Seiten
ISBN 978-3-8436-0052-1

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Scham


Schamkonflikte belasten Menschen in unterschiedlicher Weise und hemmen Lebensfreude, Selbstwertgefühl und intime Beziehungen grundlegend. In der Scham erfährt das Subjekt eine Infragestellung und Bedrohung der sozialen Akzeptanz und Anerkennung. Scham ist aber nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern hat auch eine intersubjektive Dimension, die in der Psychoanalyse in den vergangenen Jahren zunehmend verstanden und fokussiert wird. Im psychoanalytisch-therapeutischen Prozess ist Scham eine Hauptquelle für Widerstand, Verstrickungen und problematische Übertragungs-Gegenübertragungs-Konstellationen.

In der vorliegenden Einführung werden die zentralen psychoanalytischen Schamkonzepte skizziert und hinsichtlich ihrer klinischen Dimension vorgestellt. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen die Relevanz von Schamaffekten und -konflikten in der therapeutischen Behandlung.

Jens L. Tiedemann
Scham
2013, 141 Seiten
ISBN 978-3-8379-2229-5

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Wut, Schuld und Scham


Hinter dem Empfinden von Wut und Schuld verbergen sich oft ein Gefühl der Scham und eine Sehnsucht, respektvoll behandelt zu werden. Um unsere wahren Bedürfnisse zu erkennen, sollten wir also unsere Wut und unsere Schuldgefühle hinterfragen und uns mit der darunterliegenden Scham vertraut machen. Scham, Schuld und Wut spielen eine große Rolle in der zwischenmenschlichen Kommunikation und sind ein wichtiger Schlüssel zu unserem Inneren. Daher ist es sinnvoll, sich mit diesen als negativ empfundenen Gefühlen anzufreunden und zu ganz neuen Einsichten zu gelangen.

Scham, Schuld und Wut beruhen auf Denkweisen, die wir Menschen in den vergangenen 8.000 Jahren entwickelt haben. Sie sind demnach ein Resultat des Dominanzsystems, in dem wir sozialisiert wurden. Erst wenn wir dieses System von Grund auf neu definieren, können wir auch unsere Art zu leben wirklich verändern.

Liv Larsson
Wut, Schuld und Scham
Drei Seiten der gleichen Medaille
2012, 200 Seiten
ISBN 978-3-87387-779-5

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Der Blick des Anderen


„Diese Arbeit füllt eine bisher spürbare Lücke in unseren Kenntnissen über Scham, ihre Störungen und ihre Einflüsse auf die menschliche Entwicklung. Seidlers gedankenreiche, aufgeschlossene und anregende Art, Theorie und klinische Realität auf den Prüfstand zu stellen, sollte für jeden psychoanalytisch Tätigen eine Bereicherung sein.“ Otto F. Kernberg

Günter H. Seidler
Der Blick des Anderen
Eine Analyse der Scham
2015, 391 Seiten
ISBN 978-3-608-94777-9

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Emotionsbezogene Psychotherapie von Scham- und Schuldgefühlen


Scham- und Schuldgefühle gehören zu einer Therapie wie Patient und Therapeut. Beide Emotionen prägen die therapeutische Beziehung und fordern besondere Kompetenzen seitens der Therapeuten. Anknüpfend an den emotionsbezogenen Therapieansatz hat die Autorin ein weiterführendes Konzept zur gezielten Arbeit an Scham- und Schuldgefühlen entwickelt. Indem es die Erkenntnisse verschiedener Therapieschulen besonders anschaulich vermittelt, bildet das Buch eine Grundlage für die gezielte Arbeit an diesen beiden aversiven Emotionen.

Scham- und Schuldgefühle können in eine psychische Erkrankung münden oder Ausdruck davon sein. Entsprechend bringt das Buch diese beiden elementaren Emotionen mit den unterschiedlichsten psychischen Störungen in Verbindung. Das daraus entstehende Wissen ermöglicht dem Therapeuten, die notwendige emotionale Empathie sowie das essenzielle kognitive Einfühlungsvermögen aufzubringen.
Das Buch stellt neben praxiserprobten Grundlagen hilfreiche Arbeitsmaterialien zur Verfügung: Nach verschiedenen Therapieansätzen geordnet werden Interventionen zugunsten bisher frustrierter Grundbedürfnisse aufgezeigt. Für die Empathiefähigkeit des Therapeuten ist es wichtig, auf eigenes Scham- und Schulderleben im Sinne einer emotionalen Spiegelung zurückgreifen zu können. Hierfür stellt das Buch Selbsterfahrungsmöglichkeiten für Therapeuten zusammen.

Maren Lammers
Emotionsbezogene Psychotherapie von Scham- und Schuldgefühlen
Ein Praxishandbuch
2016, ca. 300 Seiten
ISBN 978-3-7945-3054-0
Neuerscheinung

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Die Scham, das Selbst und der Andere


Die Scham spielt bei einer Reihe von psychopathologischen Krankheitsbildern eine entscheidende Rolle. Obwohl die theoretische Relevanz dieses Gefühls in den letzten Jahren in der Psychoanalyse hervorgehoben wurde, werden die behandlungstechnischen Implikationen dieser revidierten Sichtweise der Scham weiterhin vernachlässigt. Scham stellt meist ein Problem dar, dessen Existenz in der Psychotherapie stillschweigend hingenommen, jedoch von vielen Therapeuten unterschätzt wird. Das Drama von Verbergen und Sich-Zeigen ist primär ein sozialer Vorgang.

Scham ist weder im Selbst des Menschen verwurzelt noch geht sie allein aus inneren Konflikten hervor. Vielmehr lässt sie sich als Affekt charakterisieren, in dem sich die intersubjektive Erfahrung des vom Anderen versagten Bedürfnisses nach Anerkennung niederschlägt. Wie sehr Scham die therapeutische und analytische Situation durchziehen kann, welche Inhalte und Formen der Scham auftauchen und welche therapeutischen Interventionen hilfreich sind, um Schamkonflikte zu bearbeiten, wird anschaulich dargestellt.

Jens L. Tiedemann
Die Scham, das Selbst und der Andere
Psychodynamik und Therapie von Schamkonflikten
2010, 573 Seiten
ISBN 978-3-8379-2035-2

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Scham und Leidenschaft


Scham ist lebenswichtig. Sie schützt unseren Wesenskern. Sie ist die Hüterin unserer Würde, besonders wenn wir seelisch verwundet sind. Scham isoliert uns aber auch: von uns selbst und von unseren Mitmenschen. Wir stehen nicht mehr richtig im Leben. Wenn es uns gelingt, unsere Scham zu überwinden, finden wir zu unserer eigenen Mitte. Dann kann sich unsere Leidenschaft entfalten und zur Quelle unseres Lebens werden.

Victor Chu
Scham und Leidenschaft
2014, 232 Seiten
ISBN 978-3-8495-9439-8

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Scham


Wieder mit Plastiktüten nach Hause gekommen? Das Billig-T-Shirt aus dem Discounter war einfach zu günstig? Einmal mehr Essensreste weggeworfen? Es gibt viele Gründe, sich zu schämen. Und ebenso viele Gründe, endlich etwas zu ändern. In Kulturen, die das Individuum ins Zentrum des Sozialen stellen, werden Schuldgefühle als wichtigster Motor des eigenen Handelns propagiert. Doch während diese uns an unsere persönlichen Standards und Überzeugungen erinnern und uns Fairtrade-Kaffee und Ökostrom kaufen lassen, greifen sie im Kontext von korrupten Institutionen und mächtigen Konzernen zu kurz.

Die Umweltwissenschaftlerin Jennifer Jacquet öffnet uns die Augen für die enorme Wirkungskraft eines uralten Begleiters der Menschen: des Schamgefühls. Umgerüstet auf die Bedingungen und Möglichkeiten der neuen Medienwelten und richtig angewandt, hat die Scham das Potenzial, die Begrenzungen der Schuld zu sprengen und den Umgang mit Ungerechtigkeit, verfehlter Politik und schlechten Praktiken großer Konzerne in einer globalisierten Welt für immer zu revolutionieren. Jennifer Jacquet macht deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns schämen – denn mit der Scham kommt die Erkenntnis. So entsteht ein brillanter Gegenentwurf zu allen bisherigen Einschätzungen dieses Gefühls: Jacquet zeigt, wie wir über das Schamgefühl gesteuert werden und es als politisches Instrument für eine bessere Welt benutzen können.

Jennifer Jacquet
Scham
Die politische Kraft eines unterschätzten Gefühls
2015, 224 Seiten
ISBN 978-3-10-035902-5

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Scham – ein menschliches Gefühl


Das Thema Scham erscheint in einer Zeit, in der Wertmaßstäbe immer unverbindlicher werden, weitgehend überholt. Andererseits wenden sich Vertreter verschiedener Humanwissenschaften seit neuestem zunehmend diesem Thema zu, mit dem sich zuvor fast ausschließlich Theologen und Philosophen auseinandergesetzt haben. Psychoanalytiker registrieren vermehrt narzisstische Persönlichkeitsstörungen, die im wesentlichen Ausdruck von spezifischen Schamproblemen sind. Sozialwissenschaftler und Juristen ziehen Scham zur Erklärung gesellschaftlicher Phänomene mit heran. Die Beiträge dieses Bandes vermitteln jeweils aus der Perspektive von Psychoanalyse, Psychiatrie, Philosophie, Sozialwissenschaft, Jurisprudenz und Theologie fundierte Einblicke in die aktuelle Diskussion.

Rolf Kühn, Michael Raub, Michael Titze (Hrsg.)
Scham – ein menschliches Gefühl
Kulturelle, psychologische und philosophische Perspektiven
1997, 224 Seiten
ISBN 978-3-531-12951-8

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Schamgefühle und -konflikte in der Psychotherapie


In seinem Überblick „Schamgefühle und -konflikte in der Psychotherapie“ beschreibt Dr. Jens Tiedemann die Psychodynamik und Formen der Scham, Schamsignale, Maskierungen und Abwehr der Scham sowie Scham im psychotherapeutischen Setting.

Download der Publikation „Schamgefühle und -konflikte in der Psychotherapie“

Würde und Demütigung, Stolz und Scham


Würde ist ein Zustand sozialer Anerkennung, Entwürdigung ein Akt der Demütigung. Stolz und Scham sind die Emotionen, die damit einhergehen. Ist die Abwertung aber selbstbestimmt und freiwillig, wird die Beurteilung problematisch und komplex. Das Heft „Würde und Demütigung, Stolz und Scham“ beleuchtet die emotionale Seite der Menschenwürde in den Medien.

Download der Publikation „Würde und Demütigung, Stolz und Scham“

Scham – Hüterin der Würde


Der Beitrag „Scham – Hüterin der Würde“ von Stephan Marks fasst grundlegende Informationen über die Scham und ihre Funktion als Hüterin der Menschenwürde zusammen: Wie Schamgefühle ausgelöst werden und hinter welchen Verhaltensweisen („Masken“) sie sich verbergen. Anschließend wird die Bedeutung des Themas skizziert: (a) für die Person des Beratenden, (b) für die beraterische bzw. psychotherapeutische Arbeit mit Klienten und Patienten und (c) für die Rahmenbedingungen dieser Arbeit.

Download der Publikation „Scham – Hüterin der Würde“

Links

Studie zum Fremdschämen


„Du bist ja so peinlich!“, so überschrieben Wissenschaftler der Philipps-Universität Marburg die Beschreibung ihrer Studie zum Thema Fremdscham. Ihren Ergebnissen zufolge ist diese mit dem Mitfühlen von Schmerzen verwandt.

Zur Studienbeschreibung

Schüchternheit


Schüchtern zu sein gilt in unserer lauten Gesellschaft mehr oder minder als Makel und oft leiden Betroffene stark unter ihrer Schüchternheit – besonders dann, wenn sie die extreme Form einer sozialen Phobie annimmt. Wie und in welchen Situationen äußert sich Schüchternheit? Ab wann gilt Schüchternheit als krankhaft im Sinne einer sozialen Phobie? Antworten auf diese Fragen suchten wir im Thema des Monats Februar 2013.

Zum Thema des Monats „Schüchternheit“

Veranstaltungen

25. August 2016

Seminar „Sensibilisierung für Schamgefühle und -konflikte in der therapeutischen Praxis“, Berlin


Scham ist ein Problem, dessen Existenz in der Psychotherapie stillschweigend hingenommen, jedoch von vielen Therapeuten unterschätzt wird. In diesem Seminar soll anhand von typischen Behandlungsszenen dargestellt werden, wie sehr Scham die therapeutische Situation durchziehen kann und wie sie sich maskiert. Die Scham spielt bei einer Reihe von psychopathologischen Krankheitsbildern eine Rolle: Depressionen, Essstörungen, soziale Phobie, posttraumatische Belastungsstörungen und schwere Persönlichkeitsstörungen. Die behandlungstechnischen Implikationen von Schamgefühlen werden anhand von Fallbeispielen dargestellt. Inwieweit kann nicht erkannte Scham als Hemmung für den psychotherapeutischen Prozess wirksam sein? Hilfreiche und potenziell schädigende (retraumatisierende) Haltungen des Therapeuten bei der Schambearbeitung werden dargestellt. Wie sieht der Zusammenhang zwischen emotionaler Verfügbarkeit des Therapeuten und Scham in der Gegenübertragung aus? Die Bedeutung von Schamkonflikten in der psychotherapeutischen Praxis soll anhand von Fallvignetten der Teilnehmer und des Dozenten dargestellt werden.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung