Schmerz

Schätzungen zufolge leiden in Deutschland über 10 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Körperliche Einschränkungen im Alltag, aber auch Beeinträchtigungen der Psyche und des sozialen und beruflichen Lebens sind die Folge. Welche Bedeutung hat die Psyche für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen? Und mit welchen Therapieansätzen kann Menschen mit chronischen Schmerzen geholfen werden?

Liebe Leserinnen und Leser,

in Deutschland leiden Schätzungen zufolge über 10 Millionen Menschen unter überdauernden, chronischen Schmerzen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern gehören Rücken- sowie auch Kopf- und Nervenschmerzen. Die Betroffenen leiden meist vor allem unter den körperlichen Einschränkungen im Alltag. Auf Dauer beeinträchtigen chronische Schmerzen aber auch auf die Psyche, das familiäre und soziale Leben sowie auf die berufliche Situation aus. Damit verbunden sind unübersehbare volkswirtschaftliche Kosten für medizinische Leistungen, Arbeitsausfälle und Frühberentungen.

PD Dr. Regine Klinger ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung (DGPSF) und Vizepräsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft (DGSS). Zudem leitet sie die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Verhaltenstherapie der Universität Hamburg. Im Interview geht sie unter anderem auf die Fragen ein: Was ist Schmerz? Wann sind Schmerzen chronisch? Welche Bedeutung hat die Psyche für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen? Und mit welchen Therapieansätzen kann Menschen mit chronischen Schmerzen geholfen werden?

Darüber hinaus finden Sie im Thema des Monats März Literaturtipps zu Somatisierungsstörungen und Schmerz sowie zur Schmerzpsychotherapie. Außerdem haben wir für Sie wieder interessante Downloads, Links und Veranstaltungstipps zusammengestellt.

Auch die Print-Ausgabe „report psychologie“ beschäftigt sich im März mit Gesundheitsthemen: Im Fokus stehen Rückenschmerz, die Reha-Psychologie sowie die Psychologie in der Gesundheitsversorgung.

Einen rundum gesunden Start in den Frühling wünschen

Alenka Tschischka
Chefredakteurin „report psychologie“

und

Susanne Koch
Online-Redaktion


P.S.: Wir freuen uns über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

Foto © Mislav Marohnic / flickr.com unter CC BY 2.0

5 Fragen an...

Regine Klinger

Was ist Schmerz? Wann werden Schmerzen chronisch? Welche Bedeutung hat die Psyche für die Entstehung und die Aufrechterhaltung von Schmerzen? Und mit welchen Therapieansätzen kann Menschen mit chronischen Schmerzen geholfen werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet PD Dr. Regine Klinger im Interview.

PD Dr. Regine Klinger ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung (DGPSF) und Vizepräsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft (DGSS). Zudem leitet sie die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Verhaltenstherapie der Universität Hamburg.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

Literatur

Schmerzen verlernen


Der Band „Schmerzen verlernen“ fasst erfolgreiche Techniken der psychologischen Schmerzbewältigung zusammen und bietet eine Anleitung und konkrete Übungen zur Selbsthilfe bei Schmerzen. Jede der über 30 Techniken aus den Bereichen Achtsamkeits- und Entspannungsübungen, Aufmerksamkeitsumlenkung und Hypnose ist schrittweise und einfach erklärt, wissenschaftlich anerkannt, ohne Nebenwirkungen und unabhängig von Schmerzursache oder Ort des Schmerzes wirksam. Die Übungen eignen sich als Ergänzung oder Alternative zu Schmerzmitteln und klassischer medizinischer Therapie.
Für alle Schmerzpatienten, die Schmerzen aktiv bewältigen wollen und für alle Ärzte und Therapeuten, die ihre Patienten dabei unterstützen möchten.

Jutta Richter
Schmerzen verlernen
2013, 155 Seiten
ISBN 978-3-642-34933-1


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit


Schmerzpsychotherapie


Die Schmerzpsychotherapie ist mittlerweile von allen führenden Fachgesellschaften anerkannt und fester Bestandteil eines modernen multimodalen Behandlungskonzeptes bei Schmerzpatienten. Das Standardwerk für die Fort- und Weiterbildung Schmerzpsychotherapie zeigt praxisnah und verständlich die Vielfalt dieses Fachgebietes.
Das Buch fasst die wichtigsten Grundlagen zusammen: Unter anderem beschäftigt es sich mit verhaltensmedizinischen und psychodynamischen Aspekten, der Anamnese und Diagnostik von Schmerzen, mit den Mechanismen der Chronifizierung und den psychologischen Methoden der Schmerzbehandlung.
Zudem kommen auch spezielle Themen zur Sprache: unter anderem Schmerz und Geschlecht, Schmerz und Placebo, Bildgebung und Schmerz, Schmerz bei Migranten und die Begutachtung von Schmerzen.
Ein patienten- und praxisorientiertes Nachschlagewerk für klinisch tätige Psychotherapeuten und Ärzte, die ihre Patienten fächerübergreifend behandeln.

Birgit Kröner-Herwig, Jule Frettlöh, Regine Klinger, Paul Nilges (Hrsg.)
Schmerzpsychotherapie
Grundlagen, Diagnostik, Krankheitsbilder, Behandlung
2011, 723 Seiten
ISBN 978-3-642-12782-3


Bestellmöglichkeit

Somatisierungsstörung


Personen mit Somatisierungsstörungen oder anderen medizinisch nicht ausreichend erklärbaren körperlichen Beschwerden stellen eine der großen Gruppen im Gesundheitswesen dar. Obwohl Psychotherapie eine große Hilfe anbieten kann, ist es oftmals schwierig, diese Personengruppe für psychotherapeutische Prozesse zu gewinnen. Im Buch wird dargestellt, wie betroffene Personen diagnostisch eingeordnet und zur Psychotherapie motiviert werden können.
Ein Ziel des therapeutischen Vorgehens besteht darin, das bei Personen mit somatoformen Störungen oftmals vorhandene organische Krankheitsmodell zu einem psychosomatischen Verständnis zu erweitern, um sie so für eine Psychotherapie zu gewinnen. Die hierzu eingesetzten Interventionen umfassen unter anderem Selbstbeobachtungen, Verhaltensexperimente, Biofeedback und kognitive Therapiemethoden. Weiterhin werden therapeutische Elemente vorgestellt, die zur allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität sowie zu einer Reduktion der Beeinträchtigung durch die körperlichen Beschwerden beitragen. Behandelnde Ärzte finden in diesem Band schließlich auch noch einen Leitfaden, der aufzeigt, wie diese Personengruppe medizinisch besser betreut und wie gegebenenfalls der Überweisungsprozess zur Psychotherapie erleichtert werden kann.

Winfried Rief, Wolfgang Hiller
Somatisierungsstörung
2011, 92 Seiten
ISBN 978-3-8017-2126-8

Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Kognitive Verhaltenstherapie bei medizinisch unerklärten Körperbeschwerden und somatoformen Störungen


Jeder fünfte Patient in Deutschland leidet an organischen Beschwerden, ohne dass jemals eine Ursache gefunden wird. Die Odyssee von Arzt zu Arzt endet häufig in der Empfehlung, „jetzt doch mal einen Psychotherapeuten aufzusuchen“.
Die Behandlung mittels kognitiver Verhaltenstherapie ist vor allem ein Weg aus dem Dschungel von Diagnostik und falschen Therapien. Der Patient fühlt sich ernst genommen. Das vorliegende Therapiemanual bietet einen praxisnahen Einstieg in ein wissenschaftlich evaluiertes, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungskonzept für Patienten mit somatoformen Beschwerden. Auf Grund der modularen Struktur ist die Sitzungsvorbereitung und -durchführung für den Therapeuten klar und eindeutig.

Maria Kleinstäuber, Petra Thomas, Michael Witthöft, Wolfgang Hiller
Kognitive Verhaltenstherapie bei medizinisch unerklärten Körperbeschwerden und somatoformen Störungen
2012, 250 Seiten
ISBN 978-3-642-20107-3


Bestellmöglichkeit

Chronische Schmerzen


8 Millionen Menschen in Deutschland sind von chronischen Schmerzen betroffen. Oft haben Schmerzkranke eine lange Vorgeschichte mit den verschiedensten medizinischen und chirurgischen Maßnahmen sowie erfolglosen Therapieversuchen. Betroffene erleben sich ihren Schmerzen hilflos ausgeliefert. Und Partner, Familie, Freunde leiden mit.
Das Buch „Chronische Schmerzen“ begleitet Patienten bei der Behandlung und gegebenenfalls Psychotherapie ihrer Schmerzerkrankung. Ziel ist es, sie zum Experten ihrer eigenen Krankheit zu machen und ihnen alles Wissenswerte über die verschiedenen Erkrankungsbilder, Symptome, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln.
Zahlreiche konkrete Tipps und Hinweise, Übungen und Arbeitsblätter sowie Kontaktadressen und Online-Materialien ergänzen das Angebot.

Martin von Wachter
Chronische Schmerzen
Selbsthilfe und Therapiebegleitung. Orientierung für Angehörige. Konkrete Tipps und Fallbeispiele
2012, 107 Seiten
ISBN 978-3-642-19612-6


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit


Herausforderung Schmerz


Titel von Schmerzbewältigungsprogrammen und Ratgebern zum Thema Schmerz wie „Nie mehr Schmerzen“ suggerieren, dass Schmerzen prinzipiell kontrollierbar sind. Eine solche Vorstellung kann falsche Hoffnungen wecken und Menschen in Verzweiflung stürzen, wenn sich der Schmerz trotz verschiedenster Behandlungen und persönlicher Anstrengungen nur geringfügig lindern lässt.
Im vorliegenden Buch wird ein Konzept psychologischer Begleitung von Schmerzpatienten entwickelt, in dem die Frage „Wie können Schmerzen kontrolliert und bewältigt werden?“ durch die Frage ersetzt wird: „Wie kann dieser individuelle Mensch in seiner ganz konkreten Situation lernen, mit seinem Schmerz zu leben?“ Um Betroffene bei diesem Lernprozess zu unterstützen, sind Erkenntnisse der Neurowissenschaften über neurobiologische Steuerungsmechanismen ebenso zu berücksichtigen wie die Bedingungen, denen Menschen im Falle chronischer Schmerzen ausgesetzt sind – Bedingungen, die sie nur zum Teil beeinflussen können. Eine differenzierte Sicht menschlicher Kontrollmöglichkeiten entlastet den Patienten ebenso wie seinen Therapeuten vom Druck überhöhter Erwartungen, baut belastenden Enttäuschungen vor und fördert eine vertrauensvolle Beziehung zwischen beiden. Therapeutische Grundhaltungen und Interventionen werden entwickelt. Beispiele aus der Praxis veranschaulichen Indikation, Durchführung und mögliche Auswirkungen.


Ursula Frede
Herausforderung Schmerz

Psychologische Begleitung von Schmerzpatienten
2007, 376 Seiten
ISBN 978-3-89967-378-4


Bestellmöglichkeit

Chronischen Schmerz bewältigen


Chronische Schmerzen, oft psychisch mitverursacht, können mit dem hier vorgestellten verhaltenstherapeutischen, ressourcenorientierten Verfahren meist wirksamer bekämpft werden als mit rein medikamentöser Behandlung.
Nicht immer ist der Schmerz „Hüter und Wachhund der Gesundheit“, der auf eine akute Verletzung oder Entzündung im Körper hinweist. Eine steigende Anzahl von Patienten leidet unter chronischem Schmerz, am häufigsten manifestiert als Rücken- oder Kopfschmerz. Chronische Schmerzen gelten als eigenständiges Störungsbild, dem mit eigenen Behandlungsmethoden begegnet werden muss.
Das hier vorgestellte Konzept einer verhaltenstherapeutischen Schmerzbehandlung geht davon aus, dass bei einer Chronifizierung des Schmerzes maßgeblich auch psychische und soziale Faktoren beteiligt sind, Schmerzpatienten also durch gezielte Förderung eigener Kompetenzen und Ressourcen und durch einen verbesserten Umgang mit dem Schmerz zu helfen ist.
Alle vorgestellten Methoden sind so aufbereitet, dass Psychotherapeuten und Ärzte sie in ihrer Praxis umsetzen können: Verfahren zur Schmerzreduktion, Entspannungsmethoden, Aufmerksamkeitslenkung, kognitive Methoden der Schmerzbewältigung, verhaltensbezogene Strategien. Zu allen Punkten gibt es kurzgefasste Informationen für Patienten und Übungen für die Arbeit mit Schmerzpatienten in Gruppen- oder Einzeltherapie.

Barbara Glier
Chronischen Schmerz bewältigen
Verhaltenstherapeutische Schmerzbehandlung
2010, 216 Seiten
ISBN 978-3-608-89103-4


Bestellmöglichkeit

Psychologische Schmerzbewältigung


Dieses praxiserprobte Konzept für die Gruppenarbeit mit Schmerzpatienten besteht aus einzelnen Sitzungen, die den Patienten Techniken zur Schmerzkontrolle vermitteln. Durch den Austausch mit den Leidensgenossen setzen sich die Patienten aktiv mit der eigenen Situation auseinander und lernen, das richtige Hilfsangebot für sich herauszufinden.
Die Gruppensitzungen sind mit Entspannungsübungen, Phantasiereisen und Literaturtipps für den Kursleiter so aufbereitet, dass man sie direkt einsetzen kann – als Kurs, offene Gruppe, Informationsangebot für Selbsthilfegruppen oder auch als Grundlage für Einzelgespräche. Zusätzliche Anwendungshilfen bieten Arbeitsblätter für die Patienten zum Führen eines eigenen Schmerztagebuchs und Zusammenfassungen der Sitzungen als Handout, wie die „Sieben Schritte zur Entspannung“.


Helena Harms
Psychologische Schmerzbewältigung
Ein pragmatisches Konzept für die Gruppenarbeit
2009, 128 Seiten
ISBN 978-3-497-02101-7


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit


Schmerzen verstehen


Schmerzen sind etwas sehr Reales – und in vielen Fällen eine unberechenbare, schwer therapierbare Symptomatik. Allerdings gibt es inzwischen wissenschaftliche Belege dafür, dass Patienten selbst ihre Schmerzerfahrungen durch „mehr Wissen“ über die dahinter stehenden neurobiologischen und -psychologischen Prozesse beeinflussen können.
„Schmerzen verstehen“ setzt hier an: Es vermittelt die nötigen wissenschaftlichen Kenntnisse über die Entstehung und Verarbeitung von akutem und chronischem Schmerz. Es leitet Patienten an, Schmerzen als weniger bedrohlich wahrzunehmen und sie in einem eigenverantwortlichen Schmerzmanagement – mit therapeutischer Begleitung oder selbständig – zu lindern oder sogar zu überwinden.
„Schmerzen verstehen" ist ein leicht verständliches Buch und eröffnet auf faszinierende Weise den Zugang zu diesem komplexen Thema: durch die „Übersetzung" von wissenschaftlichem Fachjargon, spannende Geschichten und bilderreiche Vergleiche zur Verdeutlichung manchmal eher „trockener" Fakten und durch phantasievolle Zeichnungen.

David Butler, Lorimer G. Moseley
Schmerzen verstehen
2009, 130 Seiten
ISBN 978-3-642-01686-8


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit


(Selbst-)Konzepte bei veränderten Lebensbedingungen


Der Tagungsband zur 32. Jahrestagung des Arbeitskreises Klinische Psychologie in der Rehabilitation befasst sich mit den vielfältigen Veränderungen von Arbeits- und Lebensbedingungen von Patienten und Therapeuten.
Veränderungen ergeben sich auf vielerlei Ebenen: zum Beispiel auf der Mikroebene durch krankheitsbedingte Einschränkungen und den Verlust an traditionellen sozialen (Familien-)Strukturen und auf der Makroebene durch steigende Arbeitsverdichtung, Technisierung und Globalisierung. Patienten sind vor die Aufgabe gestellt, mit den physischen, psychischen und sozialen Auswirkungen der Erkrankung zurechtzukommen und bei häufig chronischem Verlauf möglicherweise eine Neuorientierung im privaten wie auch im beruflichen Umfeld zu finden.
Auch Therapeuten unterliegen einem stetigen Wandel: So zum Beispiel ändern die neuen Studienabschlüsse im Fach Psychologie die gewohnten Strukturen innerhalb der psychologischen Teams. Die notwendigen Anpassungen führen zu einer Hierarchisierung, da einzelne Aufgaben nicht wie gewohnt von allen Teammitgliedern gleichermaßen geleistet werden sollen oder dürfen. Durch die von den Rentenversicherern zunehmend eingeforderte Fokussierung auf eine noch stärkere berufliche Orientierung der Rehabilitation kommt es zudem zu inhaltlichen und strukturellen Veränderungen innerhalb der Rehabilitationseinrichtungen.


Arbeitskreis Klinische Psychologie in der Rehabilitation (BDP) (Hrsg.)
(Selbst-)Konzepte bei veränderten Lebensbedingungen
Beiträge zur 32. Jahrestagung des Arbeitskreises Klinische Psychologie in der Rehabilitation
2013, 238 Seiten
ISBN 978-3-942761-28-4


Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Bestellmöglichkeit

Gehirn, Psyche und Körper


Strukturelle Veränderungen im Gehirn, zum Beispiel durch Verletzungen oder Degenerationen, beeinflussen unser Verhalten, das wissen wir alle. Aber: Können auch umgekehrt Änderungen im Verhalten und unsere Gedanken die neuronalen Netzwerke unseres Gehirns umstrukturieren? Wie verändern Lebenserfahrungen, aber auch chronische Schmerzen, Depressionen oder Ängste und andere Emotionen unsere Hirnstruktur? Welchen Einfluss haben psychotherapeutisches Handeln – „sprechende“ Medizin –, aber auch spirituelle Erfahrungen wie Meditation auf eine neuronale Umstrukturierung? Und: Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der Psyche und unserer körperlichen Gesundheit, etwa bei Entzündungen, der Infektionsabwehr oder den Funktionen von Herz und Kreislauf?
Intuitiv und aufgrund vielfältiger therapeutischer Erfahrung wird diese gegenseitige Beeinflussung von Psyche und Soma bei physischen und psychischen Heilungsprozessen schon seit langem genutzt: Worte und Gedanken können Schmerzen und Traumata verringern; über Körperhaltung oder Mimik lassen sich Gefühle beeinflussen; Meditation und Achtsamkeitsübungen stärken das Immunsystem. Fesselnd und wissenschaftlich fundiert untermauert Johann Caspar Rüegg diese komplexen Wechselwirkungen und beschreibt die verblüffenden Auswirkungen der Neuroplastizität auf Gehirn, Psyche und Körper.

Johann Caspar Rüegg
Gehirn, Psyche und Körper
Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie
2011, 270 Seiten
ISBN 978-3-7945-2652-9


Bestellmöglichkeit

Mind & Body


Welchen Einfluss hat Erlebtes auf das Gehirn? Wie wirken Gehirn und Psyche auf die Gesundheit? Können bewusstes Denken und Verhalten gesund machen? Diese faszinierenden Fragen beantwortet Johann Caspar Rüegg in dieser Anthologie auf unterhaltsame und geistvolle Weise.
Heute wissen wir, dass bei der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen wie chronische Schmerzen oder Angst- und Panikstörungen neben biologischen Faktoren auch Stress und traumatische Erfahrungen eine wesentliche Rolle spielen. Wissenschaftlich fundiert und verständlich zeigt Johann Caspar Rüegg auf, dass man diese komplexen Wechselwirkungen zwischen „mind“ und „body“ gezielt nutzen kann: Neue Denk- und Verhaltensweisen, aber auch spirituelle Erfahrungen wie Meditation können Veränderungen hervorrufen, die wiederum über unsere Psyche auf den Körper wirken – denn: Gesundheit beginnt im Kopf!

Johann Caspar Rüegg
Mind & Body
Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst
2010, 168 Seiten
ISBN 978-3-7945-2734-2


Inhaltsverzeichnis


Leseprobe

Bestellmöglichkeit


Downloads

Körperschmerz-Seelenschmerz


In Rahmen der Jahrestagung des Arbeitskreises Klinische Psychologie in der Rehabilitation und der Sektion Klinische Psychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) berichtete Prof. Dr. Johann Caspar Rüegg von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über neurobiologische Aspekte von „Körperschmerz-Seelenschmerz“.
Interessierte Leser können den entsprechenden Beitrag aus dem Tagungsband als exklusive Leseprobe herunterladen.

Download der Leseprobe


Rückenbeschwerden und Psyche


Wenn viel Verantwortung „auf den Schultern lastet“ und unzählige Arbeiten „im Nacken sitzen“, äußert sich dies häufig durch Rückenschmerzen. Obwohl heutzutage viele Beschäftigte keine körperlich schwere Arbeit leisten, leiden sie unter einem schmerzenden Rücken und werden krank. Die Ursache ist oft nicht nur eine bewegungsarme Haltung, wie das lange Sitzen am Schreibtisch: Auch psychische und soziale Faktoren, die den Rücken belasten, spielen eine Rolle. Dazu zählen unter anderem zu hohe Arbeitsanforderungen, Zeitdruck, Monotonie oder Sorgen.
Die Broschüre „Rückenbeschwerden und Psyche“ des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) bietet interessierten Lesern Informationen und Tipps rund um die Rückengesundheit.

Download

Die großen Volkskrankheiten


Der BDP-Bericht 2012 „Die großen Volkskrankheiten – Beiträge der Psychologie zu Prävention, Gesundheitsförderung und Behandlung“ thematisiert den Stellenwert, den die Psychologie in der Versorgung von Volkskrankheiten hat und haben könnte. Er kann im pdf-Format kostenlos heruntergeladen werden.

Download

Links

Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung


Die Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und –forschung (DGPSF) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für psychologische Schmerzexperten in Forschung, Weiterbildung und spezieller schmerzpsychotherapeutischer Versorgung.
Auf ihren Seiten finden interessierte Leser Informationen rund um das Thema Schmerz sowie Hinweise auf aktuelle Literatur, wichtige Termine und zur Fort- und Weiterbildung.

Zur Website


Veranstaltungen

26. bis 29. März 2014

Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Berlin


Vom 26. bis 29. März 2014 findet unter dem Titel „Moderne Zeiten ─ Antworten der Psychosomatik und Psychotherapie“ in Berlin der Deutsche Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie statt.
Im Hinblick auf Zeiten der gesellschaftlichen Beschleunigung, der sich wandelnden familiären Strukturen und sozialen Systeme, der sich verändernden Arbeits- und Lebenswelten, der Selbstoptimierung und Selbstperfektionierung sollen folgende Fragen diskutiert werden: Welche Veränderungen sind relevant? Schlagen sie sich nieder in psychischen und neurobiologischen Strukturen beziehungsweise in psychosomatischen Störungen? Entwickeln wir eine neue Sensibilität für die Folgen sozialer Veränderungen und realer Gewalt oder pathologisieren wir diese Prozesse? Welche neuen Entwicklungen in der Diagnostik und Behandlung zeichnen sich ab?

Informationen zur Veranstaltung


25. und 26. April 2014

Psychologische Schmerztherapie – Kognitiv-behaviorales Programm mit Schwerpunkt orthopädischer Schmerz, Bad Gandersheim


Besonders im orthopädischen Bereich haben chronische Schmerzen oft geringe somatische Korrelate. Das Risiko von Chronifizierungsprozessen lässt sich dagegen gut mit psychologischen Theorien und biopsychosozialen Faktoren erklären. Entsprechend sind psychologische und psychotherapeutische Programme im multimodalen Kontext und mit kognitiv-behavioraler Ausrichtung sinnvoll, erfolgreich und mit hoher Wirksamkeit belegt. Neurobiologische Erkenntnisse zur Schmerzverarbeitung und zur sogenannten Schmerzmatrix machen das Zusammenspiel von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren in der Genese und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen wie in ihrer therapeutischen Beeinflussbarkeit deutlich und nachvollziehbar.
Inhalte des Seminars sind Screening, Anamneseerhebung und Psychodiagnostik bei chronischem Schmerz, die Neurobiologie chronischer Schmerzen, Psychoedukation, Ressourcenorientierung und Schmerzhemmung sowie die Darstellung eines kognitiv-behavioral ausgerichteten psychotherapeutischen Vorgehens im multimodalen Kontext.
Dieses Angebot richtet sich an Psychologen, Ärzte, (Kinder- und Jugendlichen-)Psychotherapeuten sowie Studierende der Psychologie mit entsprechendem Schwerpunkt.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

24. und 25. Mai 2014

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung, Lübeck


Am 24. und 25. Mai 2014 lädt die Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und –forschung zu ihrer 16. Jahrestagung nach Lübeck. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Psychologische Schmerztherapie: Update und Perspektive“. Mit diesem Schwerpunkt sollen Ansätze zur differentiellen Diagnostik und Behandlung von Schmerzsyndromen bei Patienten mit unterschiedlichen psychologischen Merkmalen auf dem Hintergrund des biopsychosozialen Verständnisses von Schmerz diskutiert werden. In der Forschung und Praxis Tätige sind dabei gleichermaßen gefordert, den Erkenntnisgewinn in die Optimierung von Behandlungserfolg einzubringen.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung

29. und 30. August 2014

Diagnostik und Therapie von Kindern mit chronischen Schmerzen mit und ohne Angststörung, Berlin


Schätzungsweise 200.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an einer Schmerzstörung. Nach einer umfangreichen organischen Abklärung erhalten viele dieser Kinder die Empfehlung für eine ambulante Psychotherapie. Angesichts einer meist ausgeprägten somatischen Besorgnis von Kind und Eltern stellt die therapeutische Behandlung von Kindern mit einer Schmerzstörung hohe Ansprüche an eine ambulante oder auch stationäre (Schmerz-)Psychotherapie.
In diesem Seminar werden der für eine erfolgreiche Therapie notwendige medizinische und wissenschaftliche Background sowie bewährte Vorgehensweisen bezüglich der Vermittlung des biopsychosozialen Verständnisses chronischer Schmerzen vermittelt. Ein Exkurs zur Vorgehensweise bei Kindern, welche sowohl an einer Schmerzstörung als auch an einer psychischen Störung mit traumatischem Hintergrund leiden, sowie Fragen bezüglich einer hilfreichen therapeutischen Haltung schließen sich an.
Dieses Angebot richtet sich an Psychologen, Ärzte, (Kinder- und Jugendlichen-)Psychotherapeuten sowie Psychotherapeuten in Ausbildung.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung


25. bis 28. September 2014

Jahrestagung der Fachgruppe Klinische Psychologie in der Rehabilitation des BDP, Erkner


Vom 25. bis 28. September 2014 lädt die Fachgruppe Klinische Psychologie in der Rehabilitation des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zu ihrer 33. Jahrestagung nach Erkner. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Optimierung der Rehabilitation – Beiträge der Psychologie".

Zur Website der Fachgruppe


14. und 15. November 2014

Schmerz und Hypnose, Berlin


Die Wirksamkeit von Hypnose bei Schmerzen ist bekannt und gut dokumentiert. Es wird zwischen verschiedenen Schmerzen differenziert. Der Entstehung des Schmerzes wird ein biopsychosoziales Modell zugrunde gelegt und diagnostisch abgeklärt. Im Zusammenhang von unterschiedlichen Ansatzpunkten und Zielen werden verschiedene Zugänge der hypnotherapeutischen Behandlung des Schmerzes erläutert und ausgewählte Methoden demonstriert.
Im Seminar wird die Anwendung von Hypnosetechniken bei verschiedenen Schmerzen dargestellt. Dazu gehören eine Einführung in die Thematik, eine Demonstration, Übungen des Erlernten in Kleingruppen und eine abschließende Besprechung im Plenum.
Dieses Angebot richtet sich an Psychologen, Ärzte sowie (Kinder- und Jugendlichen-)Psychotherapeuten.

Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung