Was Krieg aus Menschen macht

Liebe Leserinnen und Leser,

die aktuelle Ausgabe von Report Psychologie widmet sich dem Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, ihren Begleiterscheinungen und Folgen. Auch im „Thema des Monats“ gehen wir diesmal ergänzend auf die Problematik ein, wie die „Situation Krieg“ Menschen verändert, und zwar unabhängig von Ideologie. Sozialpsychologen widmen sich bereits seit einigen Jahren der Frage, wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden.

Prof. Dr. Harald Welzer hat dieses Thema in seinem Buch „Täter“ behandelt. Gemeinsam mit dem Historiker Prof. Dr. Söhnke Neitzel ist er nun auf der Basis einzigartiger Quellen zu neuen Erkenntnissen gekommen, die in dem Buch „Soldaten“ verarbeitet wurden.

Harald Welzer hat uns dazu 5 Fragen beantwortet. Seine Antworten machen sehr nachdenklich und regen zu einer Neubewertung von Nachrichten aus Kriegs- und Krisengebieten, wie wir sie täglich aus den Medien erhalten, aber auch von Berichten über Prozesse gegen Kriegsteilnehmer in Afghanistan, Irak und anderswo an. Darüber hinaus haben wir für Sie Literaturhinweise und interessante Links zum Thema „Was Krieg aus Menschen macht“ zusammengestellt.

Christa Schaffmann
Chefredakteurin

P.S. Wir freuen uns immer über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“! Schreiben Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag(at)psychologenverlag.de

Was Krieg aus Menschen macht

Liebe Leserinnen und Leser,

die aktuelle Ausgabe von Report Psychologie widmet sich dem Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, ihren Begleiterscheinungen und Folgen. Auch im „Thema des Monats“ gehen wir diesmal ergänzend auf die Problematik ein, wie die „Situation Krieg“ Menschen verändert, und zwar unabhängig von Ideologie. Sozialpsychologen widmen sich bereits seit einigen Jahren der Frage, wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden.

Prof. Dr. Harald Welzer hat dieses Thema in seinem Buch „Täter“ behandelt. Gemeinsam mit dem Historiker Prof. Dr. Söhnke Neitzel ist er nun auf der Basis einzigartiger Quellen zu neuen Erkenntnissen gekommen, die in dem Buch „Soldaten“ verarbeitet wurden.

Harald Welzer hat uns dazu 5 Fragen beantwortet. Seine Antworten machen sehr nachdenklich und regen zu einer Neubewertung von Nachrichten aus Kriegs- und Krisengebieten, wie wir sie täglich aus den Medien erhalten, aber auch von Berichten über Prozesse gegen Kriegsteilnehmer in Afghanistan, Irak und anderswo an. Darüber hinaus haben wir für Sie Literaturhinweise und interessante Links zum Thema „Was Krieg aus Menschen macht“ zusammengestellt.

Christa Schaffmann
Chefredakteurin

P.S. Wir freuen uns immer über Anregungen und Kommentare zum „Thema des Monats“! Schreiben Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Thema des Monats“ an: verlag@psychologenverlag.de

5 Fragen an...
Literatur
Links


 5 Fragen an Prof. Dr. Harald Welzer

Prof. Dr. Harald Welzer ist im Vorstand des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI). Er lehrt und forscht zudem an der Universität Hannover und der Uni Witten/Herdecke.Mit report-psychologie.de sprach er über seine bei der Arbeit an dem Buch „Soldaten“ gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Frage, was die „Situation Krieg“ aus Menschen macht.

Lesen Sie hier das gesamte Interview als PDF


Harald WelzerTäter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden2011, 336 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-16732-6

 TÄTER Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

Der Autor Harald Welzer untersucht in diesem Buch Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.

Bestellmöglichkeit

Sönke Neitzel
Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945.
List Taschenbuch Verlag, Berlin
2007. 656 S. ISBN: 3548607608

Abgehört: Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945

Das Buch stellt eine aufschlussreiche Quelle zur Mentalität der Führungsschicht der Wehrmacht dar. Was dachte die deutsche Generalität während des Zweiten Weltkriegs über Hitler, die Kriegslage und die Siegesaussichten? Was wusste sie über die Kriegsverbrechen? Sönke Neitzel hat die Abhörprotokolle deutscher Stabsoffiziere in britischer Kriegsgefangenschaft ausgewertet und gewährt erstmals unmittelbaren Einblick in das Wissen und Denken der Wehrmachtführung.

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Harald Welzer, Sabine Moller,Karoline Tschuggnall
Opa war kein Nazi Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis
2008, 256 Seiten, Broschur, Fischer Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-596-15515-6

Opa war kein Nazi: Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis

Was wird in Familien „ganz normaler“ Deutscher über Nationalsozialismus und Holocaust überliefert? Die Autoren haben in Familiengesprächen und Interviews untersucht, woran sich Deutsche aus der NS-Vergangenheit erinnern, wie sie darüber sprechen und was davon an die Kinder- und Enkelgeneration weitergegeben wird.

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Sönke Neitzel, Harald Welzer
Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben
2011, 528 Seiten
ISBN: 978-3-10-089434-2

Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben

Dieses Buch legt auf einer einzigartigen Quellengrundlage erstmals eine überzeugende Mentalitätsgeschichte des Krieges vor. Auf der Grundlage von 150.000 Seiten Abhörprotokolle deutscher Soldaten in britischer und amerikanischer Gefangenschaft wird das Wissen um die Mentalität der Soldaten auf eine völlig neue Basis gestellt. Das Buch liefert eine Rekonstruktion der Kriegswahrnehmung von Soldaten in historischer Echtzeit - eine ungeheuer materialreiche Innenansicht des Zweiten Weltkriegs durch jene Soldaten, die große Teile Europas verwüsteten.

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Willy Peter Reese
Mir selber seltsam fremd. Die Unmenschlichkeit des Krieges. Russland 1941-44, 2003, 284 Seiten, ISBN-10 3546003454

Mir selber seltsam fremd

Ein Dokument des Grauens über den Prozess einer ungeheuren Entmenschlichung. Und eine Anklage gegen den Krieg, die weit über den Kontext ihres Entstehens hinausreicht. Herausgegeben und mit ausführlichem Kommentar versehen von Stephan Schmitz.

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Sigmund Freud
Das Unbehagen in der Kultur und Warum Krieg?
2011, 128 Seiten, ISBN 978-3-86539-229-9

Warum Krieg?

Aufsatz auf Grundlage eines längeren Gedankenaustausches zwischen Freud und Einstein

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Gert Sommer, Albert Fuchs (Hrsg.)
Krieg und Frieden: Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie
2004, 664 Seiten, ISBN 978-3-62127-536-1

Krieg und Frieden: Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie

Mit dem vorliegenden Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie machen die Herausgeber Sommer und Fuchs, langjährig diesem Forschungsbereich verpflichtet, die thematische Bandbreite psychologischer Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung aus dem deutschsprachigen Raum und z.T. darüber hinaus, zugänglich. Das Handbuch füllt eine Lücke in der Friedens- und Konfliktforschung und bildet gleichzeitig einen Meilenstein in der Etablierung von Friedenspsychologie als Forschungs- und möglicherweise auch Praxisgebiet.

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Andreas Maercker (Hrsg.)
Posttraumatische Belastungsstörungen
2009, 522 Seiten, ISBN 978-3-540-88488-0

Posttraumatische Belastungsstörungen

Gewalterfahrungen, schwere Unfälle, Katastrophen oder Todesfälle im nahen Umfeld - extreme Situationen können zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen. Darunter werden unterschiedliche psychische und psychosomatische Symptome zusammengefasst, die als Langzeitfolgen auch noch Jahre nach dem belastenden Erlebnis auftauchen können. Durch eine frühzeitige psychotherapeutische Intervention kann der Entwicklung eines PTSD entgegengewirkt werden. Für die Neuauflage wurde das Buch umfassend überarbeitet und erweitert. Die dritte Auflage sieht sich nicht mehr nur als Therapiebuch, sondern als DAS Handbuch zur Posttraumatischen Belastungsstörung.

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 Jährlich erkranken 300 Bundeswehrsoldaten an PTBS

Rund zwei Prozent aller deutschen Bundeswehrsoldaten, die im Jahre 2009 an einem Auslandseinsatz in Afghanistan im Rahmen der ISAF-Mission teilgenommen haben, kehrten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus dem Einsatz zurück. In absoluten Zahlen sind also jährlich rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die zum Auslandseinsatz in Afghanistan waren, betroffen. Dies ist eines der Ergebnisse eines Forschungsprogramms der TUD zu den Folgen von Auslandseinsätzen der deutschen Bundeswehr, die Professor Hans-Ulrich Wittchen und Dr. Sabine Schönfeld vom Institut für Klinische Psychologie und dem „Center of Clinical Epidemiology and Longitudinal Studies (CELOS)“ der TU Dresden durchgeführt und anlässlich einer Pressekonferenz am 6. April 2011 in Berlin vorgestellt haben.

Zur Präsentation der Studiel

Belastung durch traumatische Erfahrungen bei Soldaten in Kriseneinsätzen

Vorgestellt werden in dem Beitrag von Wissenschaftlern der Universität Ulm die Ergebnisse einer Pilotstudie zur traumatischen Belastung von Soldaten in Kriseneinsätzen. Eine Stichprobe von Soldaten wurde vor, während und nach dem Einsatz in einem Krisengebiet untersucht. Für die Erhebung wurden das Harvard Trauma Questionnaire (HTQ), das Beck Depressionsinventar (BDI) und ein in Zusammenarbeit mit einsatzerfahrenen Soldaten ausgearbeiteter Fragebogen zur Erfassung der speziellen Belastung von Soldaten in Kriseneinsätzen eingesetzt. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass sich alle 66 befragten männlichen Soldaten nach ihrem Einsatz im Kosovo oder Afghanistan von den traumatischen Ereignissen belastet fühlten, 80 % sogar stark bis sehr stark.

Zu den Beiträgen aus der „Zeitschrift Trauma und Gewalt“
 

Weitere Links rund um das Thema